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30.01.2010

13:54 Uhr

Finanzkrise

Japans Schlüsselbranche wieder hoffnungsvoll

Japans Elektronikindustrie hofft, dass es nach der Wirtschaftskrise endlich wieder bergauf geht. Positive Anzeichen dafür gibt es bereits: Die geschäftliche Lage hat sich seit Herbst vergangenen Jahres verbessert. Und neue Impulse gibt es auch schon wieder.

Eine Folge der zunehmenden Konkurrenz: Die Verlagerung von japanischer Elektronikproduktion ins Ausland, wie etwa Waren wie DVD-Rekorder. dpa

Eine Folge der zunehmenden Konkurrenz: Die Verlagerung von japanischer Elektronikproduktion ins Ausland, wie etwa Waren wie DVD-Rekorder.

GTAI. TOKIO - Japans Elektronikindustrie hofft, dass im neuen Jahr die Folgen der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise allmählich überwunden werden. Die inländische Produktion soll erstmals seit vier Jahren wieder wachsen. Auch die überseeische Fertigung wird nach dem tiefen Einbruch steigen. Nach Produktgruppen sind die meisten Impulse von Komponenten und Halbleitern zu erwarten. Grund sind unter anderem höhere Anforderungen an die Technologie und die Qualität von elektronischen Konsumgütern.

Japans Elektronikindustrie, eine der Schlüsselbranchen der Wirtschaft, sieht wieder mit etwas mehr Zuversicht in die Zukunft. War das Jahr 2009 insgesamt noch von der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise geprägt, hat sich die geschäftliche Lage seit Sommer/Herbst 2009 wieder etwas gebessert. Selbst in der Halbleiterindustrie zeichnet sich ein Trend nach oben ab. Vor diesem Hintergrund prognostiziert die Japan Electronics and Information Technology Industries Association (JEITA), dass japanische Elektronikunternehmen 2010 weltweit Güter im Gesamtwert von 40,4 Bill. Yen (310,1 Mrd. Euro; 1 Euro = 130,3 Yen - Jahresdurchschnitt 2009) produzieren werden.

Dies würde gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs von 4,5% entsprechen. In den meisten Bereichen wächst die Produktion allerdings voraussichtlich nur verhalten, und der Zustand vor Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise im Herbst 2008 wird auch 2010 noch nicht wieder hergestellt. Mit einer etwas deutlicheren Belebung rechnet die JEITA lediglich für elektronische Teile und Komponenten. Grund hierfür sei die insgesamt wachsende Nachfrage nach Erzeugnissen mit hoher Präzision, Leistungsfähigkeit und Energieeffizienz, die technisch anspruchsvolle Bildschirme und Halbleiter erforderten. Von diesem Trend profitiert besonders die inländische Elektronikproduktion. Denn während die japanischen Branchenunternehmen 2009 zum Beispiel nur noch 13% ihrer informationstechnischen Endgeräte im eigenen Land herstellten, erreichte die Quote in technologisch höherwertigen Segmenten wie Halbleitern 76% und Displays 75%.

Gesamtwert der Produktion

Den Gesamtwert der heimischen Elektronikproduktion beziffert die JEITA für 2010 auf knapp 14,9 Bill. Yen. Gegenüber dem geschätzten Ergebnis von 2009 (14,01 Bill. Yen) würde dies einem Anstieg von 6% entsprechen. Damit würde die Produktion zum ersten Mal seit vier Jahren wieder wachsen. Neben Displays und Halbleitern erhalten die lokalen Hersteller ihre Impulse von audiovisuellen Ausrüstungen. Im Zuge der für 2011 vorgesehenen Digitalisierung des terrestrischen Fernsehens wächst die Nachfrage nach neuen Fernsehgeräten. Auch die ersten Apparate, die dreidimensionales Fernsehen erlauben, dürften vor allem im Inland gefertigt werden. Mit 3D-Geräten unter anderem von Sony und Panasonic ist etwa im Sommer 2010 zu rechnen. Insgesamt aber setzt sich als Folge der zunehmenden internationalen Preiskonkurrenz die Verlagerung der japanischen Elektronikproduktion ins Ausland insbesondere in die VR China fort.

Dies gilt zum Beispiel für Waren wie DVD-und Blue-Ray-Disk-Rekorder. Japans überseeische Produktion wird der JEITA zufolge 2010 um knapp 4,7% auf etwas mehr als 20,1 Bill. Yen wachsen. Auch hier werden die wichtigsten Impulse voraussichtlich vom Komponentensektor ausgehen. So soll die ausländische Fertigung von Displays um 21,6% und die von Halbleitern um 11,1% steigen. Die Schwerpunkte der japanischen Elektronikproduktion in Übersee sind audiovisuelle Ausrüstungen (Prognose 2010: 604,1 Mrd. Yen) und hier vor allem Flachbildschirm-Fernsehgeräte, ferner Computer und informationstechnische Endgeräte (573,8 Mrd. Yen) sowie Teile und Komponenten (595,8 Mrd. Yen).

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