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17.03.2006

07:00 Uhr

Große Koalition

Selbstständige vergeben Schulnote 3,5

Die Laune von Deutschlands Mittelständlern hat sich seit dem Amtsantritt von Angela Merkel gebessert – wenn auch nur leicht.

HB BERLIN. Bei 37 Prozent der Unternehmer hat sich die Stimmung aufgehellt (Industrie sogar 44 Prozent; Handel nur 30 Prozent), bei 13 Prozent ist sie schlechter geworden. Die Hälfte der Selbstständigen gibt allerdings an, dass ihre Stimmung unverändert geblieben ist. Verhaltener sieht es mit der tatsächlichen wirtschaftlichen Lage der Unternehmen aus. Hier halten sich „besser“ und „schlechter“ mit 16 und 18 Prozent die Waage. Zwei Drittel Prozent der Befragten sagen, dass sich an der Lage ihres Unternehmens nichts geändert hat.

Was die Arbeitsplätze anbetrifft, haben nur zwölf Prozent der Firmen seit Merkels Amtsantritt neue Mitarbeiter eingestellt, sechs Prozent haben Mitarbeiter entlassen. Bei 81 Prozent hat sich nichts geändert. Immerhin haben 15 Prozent der Selbstständigen seit Ende November investiert oder Investitionsentscheidungen gefällt, die sie nach eigenen Aussagen unter einer anderen Regierung nicht gemacht hätten.

Insgesamt geben die Unternehmer der Bundeskanzlerin und ihrer neuen Regierung die Schulnote 3,5. „Die Zahlen sind keine abschließende Bilanz, geben aber ein durchwachsenes Stimmungsbild wieder. Von Euphorie ist im Mittelstand keine Spur zu finden. Der Ärger über die Mehrwertsteuererhöhung, die Bürokratie bei den Sozialversicherungszahlungen und das verhaltene Reformtempo fordern ihren Tribut", erläutert der Präsident des Bundesverbands der Selbstständigen, Rolf Kurz, die Ergebnisse der Umfrage.

Kurz weiter: „Für den Mittelstand steht das Thema Bürokratieabbau ganz oben auf der Liste der Themen, die für Merkel Vorrang haben sollten. Darauf folgt die – allerdings nur theoretische – Forderung, die Mehrwertsteuererhöhung zurückzunehmen. Auf Platz Drei liegen Änderungen beim Kündigungsschutz und eine Reform der sozialen Sicherungssysteme. Geht es nach den Selbstständigen, muss Merkel die Themen Kombilohn, Mindestlohn und Reichensteuer mit der geringsten Energie angehen.“

Noch einige Anmerkungen zur Umfrage: Der Bundesverband der Selbstständigen hat die Umfrage zwischen dem 17. und dem 24. Februar 2006 unter 782 kleinen und mittleren Unternehmen in ganz Deutschland durchgeführt. Die Unternehmen kommen aus allen Branchen und sie beschäftigen im Durchschnitt 18 Mitarbeiter. Die in der Regel inhabergeführten Unternehmen haben primär die Rechtsform von Personen- und Einzelunternehmen, nur rund ein Fünftel von ihnen sind Kapitalgesellschaften.

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