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28.03.2012

14:53 Uhr

Expertentipp

Der Beirat hilft beim Übergang

VonRalph Beckmann, Thomas Kienle

Wenn der Machtwechsel an der Unternehmensspitze ansteht, kann ein Beirat sehr hilfreich sein. Er sucht geeignete Kandidaten, mit denen im Idealfall auch der Gründer zufrieden ist.

Guter Rat ist teuer, wenn das Unternehmen eine neue Führung braucht. dpa

Guter Rat ist teuer, wenn das Unternehmen eine neue Führung braucht.

Frankfurt am MainUnabhängig davon, ob die Unternehmernachfolge in der Geschäftsführung über Familienmitglieder oder über den Einsatz von Fremdmanagern geregelt wird – im Idealfall steht dem amtierenden und künftigen Management ein Beirat als Sparringspartner zur Seite, um das Lebenswerk des Unternehmers zu sichern.

Bei der Gestaltung des eigentumsrechtlichen Übergabeprozesses sollten Unternehmen sich professionell unterstützen lassen – etwa durch spezialisierte Bankabteilungen (siehe Kontakt). Doch gerade bei Familienunternehmen ist es mit der Klärung der rechtlichen Aspekte allein oft nicht getan, damit die Nachfolgeregelung für den Unternehmer selbst störungsfrei gelingt. Schließlich wird dessen Lebenswerk übergeben, das sehr persönliche Beziehungen zu Lieferanten, Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern umfasst.

Wenn dann kein geeigneter Nachfolger bereitsteht, weil Mitglieder der Familie zu jung, nicht geeignet oder nicht qualifiziert sind oder schlicht ein anderes Lebensmodell verfolgen, ist es sinnvoll, auf Fremdmanager zurückzugreifen. Für diese existieren aber häufig keine transparenten Anforderungskriterien, sodass eine Suche schnell unstrukturiert erfolgt.

Der von Eigentümerseite zumeist leidvoll pragmatisch anstatt professionell vollzogene Such- und Auswahlprozess führt selten zu optimalen Ergebnissen; der Auswahlentscheidung liegen vergangenheitsorientierte Erfahrungen und oft genug ein eher diffuses Bauchgefühl zugrunde. Ein professionell organisierter Beirat kann einen geeigneten Nachfolger auswählen. Dafür sollte er satzungsgemäß die Personalhoheit innehaben. Mit unverstelltem, objektivem Blick und der notwendigen fachlichen Sachkunde sowie durch Hinzuziehen eines Besetzungsspezialisten schätzt er die Bedürfnisse des Unternehmens hinsichtlich zukünftig benötigter Kompetenzen ab.

Das Netzwerk der eingebundenen Executive-Search- Spezialisten eröffnet darüber hinaus weitere Möglichkeiten bei der Suche eines Nachfolgers. Außerdem gilt es, die Family Governance festzulegen, das heißt die Ziele und Wertvorstellungen der Gesellschafterfamilie(n) sowie die entsprechenden Rahmenbedingungen.

Und um deren Beachtung sowie Unternehmeridentität zu gewährleisten und entsprechende Kontroll- und Beratungsmöglichkeiten sicherzustellen, können neben externen Kandidaten auch Familienmitglieder in den Beirat berufen werden. Für den Familienunternehmer erleichtert dies den Übergang und jüngere Familienmitglieder können geschickt an die unternehmerische Aufgabe herangeführt werden. Unserer Erfahrung nach sollte aber grundsätzlich auch bei letzteren die fachliche und persönliche Qualifikation zur Übernahme eines Beiratsmandats vorliegen, also die gleiche Messlatte wie an Externe angelegt werden. Qualität in der Suche und Vorauswahl ist erfolgsentscheidend.

Ihre Ansprechpartner sind:

Dr. Ralph Beckmann, Leiter Nachfolgeberatung, Commerzbank AG.

ralph.beckmann@commerzbank.com

Dr. Thomas Kienle, Labbé & Cie. GmbH, Aufsichtsrats- und Beiratsservices, Top Executive Search & Advisory

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