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09.01.2010

11:24 Uhr

Fachkräfte-Mangel

Wettstreit um die Besten

VonElisa Simantke

Deutschland droht in den kommenden Jahren ein massiver Mangel an Fachkräften, nicht nur aufgrund des demographischen Wandels. Das bedeutet, dass auch der Wettbewerb um die besten Mitarbeiter härter wird. Mit guten Angeboten wie flexiblen Arbeitszeiten oder Kindergartenplätzen können auch Mittelständler dabei mithalten.

Der Wettstreit um gut ausgebildete Fachkräfte wird immer härter. dpa

Der Wettstreit um gut ausgebildete Fachkräfte wird immer härter.

KÖLN. Samstagnacht um 23 Uhr verlassen die letzten Mitarbeiter der Potsdamer Aktiengesellschaft DKB Immobilien ihre Schreibtische. Schon am Montagmorgen um sechs schließen die ersten die Bürotüren wieder auf - normal ist das nicht für eine Wohnungsverwaltung.

Hier aber schon: Die Immobilienfirma hat sich entschlossen, ihren 350 Mitarbeitern höchst flexible Arbeitszeiten anzubieten. Man wolle damit vor allem junge Talente locken, denen gestalterische Freiheit wichtig sei, heißt es im Unternehmen. Denn der Wettbewerb um Fachkräfte in Deutschland ist hart, auch in Zeiten der Wirtschaftskrise.

Etwa 67 000 Stellen im sogenannten Mint-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) bleiben 2009 im Jahresdurchschnitt unbesetzt, haben Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft ermittelt. Bis 2020 könnten sogar 380 000 Fachkräfte fehlen. Den Mittelstand trifft diese Entwicklung besonders heftig, da viele kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) häufig nur regional bekannt sind und bei den Gehältern der Großunternehmen nur schwer mithalten können.

Doch Geld ist nicht alles: Einige KMUs punkten mit anderen Strategien. Sie können mit einem hohen Maß an Flexibilität und Familienfreundlichkeit punkten, für den eigenen Bedarf ausbilden oder Ältere einstellen. Bei der DKB Immobiliengruppe arbeiten zu 70 Prozent Frauen, viele sind Anfang 30.

Für viele junge Frauen und Männer ist es wichtig, die Arbeitszeiten frei wählen zu können - etwa, wenn sie Kinder versorgen müssen. Die Firma stellt zudem Kindergartenplätze bereit. Sie bietet einen Hausreinigungsservice, ermöglicht Heimarbeit und Praktikumsplätze für Mitarbeiterkinder. "In Bewerbungsgesprächen hören wir oft, dass sich die Interessenten genau wegen dieser Leistungen bei uns bewerben", sagt der DKB-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Schnurr.

Kommentare (4)

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Thomas Schmidt

09.01.2010, 21:43 Uhr

bei der Umsetzung unseres Stipendienprogramms "Die besten der FH Flensburg" haben wir ähnliche Erfahrungen gesammelt: Nach einer kurzen, krisenbedingten Delle suchen viele Unternehmen wieder Kontakt zu extrem guten Absolventen. Dabei sind nicht mehr nur die Noten ausschlaggebend. Die bachelor-Studiengänge führen zu eher theortisch ausgebildeten Akademikern, denen selbständiges Denken und Handeln in der Praxis teilweise fehlen. in unserem Stipendienprogramm haben wir den Aspekt berücksichtigt und ein eigenes Auswahlgespräch eingeführt. Hier wird Engagement und tatsächliches Handeln bewertet.
Unternehmen werden sich ab 2012 auf einen extrem verschärften Wettbewerb um junge Führungskräfte einstellen müssen. in weniger urbanen und attraktiven Gebieten haben Unternehmnen sicherlich schon heute beginnende Schwierigkeiten im Wettbewerb um die besten Führungskräfte.

informationen zu dem Stipendienprogramm gibt es übrigens auf den Seiten des Förderkreises der FH Flensburg www.fh-kreis.fh-flensburg.de und auf der Seite der Fachhochschule www.fh-flensburg.de

Einstein

10.01.2010, 00:44 Uhr

Selten größeren Schwachsinn gelesen als Deinen Kommentar.
Gut daß die besten das Land verlassen.
bachelor als Theoretiker zu bezeichnen,
komm lass dich doch einweisen in eine Anstalt.

Vitamin A
ist entscheidend, und NiCHT ob jemand GUT ist.
Haste verstanden du Oberniete ?

Einstein

10.01.2010, 00:45 Uhr

Vitamin b sollte es heißen.

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