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19.01.2007

11:18 Uhr

Geschäft mit teuren Schuhen boomt

Italiener fliegen auf Luxus

VonThesy Kness-Bastaroli (bfai)

In Italien ist ein Konsumtrend zu Luxusgütern zu beobachten. Modeunternehmen, die sich auf die Sparte "erschwinglicher Luxus" konzentrieren, erleben derzeit ebenso eine Hochkonjunktur wie Hersteller von Luxusschuhen. Top Design ist aber nicht nur in der Mode, sondern auch bei Schmuck, Möbeln, Hausgeräten, Autos und Sportbooten gefragt.

Luxus-Uhr: In Italien boomt das Geschäft mit teuren Produkten. Foto: dpa

Luxus-Uhr: In Italien boomt das Geschäft mit teuren Produkten. Foto: dpa

MAILAND. Das Weihnachtsgeschäft 2006 sei durch einen Trend zu weniger, dafür aber hochqualitativer Ware gekennzeichnet gewesen, bestätigte Mario Boselli, Präsident der Modekammer, Camera Nazionale della Moda, den neuen Trend. Mode- und Hauswarenfirmen, wie etwa Mariella Burani, Tod's oder Alessi, erzielten mit ihrem Konzept des "erschwinglichen Luxus" 2006 einen Rekord-Umsatz. Auch der Run auf Luxusjachten und teure Autos setzt sich fort. Sportboothersteller Ferretti lieferte im vergangenen Geschäftsjahr 461 Boote aus, so viele wie nie zuvor.

Der Preis pro Boot reicht bis zu 45 Mill. Euro. Von dem positiven Trend profitieren auch Innenarchitekten und Möbelbauer, die auf die Ausstattung von Booten spezialisiert sind. Der Autohersteller Ferrari meldete 2006 einen Absatzrekord. Auch die deutschen Autobauer BMW und Mercedes konnten ihre Marktanteile in Italien im vergangenen Jahr erhöhen.

Italiens größte Kaufhausgruppe, La Rinascente, will seine 16 landesweit bestehenden Kaufhäuser mit einem Investitionsaufwand von rund 200 Millionen Euro zu Luxustempeln umbauen. Rund die Hälfte der ausländischen Kunden stamme aus China und Russland, erklärte der seit einem Jahr amtierende Chef von La Rinascente, Vittorio Radice. Diese wollten Markenwaren im obersten Segment. In Rom wird bis 2009 für 120 Millionen Euro ein neues Kaufhaus entstehen. In Mailand sollen die Umbauarbeiten des bestehenden Kaufhauses im laufenden Jahr abgeschlossen werden. Der Großteil des Angebotes wird sich auf Labels im obersten Preissegment konzentrieren.

Die Mailänder Kaufhausgruppe La Rinascente wurde 2005 zum Preis von 888 Millionen Euro von der Turiner Unternehmerfamilie Agnelli (Fiat) an ein Konsortium Mailänder Unternehmer verkauft. Neben dem Reifenkonzern Pirelli sind auch die Nachkommen der La Rinascente Gründerfamilie Bocconi an dem Konsortium beteiligt. Ebenfalls mit von der Partie ist die Deutsche Bank mit ihrer Immobilientochter. Dieselbe Gruppe hat kürzlich auch den französischen Kaufhauskonzern Printemps erworben.

Der Weltmarkt für Luxus-Konsumartikel wird vom italienischen Verband der Luxuswarenhersteller Altagamma im Jahr 2006 auf 160 Mrd. Euro (2005: 146 Mrd. Euro) geschätzt. Altagamma vereint 60 italienische Konsumgüterfirmen die im obersten Segment angesiedelt und stark exportorientiert sind. Sie reichen vom Modebereich über Schmuckwaren, Möbeldesign bis zum Nahrungsmittelbereich. Laut einer Veröffentlichung von Altagamma gemeinsam mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut Bain&Company erwies sich im Vorjahr der asiatische Luxus-Modemarkt mit einem Zuwachs um rund 18% als Wachstumsmotor, gefolgt von den USA (+12%) und Europa (+11%).

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