Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.07.2012

11:37 Uhr

Gastbeitrag Gründerspecial

Ohne Plan läuft nichts!

VonSven R. Johns

Er ist Dreh- und Angelpunkt der Unternehmensführung: Der Businessplan. Ob Neugründung oder Firmenkauf: Fehlt eine konkrete Planung, drohen etliche Gefahren - und der wirtschaftliche Erfolg bleibt auf der Strecke.

Ohne Businessplan können Unternehmer schnell den Überblick verlieren. dapd

Ohne Businessplan können Unternehmer schnell den Überblick verlieren.

BerlinDer Businessplan ist nicht nur eine lästige Pflichtübung für Existenzgründer, sondern Dreh- und Angelpunkt der Unternehmensführung. Das gilt unabhängig davon, ob ein Unternehmen neu gegründet wird, ein bestehendes übernommen oder eine zusätzliche Geschäftssparte entwickelt werden soll. Ohne konkrete Planung laufen die zukünftigen Unternehmer Gefahr, den Überblick zu verlieren, sich zu verzetteln – und schließlich deutlich schlechtere wirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen.

Existenzgründung: Lieber langsam wachsen als schnell untergehen

Existenzgründung

Lieber langsam wachsen als schnell untergehen

„Wissen Sie, was erfolgreiche von erfolglosen Gründern unterscheidet? Die einen tun's, die anderen nicht“, sagt Karriereexpertin Svenja Hofert. Sie kennt alle Fallstricke, die auf dem Weg zur Selbstständigkeit lauern.

Die Harvard University fand bereits vor über zwanzig Jahren heraus, dass ein schriftlicher Plan mit mehr Erfolg einher geht. So beziehen diejenigen Absolventen die höchsten Einkommen, die sich das bereits vor zehn Jahren schriftlich in Wort und Zahl so vorgenommen hatten. Noch deutlich stärker als bei den Harvard-Absolventen schlägt dieser Zusammenhang bei selbstständigen Immobilienmaklern oder Hausverwaltern zu Buche, die als Unternehmer ihr Einkommen über ihre täglichen Handlungen ungleich stärker selbst bestimmen als die angestellten High Potentials. Vereinfacht ließe sich formulieren: Wer keine Ziele hat, kann sie auch nicht erreichen

Was beim Businessplan wichtig ist

Häufigster Fehler

Einer der häufigsten Fehler ist, dass der Gründer zu sehr von sich ausgeht und im Eifer Kunden und Geldgeber aus den Augen verliert. Daher immer wieder die Perspektive wechseln und den Businessplan aus der Sicht der Kunden bzw. Investoren machen.

Was steht drin?

Ein Businessplan sollte nicht nur formalen Ansprüchen genügen, sondern auch eine Reihe von inhaltlichen  Punkten abdecken. Dazu gehören ein ordentlich ausgefülltes Deckblatt, die Darstellung der eigenen Person, das Konzept, der Kapitalbedarfsplan, der Finanzierungsplan, eine Ertragsvorschau, der Liquiditätsplan und die Anlagen.

Die eigene Motivation

Sehr wichtig ist es, in einem Businessplan die eigene Motivation glaubwürdig zu formulieren. Ehrlichkeit siegt zwar, aber geizen Sie nicht mit Eigenlob. Machen Sie klar, dass Sie und Ihr Unternehmen eine Perspektive haben!

Das optimale Konzept

Handeln Sie die folgenden Punkte exakt durch: Geschäftsidee (Vergleich mit etablierten Unternehmen, Hintergrundinformationen beifügen), Darstellung Markt und Branche inklusive Zukunftsbetrachtung (Recherche lohnt sich!) und Vertriebs- sowie Marketingstrategie (nicht nur Werbung, sondern Image-Bildung).

Der Kapitalbedarfsplan

Ihr Konzept steht – nun geht es darum, wie viel Kapital Sie für die Umsetzung brauchen. Listen Sie alle Posten auf, die bei der Gründung Geld kosten werden. Vergessen Sie nicht, dass Sie und Ihre Familie auch von etwas leben müssen. Simone Janson bietet in ihrem Buch eine hilfreiche Übersicht.

Der Liquiditätsplan

Die Finanzierung des Unternehmens ist das eine, doch die dauerhafte Liquidität das andere. Sie müssen gewährleisten, dass Ihre Firma stets flüssig ist. Das Schreiben einer Rechnung bedeutet noch nicht, dass sie auch bezahlt wird. Für das erste Jahr sollten sie den Liquiditätsplan am besten monatlich erstellen.

Ertragsvorschau

Schließlich sollten Sie eine Übersicht darüber gewinnen, ob ihr Unternehmen dauerhaft tragbar ist. Das gefällt auch potenziellen Geldgebern. Eine Rentabilitätsvorschau, auch Ertragsvorschau genannt, ist Zentral für den Erfolg Ihrer Existenzgründung.

Nicht stur sein

Ein Businessplan hilft Ihnen als Orientierung. Aber eine Planung bedeutet nicht, ein für allemal darauf festgelegt zu sein. Es ist völlig normal, anfängliche Ideen zu verändern.

Neben diesem vielleicht ertragsreichsten Argument für das Verfassen eines Businessplans, spielt außerdem seine Funktion für die Kapitalbeschaffung, als „Fahrplan“ und für die Erfolgskontrolle eine Rolle. Der Businessplan beginnt nicht mit einem finanziellen Ziel, sondern beschreibt zunächst ein Geschäftsvorhaben in all seinen Facetten; daran schließt sich ein Zahlenteil an, der künftige Umsätze, Erträge, die Liquidität und den Kapitalbedarf nach den im ersten Teil aufgestellten Thesen berechnet.

In Teil 1 gibt das Executive Summary den zentralen Überblick. Im Detail stellen die Gründer außerdem sich selbst und ihr Vorhaben vor, zeigen Unterschiede zum Wettbewerb auf und entwerfen Strategien für Marketing und Vertrieb. Das Herz von Teil 2 bildet die Finanzplanung mit (Plan-) Gewinn- und Verlustrechnung, Liquiditätsplanung und Kapitalbedarf. Dabei spielen Best-case- und Worst-case-Szenarien eine Rolle.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×