Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.03.2014

12:07 Uhr

Firmenpleiten

Insolvenzen auf niedrigstem Stand seit 18 Jahren

Die Zahl der Firmenpleiten ist zum vierten Mal in Folge zurückgegangen – trotz prominenter Fälle wie Praktiker. So wenig Insolvenzen gab es zuletzt im Jahr 1996. Auch die Verbraucherinsolvenzen sinken erneut.

Eine prominenten Ausnahme vom Trend: Praktiker hat 2013 Insolvenz angemeldet – insgesamt sanken die Firmenpleiten. dpa

Eine prominenten Ausnahme vom Trend: Praktiker hat 2013 Insolvenz angemeldet – insgesamt sanken die Firmenpleiten.

BerlinTrotz schwacher Konjunktur gab es im vergangenen Jahr so wenige Firmenpleiten in Deutschland wie seit 1996 nicht mehr. Die deutschen Amtsgerichte meldeten 25.995 Insolvenzen und damit 8,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Das war bereits der vierte Rückgang in Folge. Zu den bekanntesten Fällen gehörten die Pleiten der Baumärkte Praktiker und Max Bahr sowie des Solarkonzerns Conergy.

Auch weniger Verbraucher mussten sich für zahlungsunfähig erklären. Ihre Zahl ging das dritte Jahr in Folge zurück, und zwar um 6,6 Prozent auf 91.200. Weniger Verbraucherinsolvenzen wurden zuletzt 2005 gezählt. Die Gerichte bezifferten die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger auf rund 37,8 Milliarden Euro. 2012 waren es noch 51,7 Milliarden Euro.

Obwohl die Wirtschaft in diesem Jahr vor einem Aufschwung steht, halten Experten das Insolvenzrisiko in bestimmten Branchen für hoch. So steht der ohnehin margenschwache Einzelhandel wegen des boomenden Online-Geschäfts unter Druck. "Das Problem sind häufig nicht nur akut rückläufige Umsätze", sagte der Vorsitzende des Verbandes der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID), Christoph Niering. "Hinzu kommt, dass immer weniger Investoren bereit sind, sich im Einzelhandel finanziell zu engagieren." Auch die mittelständische Lebensmittelindustrie stehe unter Druck. "Hier gibt es einen äußerst scharfen Wettbewerb, der von der guten Konjunktur und dem Preiskampf des Discounteinzelhandels befeuert wird", sagte Niering.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×