Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2011

16:13 Uhr

Geldregen für den Staat

Polens Privatisierung läuft auf Hochtouren

VonBeatrice Repetzki (gtai)

Der polnische Staat will mit Privatisierungen weiter Geld in die Staatskasse spülen. Vor allem Unternehmen des Energiesektors, der Basischemie, Bauträger, die Landeszuckergesellschaft und Kurbetriebe sollen veräußert werden. Welche Unternehmen der Staat 2011 zu Geld machen will.

Radfahrer mit polnischer Flagge: Der polnische Staat will die Privatisierung von Staatsunternehmen weiter vorantreiben. ap

Radfahrer mit polnischer Flagge: Der polnische Staat will die Privatisierung von Staatsunternehmen weiter vorantreiben.

WARSCHAU. Aus der Privatisierung von Unternehmen in Staatshand ist dem polnischen Fiskus 2010 ein Betrag von etwa 22 Milliarden Zloty (rund 5,5 Milliarden Euro) zugeflossen. Der Privatisierungsprozess hat sich stark beschleunigt; 2011 will der Staat einen vergleichbaren Betrag einnehmen.

Der Verkauf von Aktien der Danziger Energiegruppe Energa für 7,5 Milliarden Zl ist für 2011 vorgesehen. Dann sind weitere Unternehmen des Energiesektors, der Basischemie, Bauträger, die Landeszuckergesellschaft, Kurbetriebe und andere zu veräußern.

Gemäß dem Plan des Schatzministeriums für die Jahre 2008 bis 2012 sollen über 800 Unternehmen in Polen privatisiert werden. Gegen Ende 2010 befanden sich laut stellvertretendem Schatzminister Adam Leszkiewicz bereits rund die Hälfte davon (422) in privaten Händen. Bei weiteren 350 Unternehmen wurde der Verkaufsprozess eingeIeitet.

Von strategischen Unternehmen will sich der Staat jedoch nicht trennen. Dazu zählen das Starkstromnetz PSE oder das Schienennetz. Derzeit hält er Anteile an 939 Unternehmen. Darunter befinden sich 366 Gesellschaften, wobei der Fiskus an 323 eine Minderheits- und an 43 eine Mehrheitsbeteiligung hält. 290 Unternehmen in Staatsbesitz stehen vor dem Bankrott beziehungsweise werden liquidiert.

Die durch Privatisierungen erzielten Einnahmen sollten sich 2010 ursprünglich laut Plan auf rund 25 Milliarden Zloty (1 Euro = 3,99 Zl; Stand: 29.12.10) summieren. Verträge konnten bereits über Verkäufe im Wert von gut 26,5 Milliarden Zl vereinbart werden, wovon bis Mitte Dezember ein Betrag von 18,5 Milliarden Zl in die Staatskasse floss und bis Jahresende weitere Summen erwartet wurden. Sobald die Kartellbehörde UOKiK der Übernahme der Energiegruppe Energa durch die Polska Grupa Energetyczna (PGE) zugestimmt hat, wird PGE den Preis für die Energa-Anteile von 7,5 Milliarden Zl vermutlich im Januar 2011 zahlen.

An der PGE ist der Staat noch in starkem Maße beteiligt. Die Gruppe erwarb Ende 2010 Minderheitsanteile an drei von ihr abhängigen Gesellschaften, wodurch dem Fiskus 3,1 Milliarden Zl zufließen. Der für 2010 geplante Verkauf von 50 Prozent der Anteile an der Braunkohle-Kraftwerksgruppe PAK für 1,2 Milliarden Zl erfolgte noch nicht.

Für 2011 plante das Schatzministerium ursprünglich Einnahmen von 15 Milliarden Zl, die aufgrund von Verzögerungen 2010 sogar noch höher ausfallen können. Im ersten Quartal soll die Veräußerung von 51 Prozent der Anteile an dem Posener Energieunternehmen Enea abgeschlossen werden. Hauptinteressent ist der französische Konzern EdF. Durch den Verkauf von 41 Prozent der Enea-Anteile, die bei der Energieerzeugung einen Marktanteil von 8 Prozent und bei der Energieversorgung von 16 Prozent hält, nimmt der Staat 5,6 Milliarden Zl ein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×