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24.03.2017

08:47 Uhr

Gemeinsam stark

Das sind Deutschlands beste Arbeitgeber

VonAndreas Schulte

Das Forschungs- und Beratungsinstitut Great Place to Work hat Deutschlands beste Arbeitgeber ermittelt. Der Wettbewerb um die Unternehmenskultur verzeichnete eine Rekordteilnehmerzahl.

Das sind Deutschlands Beste Arbeitgeber 2017. obs

Ausgezeichnet

Das sind Deutschlands Beste Arbeitgeber 2017.

KölnEs ist ein Einstieg nach Maß. Gleich bei der Wettbewerbspremiere darf sich Infineon Technologies die Krone aufsetzen: Der bayerische Halbleiterhersteller gewinnt den Titel „Deutschlands bester Arbeitgeber“ in der Kategorie der Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern. Das Kölner Forschungs- und Beratungsinstitut Great Place to Work ermittelt jährlich die besten Arbeitgeber in Deutschland. Besonderes Gewicht hat die anonym abgefragte Meinung der Mitarbeiter. Die Trophäen wurden am 16. März in den Festsälen der alten Bolle-Meierei in Berlin überreicht (Alle Gewinner finden Sie unter folgendem Link.)

Thomas Marquardt, globaler Personalleiter bei Infineon, sieht die Auszeichnung als Ergebnis einer nachhaltigen Strategie: „Wir arbeiten seit Jahren kontinuierlich an unserer Feedbackkultur und an der Weiterentwicklung der Führungskräfte“, sagt er. Im Zentrum stünden Werte wie Vertrauen und Respekt. Dem Zufall will Marquardt nichts überlassen. So müssen sich Führungskräfte alle zwei Jahre auf den Prüfstand stellen – und Mitarbeiter geben ihnen Feedback. Damit keine wunden Punkte ausgeklammert werden, leitet ein unabhängiger Moderator das Führungsgespräch. Ziel ist eine authentische und ehrliche Rückmeldung.

Checkliste Digitales für Mittelständler

Quelle

Häufig wissen Mittelständler nicht, wie sie die Digitalisierung angehen sollten. Experte Thomas Denk vom Beratungshaus Deliberate in Böblingen empfiehlt ein strukturiertes Vorgehen.

1. Situation analysieren

Vor der Gestaltung der digitalen Transformation steht die Analyse. Was passiert gerade in meiner Branche, wie stellen sich die Konkurrenten auf, wo stehen wir und welche Ideen haben wir?

2. Erwartungen der Kunden erfüllen

Digitalisierung heißt, die veränderten Bedürfnisse der Kunden zu berücksichtigen. Hilfreich dabei: eine offene Kommunikation – direkt und über soziale Medien.

3. Kulturwandel vorantreiben

Kontinuierliche Veränderung ist notwendig. Dafür muss man bereit sein, Geschäftsprozesse ständig auf den Prüfstand zu stellen.

4. Datenqualität sichern

Nicht die Menge an Daten ist entscheidend, sondern ihre Qualität und Verknüpfung. Mittelständler sollten nur Daten erheben, die sie benötigen.

5. Ressourcen bereitstellen

Digitale Transformation wird von Menschen vorangetrieben. Dafür muss ein Chef Ressourcen bereitstellen und Know-how aufbauen.

6. Kommunikation sicherstellen

Unternehmen, die in Silos strukturiert sind, werden bei der digitalen Transformation scheitern. Benötigt wird permanenter Austausch über Motive, Ansätze und Ziele.

7. Digitalisierungsstrategie verankern

Die digitale Strategie muss Bestandteil der Unternehmensstrategie sein, klar definiert und schriftlich festgehalten werden. So kann jeder Mitarbeiter nachlesen, welche Auswirkungen sie auf das Alltagsgeschäft hat.

8. Klare Verantwortlichkeit schaffen

Digitale Transformation braucht Führung. Hilfreich ist dabei ein Chief Digital Officer, der Stratege, Projektmanager, Impulsgeber und Change Manager ist.

9. Risiken im Auge behalten

Bei jeder Veränderung darf die Arbeit an betrieblichen Abläufen und internen Strukturen nicht den Blick auf den Kunden verstellen.

10. Flexibilität schaffen, Netzwerk pflegen

Digitale Geschäftsmodelle entwickeln sich oft rasant, das erschwert Planungen. Neben der Strategiearbeit ist ein gutes Netzwerk aus Kunden, Partnern und Zulieferern wichtig.

11. Reporting aufsetzen

Digitalisierung lässt sich messen. Um Chancen auszuschöpfen, ist ein Reporting für das ganze Unternehmen notwendig.

„Auch Lernzielvereinbarungen werden mit Führungskräften geschlossen“, sagt Marquardt. Damit es nicht bei leeren Floskeln bleibt, übersetzt Infineon die Unternehmenswerte in konkrete Verhaltensbeschreibungen. Trainingsangebote sind genau auf die jeweilige Führungsebene abgestimmt und unterscheiden sich danach, ob der Manager ein Team, mehrere Teamleiter oder eine ganze Organisation führt.

Ein guter Arbeitgeber zu sein – dieses Bestreben hat Tradition in der deutschen Wirtschaft. Doch gehen die Unternehmen immer strategischer mit dem Thema Mitarbeiterzufriedenheit um. „Der Fachkräftemangel übt zunehmend Druck auf Unternehmen aus. Immer mehr von ihnen erkennen, dass Mitarbeiterorientierung für sie ein absolutes Muss ist“, sagt Great-Place-to-Work-Geschäftsführer Frank Hauser.

Eine Folge: Hauser kann ein Rekordinteresse an seinem Wettbewerb melden. Die Zahl der teilnehmenden Unternehmen schnellte von zuletzt 613 auf 700 in die Höhe. Digitalisierung und Globalisierung stellen Mitarbeiter vor neue Herausforderungen, hieraus ergeben sich Pflichten für fürsorgliche Arbeitgeber. Wer eine zukunftsorientierte Unternehmenskultur aufbaut, hat klare Wettbewerbsvorteile.

Beispiel Adobe Deutschland. Der IT-Dienstleister legt großen Wert auf betriebliches Gesundheitsmanagement und die Chance zur persönlichen Entwicklung aller Beschäftigten. „Wir brauchen top motivierte Mitarbeiter“, sagt Geschäftsführer Stefan Ropers. „Es geht uns bei unseren Maßnahmen aber nicht nur darum, bessere Mitarbeiter zu haben. Unsere Beschäftigten sollen auch menschlich dazugewinnen“, erklärt er. Der freie Blick auf die Dinge ist ihm wichtig.

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