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02.06.2014

10:03 Uhr

Familienunternehmen

Ritter Sport – „Das wäre unser Ende gewesen“

VonDana Heide, Christoph Kapalschinski

ExklusivIn den vergangen Monaten ging es bei der schwäbischen Familienfirma Ritter Sport turbulent zu. Wie ein negativer Test der Stiftung Warentest dem Unternehmen zusetzte und warum die Schokopreise steigen könnten.

Alfred Ritter in der Firmenzentrale in Waldenbuch bei Stuttgart: Dem Chef des Familienunternehmens machen die steigenden Rohstoffkosten Sorgen.

Alfred Ritter in der Firmenzentrale in Waldenbuch bei Stuttgart: Dem Chef des Familienunternehmens machen die steigenden Rohstoffkosten Sorgen.

WaldenbuchRitter Sport verzichtet auf jegliche Schnörkel. Die Schokoladenmarke mit Sitz im schwäbischen Waldenbuch nahe Stuttgart wirbt weder mit lila Kühen noch selig drein schauenden Schokoköchen in blütenweißen Kitteln, sondern nur mit ihrem Produkt: quadratische Schokolade. Und so verwundert es wenig, dass auch der Firmensitz bis auf ein paar bunte Sessel wenig Emotionales zu bieten hat - außer den zahlreichen quadratischen Gemälden, die überall in den Gebäuden verteilt hängen.

Alfred Ritter führt das Familienunternehmen Ritter Sport seit 2005 in dritter Generation. Am Standort in Waldenbuch in der Nähe von Stuttgart produziert die Firma 60.000 Tonnen Schokolade jährlich und machte damit 2013 380 Millionen Umsatz. Dass es mit dem Erfolg auch für einen bodenständigen Mittelständler aber ganz schnell vorbei sein kann, erlebte Ritter in den vergangenen Monaten.

Die Stiftung Warentest hatte die „Vollnuss“-Schokolade des Unternehmens im November 2013 mit „mangelhaft“ bewertet, weil sie den Aromastoff Piperonal enthielt. Die Tester behaupteten, dass der Stoff nur künstlich hergestellt werden könne und warf dem Unternehmen Falschdeklaration vor, da es damit wirbt, nur natürliche Aromen zu verwenden.

Worauf ich stolz bin: Die Wiederbelebung der Marke Ritter Sport

Worauf ich stolz bin

Die Wiederbelebung der Marke Ritter Sport

Seit neun Jahren ist Alfred Ritter in dritter Generation Chef des Familienunternehmens Ritter Sport. Als Geschäftsführer konzentriert er sich auf das Wesentliche – und schaffte erst einmal ein paar Sorten ab.

Ritter Sport zog dagegen vor Gericht. Im Januar verbot das Landgericht München der Stiftung, diese Behauptung weiter zu verbreiten. „Hätte sich die Stiftung Warentest durchgesetzt, wäre das unser Ende gewesen“, sagt Alfred Ritter im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Der Handel hätte uns aus den Regalen genommen.“

Bereits kurze Zeit nach der Veröffentlichung der Testergebnisse sei die erste Drohung eines Händlers gekommen, die Ware aus den Regalen zu entfernen. „Unsere Rettung war, dass am Tag der Veröffentlichung der Testergebnisse ein Süßwaren-Kongress in Berlin war und wir so den Händlern innerhalb eines halben Tages klar machen konnten, dass die Behauptung falsch ist“, erzählt Ritter.

Kommentare (22)

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02.06.2014, 10:29 Uhr

Ich glaube, dass dieser "Skandal" eine Super-Werbeaktion für Ritter war, die mit diesem Interview fortgesetzt wird. Das gleiche gilt für Rückrufaktionen von Autofirmen.
Für den Konsumenten zählt nur, wie oft der einen Namen gehört oder gelesen hat, der Inhalt ist weitgehend egal.
Beweis: vor lägerer Zeit gab es einen grossen Skandal, weil Shell die Bohrinsel "Brent Spar" im Atlantik versenken wollte. Im Jahr drauf war der Umsatz von Shell um 5% gestiegen.

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02.06.2014, 10:29 Uhr

Ich glaube, dass dieser "Skandal" eine Super-Werbeaktion für Ritter war, die mit diesem Interview fortgesetzt wird. Das gleiche gilt für Rückrufaktionen von Autofirmen.
Für den Konsumenten zählt nur, wie oft der einen Namen gehört oder gelesen hat, der Inhalt ist weitgehend egal.
Beweis: vor lägerer Zeit gab es einen grossen Skandal, weil Shell die Bohrinsel "Brent Spar" im Atlantik versenken wollte. Im Jahr drauf war der Umsatz von Shell um 5% gestiegen.

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02.06.2014, 10:52 Uhr

Einen vorübergehenden Imageschaden sowie eine vorübergehende Abflachung des Wachstums, wie von Herrn Ritter dargelegt, bezeichnen Sie also als eine "Super-Werbeaktion"?? Da müsste man den Marketingverantwortlichen bei Ritter eigentlich vor die Tür setzen. Und Ihr Beweis mit der Bohrinsel Brent Spar taugt nichts. Die Rohölpreise waren 1996 höher als 1995. Damit steigt logischerweise auch der Umsatz nicht nur von Shell, sondern von allen Ölkonzernen.
Die Bewertung der Schokolade durch die Stiftung Warentest war das Ergebnis einer mehr als schlampigen Recherche ebendieses Vereins, wobei sich dessen Vorstand, Herr Primus, auch nicht eben mit Ruhm bekleckert hat.

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