Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.06.2014

11:12 Uhr

Gabelstapler-Hersteller

Kion will in seine Entwicklungsabteilung investieren

Bis 2020 will der Gabelstapler-Hersteller Kion aus Wiesbaden den Branchenprimus Toyota ablösen. Dafür stellt er neue Entwickler ein: Sie sollen vor allem Fahrzeuge für die asiatischen Märkte konzipieren.

Seit einem Jahr ist Kion an der Frankfurter Börse notiert. Der weltweit zweitgrößte Gabelstapler-Hersteller möchte nun so schnell wie möglich vom SDax in den MDax aufsteigen. dpa

Seit einem Jahr ist Kion an der Frankfurter Börse notiert. Der weltweit zweitgrößte Gabelstapler-Hersteller möchte nun so schnell wie möglich vom SDax in den MDax aufsteigen.

WiesbadenDer Gabelstapler-Hersteller Kion will kräftig in seine Forschung und Entwicklung investieren. In China sollen in den nächsten eineinhalb Jahren bis zu 150 neue Entwickler eingestellt werden, sagte Vorstandschef Gordon Riske in einem dpa-Interview in Wiesbaden.

Der weltweit zweitgrößte Gabelstapler-Hersteller hat insgesamt elf Entwicklungszentren mit rund 950 Beschäftigten, davon vier in den Wachstumsmärkten China, Indien und Brasilien. Alleine etwa 300 Entwickler arbeiten in China. Mit den neuen Jobs will Kion vor allem Fahrzeuge für den asiatischen Raum entwickeln, aber auch Produktplattformen für andere Wachstumsmärkte entwerfen.

Die Wiesbadener haben sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 Toyota als Branchenprimus abzulösen. Dazu sollen die Marktanteile besonders in Asien und in den USA ausgebaut werden. In China will das Unternehmen laut Riske einen zweistelligen Marktanteil erreichen, derzeit sind es etwa acht Prozent. „In den USA peilen wir fünf bis sechs Prozent an, also eine Jahresproduktion von etwa 8000 Gabelstaplern in den nächsten drei Jahren“, erklärte der Manager.

Nach dem Einstieg des chinesischen Unternehmens Weichai Power als Großaktionär und dem Börsengang vor einem Jahr zog Riske eine positive Bilanz. „Wir konnten unsere Nettofinanzverschuldung deutlich reduzieren.“ Sie habe zum Jahresende bei 979 Millionen Euro gelegen, nach rund 2,7 Milliarden vor dem Einstieg des Ankerinvestors und dem Börsengang. „Außerdem haben wir mehr als ein Dutzend neue Produkte und Produktfamilien innerhalb der letzten zwölf Monate in den Markt gebracht. Das ist schon eine sehr gute, runde Bilanz.“

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Kion stehe zwar nun mehr unter dem Brennglas der Finanzmärkte, erklärte der Vorstandschef. „Das finde ich einerseits sehr hilfreich, weil wir von den Fragen der Investoren auch viele interessante Impulse bekommen.“ Die Investoren dürfen aber andererseits auch nicht nur von Quartal zu Quartal schauen. „Das Geschäft mit Gabelstaplern ist langfristig angelegt“, betonte der Manager.

Neben der Entwicklung von neuen Fahrzeugen für die Märkte in Asien und den USA will Kion auch die Produktion von Elektrofahrzeugen vorantreiben. Gerade wegen der neuen Abgasgesetzgebungen gebe es in diesem Segment große Chancen, weil die mit einem Verbrennungsmotor angetriebenen Fahrzeuge unter dem Strich immer teurer werden, erklärte Riske. Das Unternehmen sei mit einem Marktanteil von 22 Prozent bereits heute der größte Hersteller und Entwickler von Elektrofahrzeugen auf der Welt: „Wir werden in den nächsten drei Jahren einiges investieren, um diese Marktführerschaft auszubauen.“

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×