Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.02.2005

11:11 Uhr

Frühe Limited-Gründer sind sehr zufrieden

Die „Ein-Euro-GmbH“ wird zum Thema

VonDoro Mante (Handelsblatt)

Englische Limiteds (Ltd.) mit deutschen Niederlassungen machen sich seit Frühjahr 2003 in Deutschland breit. Nach dem Motto „Ich bleibe hier, aber meiner Firma geht es in Großbritannien besser“ gründen immer mehr Deutsche solche Limited-Unternehmen quer durch die Bereiche Handel, Handwerk, Dienstleistungen, Bau sowie Technologie und Telekommunikation.

HB DÜSSELDORF. Das belegt jedenfalls eine Statistik des Consulting-Unternehmens „Go Ahaed“ – natürlich selbst eine Ltd mit Sitzen in Birmingham und London. Zum Komplettpreis ab 259 Euro hat Go Ahaed eigenen Angaben zufolge bereits bei über 8 000 Limited-Gründungen geholfen.

Nach Angabe der Gründeragentur, die in Wiesbaden ihre deutsche Niederlassung unterhält, hat bereits jede vierte neue Kapitalgesellschaft in Deutschland die Rechtsform Ltd; monatlich kommen rund 1 000 neue hinzu. Die „Private Limited Company“, wie sie vollständig heißt, hat nach Expertenschätzung zum Jahreswechsel 2004/2005 zwischen Füssen, Freiberg und Flensburg 12 000 bis 15 000 deutsche „Ableger“. 60 Prozent der Ltd.-Gründer kommen aus Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Das Gros der Ltd.-Unternehmer (64 Prozent) ist zwischen 31 und 50 Jahre alt; jeder Sechste ist eine Frau.

Besonders Existenzgründer, Selbstständige und Unternehmen, die neue Geschäftsfeldrisiken auslagern wollen, machen sich das vergleichsweise einfache englische Gesellschaftsrecht, das gänzlich ohne Notarzwang auskommt, zunutze. Anmeldungen in Wochenfrist – gegen zusätzliche Gebühr sogar über Nacht – sind möglich. Das Mindeststammkapital beträgt lediglich ein britisches Pfund (1,42 Euro). „Überall dort, wo Haftungsrisiken wie Produkthaftungen oder Gewährleistungsansprüche vorhanden sind, greifen Unternehmer zur Limited“, weiß Michael Silberberger, Chef der Gründeragentur „Go Ahead“.

Mario Hofer und Christoph Wrede, zwei junge bayerische Medienunternehmer aus Beilngries und seit neuestem unter dem Dach einer gemeinsamen Limited, heben ihrerseits den für sie hohen Nutzwert dieses Gesellschaftsmodells hervor: „Uns Existenzgründern ist dieser ‚britische Weg' wie auf den Leib geschnitten.“ Sie haben mit minimalem Aufwand die „mc2-studios ltd“ gegründet. Für eine GmbH nach deutschem Recht hätten sie als Starter 25 000 Euro Stammkapital kaum aufbringen können.

Auch Naturkosthändlerin Monika Demgen aus Gräfeling hat ihre „regional & frisch Marktgemeinschaft Ltd.“, einen 300 Quadratmeter großen Laden mit Vollsortiment und über 300 Weinen, auf der Insel angemeldet. Für die 37-Jährige liegen die Vorteile dieser unternehmerfreundlichen Rechtsform „eindeutig in den günstigen Gründungskosten“ sowie in der schnellen und unbürokratischen Registrierung. „Nach nur 48 Stunden war meine Firma in Birmingham offiziell eingetragen; bei der GmbH hätte ich mindestens drei Monate warten müssen.“ Der ehemaligen Baubiologin ging es vor allem um die schnelle Gründung. Dass das Gründungskaptial nur ein Pfund betragen muss, war weniger ein Thema. Ihre Limited-Stammeinlage sei jetzt sogar höher als das geforderte Mindestkapital für eine GmbH, so die Händlerin. Den Tipp, die Rechtsform der Limited zu wählen, hatte sie von ihrem Rechtsanwalt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×