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08.10.2014

16:10 Uhr

Fahrradhersteller Mifa

Gläubiger vertrauen Mifa-Vorstand nicht mehr

Vom Star zum Sanierungsfall: Der Fahrradhersteller Mifa kommt nicht zur Ruhe. Nun haben die Gläubiger dem Vorstand das Zepter entzogen. Stattdessen soll ein Insolvenzverwalter jetzt retten, was zu retten ist.

Produktion bei Mifa in Sangerhausen (Sachsen-Anhalt): Das Unternehmen kämpft ums Überleben. dpa

Produktion bei Mifa in Sangerhausen (Sachsen-Anhalt): Das Unternehmen kämpft ums Überleben.

SangerhausenDie Gläubiger des Fahrradherstellers Mifa haben dem Vorstand des insolventen Unternehmens aus Sangershausen in Sachsen-Anhalt das Vertrauen für die Sanierung entzogen. Der vorläufige Gläubigerausschuss, der aus den wichtigsten Kreditgebern, Arbeitnehmervertretern und anderen Anspruchberechtigten besteht, habe sich einstimmig gegen eine Insolvenz in Eigenverwaltung und für die Einsetzung eines externen Insolvenzverwalters ausgesprochen, teilte die Mifa am Mittwoch mit. Das Amtsgericht Halle habe daher beschlossen, den bisher als Sachwalter agierenden Lucas Flöther zum vorläufigen Insolvenzverwalter zu bestellen. Einen Grund für die Ablehnung durch die Gläubiger nannte die Mifa nicht. Auch Carsten Maschmeyer hatte in das Unternehmen investiert.

Die neue Konstellation beschneidet den Vorstand um den neuen Vorstandschef Thomas Mayer empfindlich in seinen Rechten. Bei einer Eigenverwaltung hätte er auch in der Insolvenz das Sagen gehabt und wäre vom Sachwalter nur beaufsichtigt worden, in einem normalen Insolvenzverfahren trifft der Verwalter fast alle Entscheidungen selbst. Die Gläubiger haben seit der Reform des Insolvenzrechts vor zwei Jahren weitgehende Rechte im Insolvenzverfahren.

Mayer zeigte sich dennoch zuversichtlich: „Wir erhalten derzeit äußerst positive Signale seitens wichtiger Großkunden mit Blick auf Aufträge für die Fahrradsaison 2015“, sagte er. „In diesen Tagen konnten wir bereits einen weiteren wichtigen Großauftrag gewinnen.“

Der vorläufige Insolvenzverwalter Flöther will das Unternehmen mit Hilfe eines Investors sanieren. Er sei zuversichtlich, einen geeigneten Partner zu finden und Mifa zu erhalten, teilte er am Mittwoch mit. Kürzlich zerbrach erst die eingefädelte Zusammenarbeit mit dem indischen Fahrradhersteller Hero Cycles. Der Weltmarktführer wollte Mehrheitseigentümer werden und mit seinem Geld Mifa aus der Krise führen. Nun will ein Gutachten aber belegen, dass es den Indern bei ihrem Einstieg nur um Industrie-Spionage ging.


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