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07.11.2012

10:35 Uhr

Gefährlichste Geschäftsfelder

Die Minenfelder für den Mittelstand

VonIngmar Höhmann

In den verschiedenen Geschäftsfeldern von Unternehmen lauern jede Menge Gefahren. Zu hohe Abhängigkeit von einem Kunden oder die schwankenden Rohstoffpreise sind nur zwei Aspekte. Wo die größten Risiken lauern.

Unternehmen müssen sich für die größten Risiken rüsten. dpa

Unternehmen müssen sich für die größten Risiken rüsten.

KölnRisiken für Unternehmen bestehen typischerweise in den drei Feldern operatives Geschäft, Finanzen und Compliance. Wer zu einem Ziel und der dazu entwickelten Strategie die Risiken untersucht und sie diesen drei Kategorien zuordnet, ist für die meisten Gefahren gerüstet.

Operatives Geschäft: Für den Mittelstand kann die Kundenabhängigkeit zum existenziellen Dilemma werden. Automobilzulieferer etwa haben zum Teil nur einen Großkunden. Kündigt dieser plötzlich die Zusammenarbeit auf, bedeutet das schnell das Aus für den Lieferanten. Schwierigkeiten bereitet auch der Rohstoffmarkt. Steigt der Preis für Edelstahl stark an, bekommt so mancher Komponenten- und Maschinenbauer ein Problem. Schießt der Preis für Grundstoffe in die Höhe, müssen sich Firmen in der chemischen Industrie Sorgen machen.

Die größten Risiken für Mittelständler

60 Prozent…

… der befragten Finanzentscheider in 400 Unternehmen sehen die Schwankungen der Rohstoffpreise als Risiko.

44 Prozent…

… beobachten die volatilen Energiepreise mit Sorge.

40 Prozent...

… machen sich Gedanken um Liquiditätsrisiken.

33 Prozent…

… der Manager stimmen der Aussage zu, dass Wechselkursschwankungen ein Risiko darstellen.

30 Prozent…

… sorgen sich um Zinsrisiken.

21 Prozent…

… der Befragten fürchten sich vor Ausfallrisiken im Ausland.

Finanzen: Insolvenzverwalter stellen bei Pleitefirmen häufig fest, dass das Management keine zeitnahe Rechnungslegung für nötig hielt. Besonders aber die Kostenrechnung gehört regelmäßig aktualisiert - viele Firmen betrachten das eher als notwendige Pflicht denn als geschäftsförderndes Handlungsfeld. Wenn in einem Unternehmen der Großteil der Herstellungskosten auf den Materialaufwand entfällt und dann an den Rohstoffmärkten Preiskapriolen einsetzen, entscheidet die Qualität der Kostenrechnung über Wohl und Wehe eines Betriebs. Nachholbedarf besteht in vielen Firmen auch beim Management von Forderungen und Verbindlichkeiten. Begleicht ein Kunde seine Rechnungen nicht, fehlen dem Gläubigerunternehmen plötzlich liquide Mittel. Und wer selbst seine Lieferanten zu spät bezahlt, zahlt bei Skontoverlust den höchsten Zins und kann im internationalen Verkehr Verzugszinsen aufgebrummt bekommen, die die gesamte Kalkulation ruinieren.

Firmen müssen über die aktuelle Rechtsprechung informiert sein. dpa

Firmen müssen über die aktuelle Rechtsprechung informiert sein.

Compliance: Zunehmend wichtig wird die strenge Beachtung von Regeln und Gesetzen im Unternehmen. Mit einer schärferen Gesetzgebung ist die Politik in den vergangenen Jahren gegen Korruption vorgegangen. Wer Einladungen oder Geschenke an Geschäftspartner verteilt, gerät heute schnell unter Bestechungsverdacht - und wer sie annimmt, zieht den Vorwurf der Vorteilsnahme auf sich. Auch durch die Kartellgesetzgebung sind neue Risiken entstanden. Viele Mittelständler sind in Verbänden aktiv, um die Herausforderungen auf ihren jeweiligen Märkten gemeinsam anzugehen und Synergien zu heben. Es gilt auch, über die aktuelle Rechtsprechung auf dem Laufenden zu sein: Wenn sich ein Manager etwa in einer Sitzung unvorsichtig äußert, können Gegner das als Kartellverhalten interpretieren und ausnutzen.

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