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17.05.2012

21:49 Uhr

Expansionspläne

Knauf fordert chinesische Konzerne heraus

VonGeorg Weishaupt

Die Firma Knauf baut ihr Standbein in China derzeit massiv aus. Der Markt für Häuserbau boomt im Reich der Mitte. Mit Expertise und einem exzellenten Ruf will Knauf wachsen - doch die Konkurrenz ist mehr als stark.

Peking: In China entstehen zurzeit Tausende Büros, Einkaufszentren und Wohntürme. dpa

Peking: In China entstehen zurzeit Tausende Büros, Einkaufszentren und Wohntürme.

IphofenDer gewaltige Betonbau dominiert die sanfte Hügellandschaft südlich von Würzburg. Gleich neben dem fränkischen Weinstädtchen Iphofen ragen die Produktionshallen der Knauf-Gruppe hervor. Manfred Grundke, geschäftsführender Gesellschafter, steuert von hier aus einen der weltgrößten Hersteller von Gipsplatten – und schickt sich nun an, von diesem kleinen Ort aus China zu erobern. „Wir bauen dort gerade das vierte Werk für Gipskartonplatten und Trockengemische“, sagt Grundke.

Grundke ist mit seiner China-Expansion schon weit gekommen. Andere folgen. „Nach dem Einbruch durch die Finanzkrise 2009 zieht es zurzeit wieder mehr Unternehmen nach Asien und vor allem nach China“, hat Ulrich Link beobachtet. Er betreut bei der Commerzbank in Schanghai Mittelständler bei ihrer Expansion gen Osten.

Knauf produziert in den drei bestehenden chinesischen Werken bereits jedes Jahr 65 Millionen Quadratmeter Gipsplatten. Mit dem neuen Werk im Großraum Schanghai steigt die Produktionskapazität um mehr als 50 Prozent.

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Manfred Grundke kommt als erster externer Manager an die Spitze des Baustoffkonzerns Knauf. Doch die junge Generation des Familienunternehmens steht schon in den Startlöchern.

Grundke will vor allem vom Bauboom profitieren. In China entstehen zurzeit Tausende Büros, Einkaufszentren und Wohntürme, in denen Gipsputz und -platten verarbeitet werden: für Decken, Böden und Wände.

Größte Konkurrenten sind zwei chinesische Staatskonzerne. Sie haben deutlich größere Produktionskapazitäten als Knauf: Sie reichen für 1,1 Milliarden Quadratmeter Gipsplatten. Und sie produzieren ausschließlich in China und verkaufen ihre Produkte hauptsächlich auf ihrem Heimatmarkt.

Gegen diese Schwergewichte muss sich das deutsche Familienunternehmen durchsetzen. Grundke versucht es deshalb mit einer sehr langfristigen Strategie. „Wir investieren in eigene Werke, schulen Handwerker und Händler.“

Das ist teuer und langwierig. Schon 1997 startete Knauf in China. Ein Jahr später entstand das erste Werk als Joint Venture mit einem chinesischen Partner. Heute gehören alle Werke nach den neuen Möglichkeiten des „Wholly Foreign-Owned Enterprise“, also des Rechts, das Ausländer eigene Firmen besitzen, zu 100 Prozent dem Familienunternehmen.

Eine Strategie wie in China hat Knauf „immer verfolgt, wenn wir in neue Auslandsmärkte eingestiegen sind“, sagt Grundke. So wie in Russland. Für seine Expansion in China nutzt Grundke die Erfahrungen, die das verschwiegene Familienunternehmen seit fast 20 Jahren auf dem schwierigen russischen Markt gesammelt hat.

Bereits Anfang der 90er-Jahre wagten sich die beiden Haupteigentümer und damaligen Geschäftsführer, Baldwin und Nikolaus Knauf, in das Riesenland und begannen, eigene Gipswerke aufzubauen. Anfangs lief das Geschäft schlecht.

Deshalb veranstaltete Knauf Seminare. So schulte das Unternehmen in Russland fast 60.000 Verarbeiter und Architekten und investierte mehr als eine Milliarde Euro. „Heute ist unsere Marke Rotband in der Baustoffindustrie so bekannt wie Coca-Cola“, weiß Grundke.

Knauf betreibt 19 Werke in der Gemeinschaft unabhängiger Staaten einschließlich Russland und beschäftigt dort mehr als 6 700 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr steuerte die Region fast ein Fünftel zum Umsatz von 5,7 Milliarden Euro bei, der in diesem Jahr auf über sechs Milliarden Euro steigen dürfte.

Kommentare (1)

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Gipsplattenmonteur

17.05.2012, 22:23 Uhr

Eingipsen sollen sie ihn!

http://www.knaufinsulation.com/de/node/1947

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