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11.01.2010

15:28 Uhr

Extrageld

Bonuszahlungen mit Augenmaß liegen im Trend

VonElisa Simantke

Auch in kleineren Betrieben ist es sinnvoll, die Mitarbeitervergütung variabel zu gestalten. Die Chefgehälter hängen vor allem von der Größe des Betriebs ab. Zuletzt sind die Grundsaläre für beide Gruppen moderat gestiegen.

Extrazahlungen an Mitarbeiter steigern auch im Mittelstand das Interesse der Arbeitnehmer am Geschäftserfolg. Quelle: dpa

Extrazahlungen an Mitarbeiter steigern auch im Mittelstand das Interesse der Arbeitnehmer am Geschäftserfolg.

KÖLN. Die Bonuszahlungen der Finanzkonzerne machen Werner Küsters richtig wütend. "Das ist doch die reine Gier", ärgert sich der Neusser. Zwar beteiligt Küsters die 150 Mitarbeiter seines Garten- und Landschaftsbaubetriebs auch am Firmenerfolg - "aber mit Augenmaß": Einem Bauleiter zum Beispiel, der besonders gründlich und schnell arbeitet sowie positive Rückmeldungen der Kunden bekommt, dem gibt Küsters auch gerne mal eine Extrazahlung. "Wettbewerb zwischen den Mitarbeitern ist gut", sagt der Chef von Gartenhof Küsters, der auch Präsident des Bundesverbands der Dienstleistungswirtschaft ist.

Interesse wecken am Erfolg

Leistungsstarke Mitarbeiter finanziell zu belohnen, ist oft von Vorteil: Die Extrazahlungen motivieren und steigern das Interesse auch der Arbeitnehmer am Geschäftserfolg. Die Mittelstands-Boni funktionieren daher im Prinzip wie bei Großunternehmen: Nach einem guten Jahr gibt es Extrageld.

"Erfolgsabhängige Bezahlung ist auch im Mittelstand üblich", sagt Christian Näser, Vergütungsexperte der Unternehmensberatung Kienbaum. "Aber die variablen Bestandteile des Gehalts sind viel kleiner als bei Großkonzernen." Während die leistungsbezogenen Boni bei Konzernen bis zu 60 Prozent des Gehalts ausmachen, liegt die variable Vergütung bei Mittelständlern im Schnitt bei höchstens 30 Prozent.

Im Mittelstand ist fast automatisch sichergestellt, dass die Entscheidungen nicht nur auf kurzfristigen Erfolg abzielen. Kienbaum-Experte Näser nennt dafür einen einfachen Grund: "Geschäftsführer, die gleichzeitig Inhaber der Unternehmen sind, haben Interesse an der Nachhaltigkeit ihrer Entscheidungen." Auch bei Firmen, die von Fremdgeschäftsführern gelenkt werden, achte der Besitzer meist streng darauf, dass das Management nicht auf schnelles Geld abziele.

Näser berät viele kleine und mittelgroße Unternehmen bei der Gehaltsgestaltung. Ein festes Größenverhältnis, wie viel mehr ein Geschäftsführer im Vergleich zu einem einfachen Arbeiter verdienen soll, nennt er freilich nicht. "Das wäre Unsinn, weil das Gehalt vor allem von der Unternehmensgröße und damit auch vom Verantwortungsgrad abhängt", sagt Näser. Je größer die Firma, desto mehr Hierarchiestufen, desto mehr Geld für das Management - so lautet Näsers Faustformel.

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