Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.11.2013

10:15 Uhr

Familienunternehmen

Mittelstand läuft Sturm gegen NRW- Landesregierung

Das Land NRW will auf Bundesebene ein einheitliches Unternehmensstrafrecht erreichen. Etliche Familienunternehmer und Mittelständler befürchten, dass sie dadurch existenziellen Bedrohungen ausgeliefert werden.

Ein einheitliches Unternehmensstrafrecht auf Bundesebene – viele Mittelständler fragen sich, ob das gerecht sein kann. dpa

Ein einheitliches Unternehmensstrafrecht auf Bundesebene – viele Mittelständler fragen sich, ob das gerecht sein kann.

BerlinDie Familienunternehmen machen Front gegen Pläne der nordrhein-westfälischen Landesregierung für ein bundesweites Unternehmensstrafrecht. „Wenn sich Nordrhein-Westfalen mit dieser Initiative durchsetzt, dann müssen künftig auch Arbeitnehmer und Aktionäre für rechtliche Fehler in ihrem Unternehmen bluten“, warnte der Chef der Stiftung Familienunternehmen, Brun-Hagen Hennerkes.

Damit würde künftig nicht nur der bestraft, der gegen Gesetze verstößt, sondern auch das Unternehmen. Diesem drohe sogar die Schließung. Die rot-grüne NRW-Landesregierung will an diesem Donnerstag auf der Konferenz der Landes-Justizminister in Berlin einen Gesetzesantrag zur Einführung eines bundesweiten Unternehmensstrafrechts vorlegen.

Um Wirtschaftskriminalität effektiver zu bekämpfen, macht sich Nordrhein-Westfalen für ein bundesweites Unternehmensstrafrecht stark. Auf Steuerhinterziehung, Korruption, Produktpiraterie oder Bespitzelung müsse der Staat angemessen reagieren können. Der Entwurf sieht Sanktionen wie Geldstrafen, den Ausschluss von öffentlichen Aufträgen oder von Subventionen vor sowie – als schärfste Waffe - die Auflösung des Unternehmens. Bisher können nur natürliche Personen nach dem Strafrecht belangt werden, aber nicht Unternehmen.

„Für einzelne Verfehlungen von Banken und Konzernen im anonymen Streubesitz sollen jetzt Familienunternehmen und Vereine durch eine unangemessene Verschärfung des Rechts büßen“, kritisierte Hennerkes. Familienunternehmen würden zudem doppelt bestraft, weil hier Manager zugleich Inhaber des Unternehmens seien. Die Pläne seien auch verfassungswidrig. „Mich stört, dass dieser Gesetzentwurf in Unternehmen zuvorderst kriminelle Strukturen sieht. Das geht an der Realität vorbei“, sagte Hennerkes. Unternehmen könnten schon heute zur Rechenschaft gezogen werden – etwa bei Korruption.

„Ich habe nichts gegen eine härtere Bestrafung von Tätern, aber dieses Gesetz würde die Falschen treffen“, sagte der Stiftungs-Vorstand. Betroffen wären auch eingetragene Vereine: „Große Konzerne können sich eigene Abteilungen leisten, die über die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien wachen.“ Aber es könne nicht gewollt sein, dass bald jeder Sportverein ähnliche Abteilungen habe.

Von

dpa

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

14.11.2013, 11:10 Uhr

Ha! Ich lach mich weg, wer nichts zu verbergen hat, hat doch auch nichts zu befürchten, oder habe ich das alles nur falsch verstanden?

tsabo

14.11.2013, 11:29 Uhr

Genau deshalb ist es doch egal ob uns die NSA ausspioniert.. - wegen solchen " dummen " Kommentaren..

norbert

14.11.2013, 12:46 Uhr

"Auf Steuerhinterziehung, Korruption, Produktpiraterie oder Bespitzelung müsse der Staat angemessen reagieren können"

Was für eine Selbstgefälligkeit !

Wie kann ich ( der Souverän ) denn auf Steuerverschwendung, unfähiges (Polit-)Personal und Bespitzelung reagieren ?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×