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10.04.2006

11:28 Uhr

Gebäudetechnik

Energiesparer treiben Umsatz

VonPhilip Jürgens

Die Zukunft hat in etwa die Größe einer Waschmaschine, sie verbrennt Pflanzenöl und liefert Strom und Wärme für Ein- und Mehrfamilienhäuser. Es ist das Blockkraftwerk der Firma Senertec Kraft-Wärme-Energiesysteme aus Schweinfurt, das seit kurzem auf dem Markt ist und schon bald zu einem Schlager der Gebäudetechnik werden soll. Denn wer mit Pflanzenöl heizt und Licht macht, emanzipiert sich von den ständig steigenden Erdöl- und Gaspreisen.

KÖLN. „Viele Hausbesitzer nutzen Renovierungen für Umrüstungen auf neue Standards“, sagt Michael Mark, Marketingleiter von Senertec. Mehr als 70 Prozent der Kunden, die sich sein kompaktes 500-Kilo-Kraftwerk in den Keller stellen, sind Privatleute. „Neben der Energieersparnis ist es für viele unserer Kunden einfach wichtig, etwas Gutes für die Umwelt zu tun.“

Und so füllt die Energiekrise, die Verbraucher und Industrie derzeit stöhnen lässt, die Auftragsbücher der Hersteller von sparsamen Öfen, Solaranlagen, effizienten Wärmepumpen und Klimaanlagen, kurz: der Gebäudetechnik-Industrie. Rund 700 Hersteller, fast 50 000 Handwerksbetriebe und mehr als 400 000 Beschäftigte erwirtschaften mit der Technik rund ums Haus deutschlandweit einen Jahresumsatz von 35,2 Milliarden Euro. Zu dem Bereich zählen die Unternehmen der Heizungs-, Sanitär- und Klima-Branche. Aber auch Alarmanlagen, Lichtsysteme und Internetanschlüsse rücken an die klassische Gebäudetechnik heran - vor allem, weil neue Steuerungssysteme immer mehr Hausgeräte miteinander vernetzen.

Der Preis für Heizöl ist in den vergangenen zwei Jahren um 60 Prozent gestiegen und hat allein 2005 um 31 Prozent zugelegt. Da versuchen immer mehr Hausbesitzer ihre Heizkostenrechnung zum Beispiel mit der Installation von Solarzellen zu drücken. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) leben schon etwa zwei Millionen Bundesbürger in Häusern mit Solaranlagen-Anschluss und nutzen die Sonnenenergie zum Heizen oder Aufbereiten des Leitungswassers.

Das kann sich lohnen. Denn immerhin, so rechnet der BSW vor, könnte mit sechs Quadratmetern Solarzellen ein Vier-Personen-Haushalt in 20 Jahren rund 5 000 Euro sparen. „Und je größer die Anlage, umso größer kann die Ersparnis sein“, sagt Carsten Körnig, Geschäftsführer des (BSW).

Doch während Privatleute selten die Möglichkeit haben, zu Hause eine großflächige Anlage zu installieren, profitieren vor allem Landwirte von den Vorteilen. Im Bereich der Photovoltaik, also der Technologie, die Sonnenlicht in Strom umwandelt, machen die Bauern mit zwei Dritteln derzeit die größte Kundengruppe ein. „Eine Anlage auf der Scheune zahlt sich eben aus“, sagt BSW-Chef Körnig.

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