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26.01.2010

08:04 Uhr

Getrag

Getriebespezialist ist auf Partnersuche

VonStefan Menzel , Martin Buchenau

Der drittgrößte Automobilzulieferer weltweit, Magna, gehört zu den Interessenten. Die Gespräche befinden sich laut Branchenkreisen in einem sehr frühen Stadium. Ebenfalls offen ist, ob die Eigentümerfamilie nur eine Beteiligung abgeben oder komplett verkaufen will.

Die Getrag mit Sitz in Untergruppenbach bei Heilbronn ist spezialisiert auf Getriebe und verkaufte im vergangenen Jahr mehr als vier Millionen davon. Reuters

Die Getrag mit Sitz in Untergruppenbach bei Heilbronn ist spezialisiert auf Getriebe und verkaufte im vergangenen Jahr mehr als vier Millionen davon.

STUTTGART. Die Absatzkrise in der Automobilindustrie und die Finanzkrise zwingen Autozulieferer, die in Familienbesitz sind, neue Wege zu gehen. Der Getriebehersteller Getrag zieht jetzt sogar in Erwägung, seine Unabhängigkeit aufzugeben. "Wir prüfen verschiedene Optionen für eine strategische Partnerschaft", bestätigt eine Konzernsprecherin. Finanzielle Gründe seien nicht ausschlaggebend, obwohl die Firma im vergangenen Jahr massiv unter Druck geraten war. Die Getrag hatte auf dem Höhepunkt der Autokrise den Abbau von 400 Stellen beschlossen und eine Bürgschaft des Landes Baden-Württemberg erhalten.

Die Gespräche befinden sich laut Branchenkreisen in einem sehr frühen Stadium. Ebenfalls offen ist, ob die Eigentümerfamilie nur eine Beteiligung abgeben oder komplett verkaufen will. Die Getrag gehört der Familie Hagenmeyer, die sich zu ihren Plänen nicht äußert. Einer der Interessenten soll aber der Magna-Konzern sein, der hinter Bosch und Denso drittgrößter Automobilzulieferer der Welt ist.

"Kein Kommentar", sagte ein Magna-Sprecher zu den Getrag-Gerüchten. Der kanadisch-österreichische Zulieferkonzern hatte immer wieder betont, sich an der Konsolidierung unter den Automobilzulieferern beteiligen zu wollen.

Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen etwa 1,6 Mrd. US-Dollar frei verfügbare Mittel. Erst vor einem Jahr hatte Magna mehrere osteuropäische Werke des US-Zulieferers Cadence erworben.

Mit dem Scheitern der Opel-Übernahme habe das grundsätzliche Interesse an anderen Zulieferern nichts zu tun, sagte der Sprecher. Sinnvolle Ergänzungen für das Produktportfolio seien immer interessant. Die Getrag mit Sitz in Untergruppenbach bei Heilbronn ist spezialisiert auf Getriebe und verkaufte im vergangenen Jahr mehr als vier Millionen davon. Zu den wichtigsten Produkten gehören spritsparende und sportliche Doppelkupplungsgetriebe, die auch beim Schalten die Zugkraft ohne Unterbrechung aufrecht erhalten. Unter anderem zählt Ferrari zu den Kunden.

Das 1935 gegründete Unternehmen mit 13 000 Beschäftigten weltweit setzte 2009 zwei Mrd. Euro um. Im Herbst hatte der langjährige Konzernchef Dieter Schlenkermann auf der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA noch für 2010 einen Aufwärtstrend angekündigt. Keine zwei Monate später tauschte die Familie den Chef aus, der 35 Jahre für das Unternehmen gearbeitet hatte und seit 1986 an der Spitze stand. Mihir Kotecha, zuvor Chef des Gemeinschaftsunternehmens Getrag Ford Transmissions, wurde im Dezember 2009 neuer Vorstandsvorsitzender. Die Fäden im Hintergrund zieht bei dem fränkischen Zulieferer Hauptgesellschafter Tobias Hagenmeyer, 54, der im Herbst Mitglied im Vorstand des Verbandes der Automobilindustrie VDA wurde.

Kommentare (1)

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Moral

26.01.2010, 15:41 Uhr

PARTNERSUCHE ODER WEiTERE MELKKUHSUCHE?

MELKKUH 1 ===> Sozialkassen

Arbeitsplatzabbau mit Hilfe von KUG0 - Über 59 Jährige werden mit Hilfe von KUG0 und anschließender Arbeitslosigkeit gezielt über die Sozialkassen frühverrentet. Langjährige Mitarbeiter (45-58 Jährige) werden über KUG0 gezielt in die sichere Arbeitslosigkeit überführt.

MELKKUH 2 ===> Steuerzahler

Das Land bW sichert mit einer bürgschaft bankkredite für die Firma Getrag ab.

Melkkuh 3 ===> Magnabeteiligung?

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