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23.04.2013

12:22 Uhr

Evation Bike

Über Stock und Stein

VonStefani Hergert

Eine junge Firma will mit Elektro-Mountainbikes eine hochpreisige Nische erobern. Hilfe haben die Gründer von Topmanagern und Unternehmern bekommen - beim Gründerpreis Weconomy.

Dieses Fahrrad ist nichts für Rentner, die 8 Stunden unter Dauerbelastung um den Ammersee herumfahren. (Foto: Evation)

Dieses Fahrrad ist nichts für Rentner, die 8 Stunden unter Dauerbelastung um den Ammersee herumfahren. (Foto: Evation)

DüsseldorfEs kommt oft anders als geplant. Wer weiß das besser als ambitionierte Gründer? Jungunternehmer Marcus Schlüter etwa wollte mit seinen Mitgründern eigentlich in diesem Jahr ein Mountainbike mit Elektroantrieb auf den Markt bringen. Wollte. Denn weil das Tretlagergetriebe in den Tests der hohen Belastung nicht so lange standhält wie erhofft, drehen die Entwickler jetzt notgedrungen eine Ehrenrunde. Das Rad kommt erst Monate später.

Am Konzept aber rütteln sie nicht: Akku und Antrieb sind noch immer kaum sichtbar im Rahmen des Rads untergebracht, mit wenigen Handgriffen wird aus dem E-Bike ein ganz normales Rad für die Berge. Und auch beim Plan, mit dem 5.000 bis 5.500 Euro teuren Gefährt in einen Nischenmarkt zu gehen, bleiben die Gründer von Evation Bike.
Das waren zwei der Ratschläge, die erfahrene Unternehmenslenker und Manager Schlüter und seinem Mitgründer, dem Tüftler Johannes Biechele, im Herbst vergangenen Jahres gaben - an einem Wochenende, das es so in Deutschland kein zweites Mal gibt.

Evation-Gründer Johannes Biechele: „Dann erfind ich eben etwas Neues“

Evation-Gründer Johannes Biechele

„Dann erfind ich eben etwas Neues“

Der Weconomy-Sieger Evation könnte mit einem Elektroantrieb für Mountainbikes Rivalen wie Bosch ausstechen und die Branche revolutionieren. Das weiß der Erfinder und ist sicher, gewonnen zu haben. Auch wenn er scheitert.

Wirtschaftsgrößen wie Burkhard Schwenker, Aufsichtsratsvorsitzender der Unternehmensberatung Roland Berger, der frühere Bosch-Chef Franz Fehrenbach oder Ex-BASF-Vorstandsvorsitzender Jürgen Hambrecht nehmen sich einmal im Jahr Zeit, um den Gewinnern des Gründerpreises Weconomy Hilfe und Rat zu geben und mit ihren Kontakten die ein oder andere Tür zu öffnen.

Schlüter und Biechele gehörten bereits im vergangenen Jahr zu den zehn Auserwählten. Nun suchen das Unternehmensnetzwerk Wissensfabrik und das Handelsblatt wieder Gründer mit pfiffigen Geschäftsideen, die Bewerbungsphase für den diesjährigen Preis läuft jetzt. Neben den Neu-Erfindern des Rades überzeugten im vergangenen Jahr Teams, die Computer oder Fernseher mit Gesten steuern, auf Jalousien Botschaften zum Leuchten bringen, mit Minicomputern etwa in der Heizung Daten messen und kabellos übertragen können oder deren Software Onlineumfragen mit wenigen Mausklicks erstellt.

"Das ist ein toller Mix an Geschäftsideen", sagt Jurymitglied Peter Kirschbauer, Vorstandschef des IT-Spezialisten Inter-Component-Ware. Worauf es den Juroren bei ihrer Auswahl ankommt? "Wir haben Wert darauf gelegt, dass die Gründer Leidenschaft und Einsatz zeigen und in der Lage sind, ihre Ideen auch verständlich zu kommunizieren", sagt Kirschbauer. Wer sich für den Wettbewerb bewirbt, sollte außerdem eine konkrete Vorstellung von Businessplan, Zielgruppen und möglichen Umsätzen haben und das Alleinstellungsmerkmal seines Produkts kennen. Es könnten, müssten aber keine kompletten Neuerfindungen sein.

Das ist das E-Bike der Evation-Gründer ja auch nicht. Fahrräder mit Elektroantrieb gibt es schon, inzwischen auch erste Mountainbikes mit eingebautem Rückenwind. Daher war es enorm wichtig und zugleich schwierig, die Zielgruppe zu bestimmen.

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