Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.06.2015

14:56 Uhr

Fleischkonzern

Einigung im Tönnies-Streit rückt näher

VonAnja Müller , Burkhard Ewert

Die Zeichen stehen beim Tönnies-Clan weiterhin auf Frieden. Die Kontrahenten Clemens und Robert Tönnies, beide Gesellschafter des Fleischkonzerns, scheinen bereit zu einer Einigung. Ein Vertragsentwurf liegt bereits vor.

Der Unternehmer, hier im März im Gerichtssaal, steht vor einer Einigung im Familienstreit mit seinem Neffen Robert. dpa

Clemens Tönnies

Der Unternehmer, hier im März im Gerichtssaal, steht vor einer Einigung im Familienstreit mit seinem Neffen Robert.

Onkel und Neffe gehen beim Streit im Familienclan Tönnies auf einander zu. Nach Informationen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ liegt seit dem heutigen Donnerstag ein Vertragsentwurf vor. Das Papier soll den Zwist der Gesellschafter Clemens und Robert Tönnies um die Eigentumsverhältnisse und Führung des größten deutschen Fleischkonzerns befrieden.

Eine schnelle Unterschrift sei denkbar, heißt es im Umfeld des Unternehmens aus Rheda-Wiedenbrück. Alle problematischen Themen seien in den vergangenen Wochen angesprochen und gelöst worden. Gleichwohl sei es möglich, dass die Verhandlungen auf der Zielgerade beispielsweise durch Nachforderungen einen Rückschlag erleiden oder auch vollständig platzen.

Tönnies: Der neue Westfälische Friede

Tönnies

Premium Der neue Westfälische Friede

Nach jahrelangem, erbittertem Streit über die Führung ihres Fleischimperiums verhandeln Clemens und Robert Tönnies nun über einen Kompromiss. Der könnte in einer neuen Familienholding liegen.

Mitte Mai hatte sich Clemens Tönnies bereits gegenüber dem Handelsblatt und der NOZ „hoffnungsfroh“ gezeigt, dass die Einigung gelingt. Der Vertrag sieht vor, dass Onkel und Neffe gleichberechtigte Gesellschafter und Geschäftsführer einer Familienholding werden. Bei Differenzen würde ein externes Aufsichtsgremium entscheiden. Aus dem operativen Geschäft zöge sich Clemens Tönnies damit in beträchtlichem Maß zurück. Zugleich behielte er aber die Hälfte der Anteile, von der ihm Robert gegenwärtig vor dem Bielefelder Landgericht eine früher erfolgte Schenkung von fünf Prozent streitig macht. Weitere Gerichtsverfahren kommen hinzu, die im Fall einer Einigung beendet würden.

Mit Details und Bewertungen der Verhandlungen halten sich beide Seiten gegenwärtig in der Öffentlichkeit zurück. „Wir können und wollen Inhalte der aktuellen Gespräche weder bestätigen noch kommentieren“, sagte ein Sprecher von Robert Tönnies der NOZ.

Die Tönnies-Gruppe erwirtschaftete im vergangenen Jahr rund 5,6 Milliarden Euro Umsatz. Der Wurst-Hersteller Zur Mühlen („Böklunder“), bisher von Clemens Tönnies privat gehalten, kommt auf eine weitere knappe Milliarde Euro. Er würde in die neue Holding eingebracht werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×