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17.01.2011

16:00 Uhr

Gespräche gescheitert

Schlott muss Insolvenz anmelden

Ein Krisentreffen mit Banken über weitere Kredite verlief am Montag erfolglos. Damit steht fest: Die Druckereigruppe Schlott kann die Pleite nicht mehr abwenden.

Schlott drückt unter anderem Ikea-Kataloge. Quelle: dpa

Schlott drückt unter anderem Ikea-Kataloge.

FREUDENSTADT. Die Druckereigruppe Schlott mit rund 2000 Beschäftigten muss Insolvenz anmelden: Ein Krisentreffen mit Banken über weitere Kredite verlief am Montag erfolglos, wie Schlott in einer Pflichtmitteilung für die Börse berichtete. Damit sei die Fortführung der Schlott-Gruppe AG nicht möglich.

„Der Vorstand prüft nun zügig die Möglichkeiten einer Sanierung im Insolvenzverfahren, um so viele Arbeitsplätze und Vermögenswerte wie möglich zu erhalten“, erklärte Vorstandschef Bernd Rose laut Mitteilung. Gespräche mit einem Investor waren bereits letzte Woche gescheitert. Das Unternehmen aus dem Schwarzwald wurde 1947 gegründet.

Das im Herbst 2009 aufgelegte Sanierungsprogramm und der Abbau von rund 500 Stellen hätten nicht ausgereicht, „um den in dieser Höhe unerwarteten Verfall der Marktpreise für Druckprodukte auszugleichen“, erklärte Rose. Steigende Rohstoffpreise belasteten die Erträge des Unternehmens zusätzlich. Schlott werde aber alles dafür tun, seine Kunden weiter in gewohnter Qualität und Zuverlässigkeit zu bedienen, betonte Rose. Schlott zählt nach eigenen Angaben zu den führenden Druckdienstleistern in Europa.

Die Druckbranche in Deutschland leidet unter Überkapazitäten und sinkenden Preisen. Das Unternehmen war daher trotz massiver Einsparungen in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2009/2010 tief in die roten Zahlen gerutscht. Auch in den vergangenen Monaten entwickelte sich der Markt Schlott zufolge deutlich schlechter als geplant.

Der Tiefdruckspezialist hatte für die Finanzierung seines Sanierungsprogramm Kredite erhalten. Da sich das Ergebnis in den letzten Monaten des Geschäftsjahres 2009/10 nach Angaben von Schlott schlechter entwickelte als erwartet, hatten die Banken das Recht zu einer außerordentlichen Kündigung der Kredite. Schlott druckt unter anderem den „Kicker“ und „TV-Movie“, in der Vergangenheit hatte das Unternehmen auch Teile des Quelle-Kataloges produziert. Quelle hatte 2009 Insolvenz angemeldet.

Das Unternehmen hatte in den ersten neun Monaten 2009/2010 einen Verlust von 26,9 Millionen Euro ausgewiesen, nach minus 6,4 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz verringerte sich von 278,6 Millionen Euro auf 231,5 Millionen Euro. An der Börse stürzte die Schlott-Aktie am Montagnachmittag um 54 Prozent auf 0,914 Euro je Anteilsschein ab.

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