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25.01.2010

16:00 Uhr

Finanzdienstleister

Wie offene Rechnungen zu frischem Geld werden

VonChris Löwer

Wenn Banken mit Krediten knausern, bieten Factoring und Leasing eine sinnvolle Alternative, um liquide Mittel für Investitionen zu bekommen. Doch die Instrumente sind nicht für jede Firma geeignet. Was Unternehmer beachten sollten.

Factoring verbessert die Bonität von Unternehmen. Quelle: ap

Factoring verbessert die Bonität von Unternehmen.

BERLIN. Stephan Waerdt hat auf das richtige Pferd gesetzt. Er ist Geschäftsführer von Pro2 Anlagentechnik aus Willich. Sein Unternehmen entwickelt Systeme, mit denen Faulgase aus Kläranlagen und Deponien in Strom und Wärme verwandelt werden. Das Geschäft für regenerative Energien brummt. Auch in Willich ist es Zeit, zu expandieren. Doch Banken zeigten sich wenig begeistert. "Wir rannten nicht gerade offene Türen ein", sagt Waerdt.

Damit sein Unternehmen wachsen konnte, musste er kreativ werden. Erst mit Hilfe von Vantargis Leasing aus München kam er an frisches Geld. Pro2 verkaufte seinen Maschinenpark an den Finanzdienstleister und bekam dafür 1,1 Mio. Euro ausgezahlt. Im Anschluss leaste Pro2 die Anlagen wieder zurück. "Wir sind dank dieser Lösung gut gerüstet für die Zukunft und können in unser weiteres Wachstum investieren", sagt Waerdt.

Breiter Finanzierungsmix lohnt sich

So wie Pro2 nutzen immer mehr Mittelständler schlummernde Liquiditätsreserven, wenn sie von Banken kein Geld erhalten. "Der Trend geht weg von der einseitigen Finanzierung über einen Kredit hin zu einem breiten Mix aus alternativen Finanzierungsformen wie Fördermitteln, Leasing und Factoring", sagt Claus Dürr, Vertriebsvorstand von Vantargis.

Beim Factoring werden Forderungen an ein drittes Unternehmen verkauft. Das macht Außenstände zu barem Geld, womit sich das laufende Geschäft finanzieren lässt. In der Regel erhalten Unternehmer von der Factoringgesellschaft, die sich um die offenen Rechnungen kümmert, sofort 80 Prozent als liquide Mittel. Den Rest behält sie zunächst als Sicherheit ein, falls ein Schuldner die Rechnung kürzt. Sobald der gezahlt hat, fließt die restliche Summe - abzüglich einer Factoringgebühr.

"Unternehmer werden so unabhängiger vom Zahlungsverhalten ihrer Kunden", sagt Dürr. Mittelständler könnten sich auf diese Weise Liquidität sichern, ohne zusätzliche Sicherheiten vorweisen zu müssen. Der Mittelstand nutze daher Factoring verstärkt als Finanzierungsalternative, meldet auch der Deutsche Factoring Verband (DFV).

Kommentare (1)

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Factoring

22.03.2010, 12:58 Uhr

Factoring schafft Liquidität und Liquidität ist ein echter Wettbewerbsvorteil. Schade das einige Unternehmer nach wie vor sehr beratungsresistent sind.
Viele informieren sich erst dann über mögliche Optionen zur Liquiditäts-Schöpfung wenn es zu spät ist. FGM

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