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10.11.2014

16:18 Uhr

Familienzwist in der Fleischbranche

Tönnies gegen Tönnies

So erbittert wird nur in Familien gestritten: Vertreter des Fleischerimperiums Tönnies treffen sich vor Gericht. Sie streiten über die letzten Worte des Firmengründers – und darüber, wer künftig die Macht hat.

Clemens (l.) und Robert Tönnies vor Gericht: Wer hat künftig das Sagen? Reuters

Clemens (l.) und Robert Tönnies vor Gericht: Wer hat künftig das Sagen?

DüsseldorfBei einer Fehde unter Metzgern drängen sich manche Wortspiele geradezu auf: Da werden die Messer gewetzt, da wird gekämpft bis aufs Blut. Wenn sich die Fleischerfamilie Tönnies ab heute in einem Saal des Bielefelder Landgerichts streitet, dürfte es voraussichtlich zivilisierter zugehen, gefochten wird höchstens mit scharfen Worten. Doch ohne Frage tritt ein epischer Konflikt zu Tage. Die Kontrahenten reden nur noch über Anwälte miteinander – die Auseinandersetzung ist so erbittert, wie es nur in Familien vorkommt. Eine außergerichtliche Einigung scheiterte vor Gericht.

Die Richter müssen entscheiden, ob eine Übertragung von Unternehmensanteilen vor einigen Jahren gültig ist. Im Kern geht es aber nicht um Feinheiten des Schenkungsrechts, sondern vielmehr um die Machtfrage: Wer hat das Sagen im Unternehmen? Clemens Tönnies, der langjährige Chef und Bruder des Unternehmensgründers, der als Funktionär beim Fußballverein Schalke 04 einem breiten Publikum bekannt ist? Oder Robert Tönnies, Sohn des Gründers, der sich von seinem Onkel übervorteilt fühlt? Es steht viel Geld auf dem Spiel: Deutschlands größter Fleischkonzern verbuchte 2013 einen Umsatz von 5,6 Milliarden Euro.

Die größten Discounter der Welt 2014

Nummer eins

Aldi ist die Nummer eins im Ranking von Planet Retail (Juni 2014) im weltweiten Discounter-Markt. 2013 machte das deutsche Unternehmen einen Brutto-Außenumsatz von 61,1 Milliarden Euro.

Nummer zwei

Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter den zweiten Platz. 2013 betrug der Brutto-Außenumsatz der Supermarktkette 59 Milliarden Euro.

Nummer drei

Mit großem Abstand folgt der drittgrößter Discounter der Welt: Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erwirtschaftete 2013 14,2 Milliarden Euro Umsatz.

Nummer vier

Erst an vierter Stelle ist ein nicht-deutsches Unternehmen zu finden. Die US-Kette Dollar General verkaufte 2013 Waren im Wert von 13,9 Milliarden Euro.

Nummer fünf

Auf dem fünften Platz findet sich wieder ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2013 betrug der Umsatz des Discounters laut Ranking von Planet Retail 12,1 Milliarden Euro.

Nummer sechs

Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2013 11,4 Milliarden Euro um.

Nummer sieben

Auch der siebtgrößte Discounter der Welt heißt Biedronka, ist in Polen aktiv, gehört aber der portugiesischen Gruppe JMR Jerónimo Martins Retails. 2013 setzte die Kette 8,3 Milliarden Euro um. Zum Vergleich: Aldi erwirtschaftete im gleichen Zeitraum mehr als den siebenfachen Betrag.

Nummer acht

Auf einen ähnlichen Umsatz wie Biedronka kam 2013 der US-Discounter Family Dollar. Die Kette verkaufte Waren im Wert von 8,2 Milliarden Dollar und belegt damit weltweit den achten Platz unter den größten Discountern.

Nummer neun

Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2013 setzte das Unternehmen 6,8 Milliarden Euro um.

Nummer zehn

Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erwirtschaftete 2013 6,2 Milliarden Euro.

Um den Konflikt zu verstehen, muss man mehrere Jahrzehnte zurückblicken. Bernd Tönnies, Bruder des heutigen Chefs Clemens und Vater von Robert, baute das Unternehmen auf. 1971 gründete der Metzgersohn im ostwestfälischen Rheda eine Fleischfirma, die auf Effizienz getrimmt war: Er ließ die Schweine direkt im Schlachthof zerlegen und verwertete so viele Einzelteile wie möglich selbst. Damit nahm er die Entwicklung der gesamten Branche vorweg. Heute wird selbst der Darmschleim der Tiere genutzt: Daraus lässt sich der Blutgerinnungshemmer Heparin gewinnen.

In den 1980er-Jahren stieg Clemens Tönnies ein und leitete den Vertrieb. Gemeinsam bauten die Brüder ein florierendes Unternehmen auf. Zimperlich waren sie nicht. Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ bezeichnete den Gründer als „rauhbeinigen Aufsteiger, der billige Leiharbeiter beschäftigte und Schweinen vor dem Wiegen gelegentlich die Ohren abschneiden ließ, um ostdeutschen Züchtern weniger bezahlen zu müssen.“

Kommentare (3)

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G. Nampf

10.11.2014, 15:50 Uhr

Zerfleischung einmal anders... :-DD

Frau Ute Umlauf

10.11.2014, 20:07 Uhr

Tönnies zahlt Hungerlöhne!

Herr Martin Wienand

10.11.2014, 20:54 Uhr

Sollen sie sich doch gegenseitig schlachten!

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