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10.08.2011

12:42 Uhr

Gründer im Rentenalter

Wenn der Generationswechsel zum Problem wird

VonAndreas Schulte

Geht es für Firmengründer auf das Rentenalter zu, stellt sich die Frage nach der Nachfolge. Doch wenn der eigene Nachwuchs abwinkt, sind geeignete Kandidaten oft Mangelware. Abhilfe schaffen Online-Plattformen.

Viele Gründer der Wendejahre kommen nun langsam ins Rentenalter. Quelle: dpa-dpaweb

Viele Gründer der Wendejahre kommen nun langsam ins Rentenalter.

KölnDie Zeit drängt in Sachsen. Bis zum Jahr 2020 stehen im Freistaat rund 25.000 Unternehmensübergaben an. Die Gründer der Wendejahre kommen ins Rentenalter - und viele von ihnen werden sich nun eines Problems bewusst: "Zu wenige Unternehmer wissen, wie sie einen Nachfolger finden", sagt Peter Krieck, Sprecher der Bürgschaftsbank Sachsen. Zudem gebe es zu wenige Kandidaten für eine Übernahme.

Gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium des Landes hat die Bürgschaftsbank daher vergangenen Monat den Wettbewerb "Sächsischer Meilenstein" ins Leben gerufen. Dieser zeichnet vorbildliche Firmenübergaben aus. "Der Wettbewerb soll zeigen, welche Möglichkeiten es gibt", sagt Krieck.

Nicht nur sächsische Firmenchefs können sich hier ein Beispiel nehmen. Das Problem: Immer häufiger sucht der Nachwuchs in Deutschland sein Glück außerhalb des Familienbetriebs. Nur noch die Hälfte der rund 20.000 Firmen, die hierzulande jährlich vor der Übergabe stehen, finden eine familieninterne Lösung. Bei der Suche nach einem externen Nachfolger jedoch stößt dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag zufolge mehr als jeder dritte Unternehmer auf Schwierigkeiten.

Abhilfe schaffen Online-Plattformen: "Biz-Trade" und die "Deutsche Unternehmerbörse" bringen Chefs mit möglichen Nachfolgern zusammen. Die KfW und das Bundeswirtschaftsministerium betreiben dazu "Nexxt-Change": Dort sind 6000 bundesweite Verkaufsangebote registriert. Ihnen gegenüber stehen 3000 Interessenten. Die Aufgabe eines Inserats ist kostenlos. Will ein Interessent Kontakt aufnehmen, erfolgt das über die Partner der Börse - Kammern, Sparkassen und Berufsverbände.

Die größten Probleme bei der Unernehmensnachfolge.

Die größten Probleme bei der Unernehmensnachfolge.

So manchem erlauben die Nachfolgebörsen einen Karrieresprung. Etwa Ralf Hock: Der Ingenieur hat vergangenes Jahr den Radebeuler Autozulieferer IP Industrie Partner übernommen. Zunächst habe er den Rahmen abgesteckt, sagt der 48-Jährige: "Wie viele Mitarbeiter muss die Firma haben? In welcher Branche und wo soll der Betrieb sein?" Nachdem er sich bei der Hausbank über Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten informiert hatte, forderte Hock über Nexxt-Change die Daten von sechs Firmen an. Am Ende blieb eine übrig - die Industrie- und Handelskammer vermittelte den Kontakt.

Die Kammern bieten zwar eine Erstberatung an. Sie dürfen aber nur über allgemeine Abläufe der Nachfolge und bei Finanzierungs- und Rechtsfragen aufklären. "Unsere Leistung hört da auf, wo wir in Konkurrenz zu unabhängigen Beratern treten", sagt Sonja Smasal, Referentin bei der IHK Karlsruhe.

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