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25.01.2010

09:19 Uhr

Großbäcker

Mestemacher plant mit stagnierenden Umsätzen

VonIngo Reich

Die Brot- und Backwaren-Gruppe aus Gütersloh behaupten sich in der Krise – trotz massiver Preissenkungsrunden des Handels bleiben die Erlöse des Familienunternehmens stabil. Auch andere Großbäckereien in Deutschland verzeichnen stabile Absätze. Ihr Marktanteil könnte gegenüber kleinen und mittleren Unternehmen weiter wachsen.

Mestemacher-Chef Albert Detmers plant für 2010 mit einem Umsatz von 111 Millionen Euro - so viel wie im Vorjahr. (Quelle: pr) Pressebild

Mestemacher-Chef Albert Detmers plant für 2010 mit einem Umsatz von 111 Millionen Euro - so viel wie im Vorjahr. (Quelle: pr)

DÜSSELDORF. Die Brot- und Backwaren-Gruppe Mestemacher hat ihr angepeiltes Umsatzziel für das Jahr 2009 erreicht. Mit Erlösen in Höhe von 111,4 Millionen Euro legte das Familienunternehmen damit leicht, um 0,4 Prozent, gegenüber dem Vorjahr zu. Dies teilte der Großbäcker am Firmensitz in Gütersloh mit.

Damit hat sich Mestemacher besser als die gesamte Ernährungsindustrie entwickelt. Der Branchenverband BVE hat aufgrund massiver Preissenkungsaktionen des Handels für das Jahr 2009 einen Rückgang der Umsätze um 4,2 Prozent festgestellt.

Für 2010 planen die geschäftsführenden Gesellschafter Albert und Fritz Detmers aufgrund der unwägbaren Wirtschaftslage im In- und Ausland ebenfalls mit 111 Millionen Euro Umsatz. Die Mitarbeiterzahl bei Mestemacher konnte im vergangenen Jahr mit 553 Beschäftigten auf dem Stand von 2008 gehalten werden. Der Exportanteil betrug rund 18 Prozent. Für das laufende Wirtschaftsjahr sind Investitionen in Höhe von 3,5 Millionen Euro geplant.

Das Mestemacher-Sortiment umfasst im Wesentlichen SB-verpackte Brotsorten wie Pumpernickel, verschiedene Vollkornbrotsorten und internationale Brotspezialitäten. Größter Mitbewerber unter den Großbäckern ist die Düsseldorfer Lieken AG (früher Kamps AG), die 2008 geschätzt 1,16 Milliarden Euro umsetzte.

„Trotz der wirtschaftlichen Krise behaupten sich die Großbäckereien in Deutschland erfolgreich auf dem Markt“, sagt der Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien, Helmut Klemme. Weder Kurzarbeit noch betriebsbedingte Kündigungen seien aus der Branche bekannt. Die rund 35 000 Arbeitsplätze in deutschen Großbäckereien seien sicher, behauptet Klemme. Brot und Backwaren als Grundnahrungsmittel hätten ihre Position bei den Lebensmitteln behaupten können und verzeichneten stabile Absätze.

Immer noch verkaufen auch viele kleine Unternehmen Backwaren

Der Backwarenmarkt in Deutschland zeichnet sich nach wie vor durch eine Vielzahl von kleinen und mittleren Unternehmen aus. Mehr als 16 000 Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 16 Milliarden Euro sind auf dem Markt aktiv. Allerdings ist die Zahl der Unternehmen um rund vier Prozent gesunken, eine Tendenz, die sich nach Ansicht des Branchenverbandes voraussichtlich fortsetzen werde. Steigen werde in Zukunft auch der Marktanteil der großen Unternehmen.

Deutschland ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein Rückgang der Einzelbäckereien für die Konsumenten nicht zu einer Einschränkung des Angebots führen muss. „In kaum einem anderen Land der Welt ist die Vielfalt so groß wie in Deutschland“, sagt Klemme.

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