Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2011

13:25 Uhr

Forschungsprojekte

Geld vom Staat stärkt die Innovationskraft

VonAndreas Schulte

Im kommenden Jahr wird Berlin das Budget für mittelständische Forschung deutlich anheben. Bei der Arbeit an Innovationen liegen Kooperationen mit Hochschulen im Trend. Seit 2008 hat sich die Zusammenarbeit in diesem Bereich fast verdreifacht.

Innovationszentrum einer Universität: An fast zwei Dritteln aller bewilligten Vorhaben sind Hochschulen beteiligt. dpa

Innovationszentrum einer Universität: An fast zwei Dritteln aller bewilligten Vorhaben sind Hochschulen beteiligt.

KÖLN. Sie sind ein Blickfang in jeder Drogerie: Glitzernde Kosmetikverpackungen sollen Kunden zum Kauf verführen. Für die Hersteller ist es bald einfacher, verlockende Lichteffekte auf die Schachteln zu zaubern. Bisher macht ihnen oft eine Nebenwirkung einen Strich durch die Rechnung: Es gibt Stoffe, die erst beim Druck und in bestimmten Farbkombinationen einen unangenehmen Geruch erzeugen - vor allem, wenn sie Glanzeffekte herbeizaubern sollen.

Abhilfe schafft ein neues Messverfahren der Forschungsgesellschaft Druck (Fogra), ein Verbund von Firmen der Druckindustrie. Es identifiziert bedenkliche Inhaltsstoffe - und gibt den Farbenherstellern die Möglichkeit, sie zu ersetzen.

200 000 Euro hat die Fogra in das Projekt gesteckt. Das Geld kommt größtenteils aus dem Programm zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWI). "Ohne solche Zuwendungen könnten unsere mittelständischen Mitglieder derartige Forschung nicht betreiben", sagt Rainer Pietzsch, stellvertretender Geschäftsführer der Fogra.

Viele Unternehmen sind bei der Forschung auf staatliche Hilfe angewiesen: Zwar ist die Krise in den meisten Branchen überwunden. Aber der Mittelstand tut sich weiter schwer, Innovationen aus eigener Kraft zu stemmen. Der Grund: Die Banken knausern bei der Kreditvergabe. In einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags nennen elf Prozent der Firmen, deren Kreditkonditionen sich verschlechtert haben, Probleme bei der Innovationsfinanzierung als Ursache. Der Anteil liegt sogar leicht höher als vor einem Jahr. "Aus Sicht der Banken ist die Finanzierung von Innovationen ein risikoreiches Engagement", schreiben die Autoren. "Gerade bei größeren Kreditvorhaben in diesem Bereich kann es schwierig werden."

Milliarden vom Bund

Die Politik hat die Zurückhaltung der Banken registriert - und springt in die Bresche: So werden die Ausgaben des BMWI für Forschung, Entwicklung und Innovationen im Mittelstand 2011 auf über 700 Millionen Euro ansteigen. 2010 waren nur 625 Millionen Euro eingeplant.

Den Schwerpunkt bildet das Programm Zim (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) mit fast 390 Millionen Euro. Im größten Förderprojekt des Bundes für den Mittelstand haben Unternehmen zwischen Anfang Juli 2008 und Ende Juni 2010 fast 14 000 Anträge gestellt. Die bewilligte Förderung beläuft sich auf 1,1 Milliarden Euro.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×