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24.08.2016

10:46 Uhr

Gründershow „Die Höhle der Löwen“

„Das ist eine Millionen-Idee“

VonJakob Blume

Online-Shops und eine Bügel-Hilfe: Wer zum Staffelstart von „Die Höhle der Löwen“ auf innovative Geschäftsmodelle gehofft hat, erlebt eine große Enttäuschung. Auch Neuling Carsten Maschmeyer ist noch nicht in Form.

Die Löwen sind wieder los: Der Staffelstart der Gründershow offenbart einen Mangel an innovativen Ideen. PR

Die Höhle der Löwen

Die Löwen sind wieder los: Der Staffelstart der Gründershow offenbart einen Mangel an innovativen Ideen.

DüsseldorfDer Deal hängt am seidenen Faden. Investor Frank Thelen fordert 20 Prozent der Firmenanteile im Tausch für 300.000 Euro frisches Kapital. Doch Stefan Lemcke, Gründer von „Ankerkraut“, einem Start-up für Gewürzmischungen und Grillsaucen, ringt mit sich. „Unsere Unternehmensbewertung mal eben zu halbieren, tut mir doch ein bisschen weh“, sagte er. Zehn, maximal 15 Prozent will Lemcke hergeben. Doch Jury-Mitglied Thelen bleibt zum Start der dritten Staffel von „Die Höhle der Löwen“, die am Dienstagabend bei Vox anlief, hart: „Wenn Du übers Geld argumentierst, sind wir einfach nicht beieinander.“

Lemckes Gründer-Story hört sich wie ein Märchen an: Einen Teil seiner Kindheit verbrachte der 38-Jährige in Tansania. Dort entdeckte er früh seine Leidenschaft für Gewürze, die er nun zusammen mit seiner Frau zum Beruf gemacht hat. Mittlerweile beschäftigen sie 15 Mitarbeiter, machen einen Millionenumsatz und 250.000 Euro Gewinn. Und wie jedes Märchen hat auch die Geschichte von „Ankerkraut“ ein Happy-End.

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Die Lemckes sagen schließlich ja, Gründer und Investor fallen sich in die Arme – privatfernsehgerecht inszeniert. Doch nach der zweiten Staffel musste sich die Macher der beliebten Start-up-Show den Vorwurf gefallen lassen, dass ein Großteil die vor der Kamera ausgehandelten Deals platzte. Auch bei „Ankerkraut“? Von Investor Frank Thelen kommt ein klares Nein. „Die Zusammenarbeit läuft unfassbar gut“, sagt er kurz nach Ausstrahlung der Sendung. Der Umsatz der Gewürzmanufaktur wachse stetig.

Und die Fernsehsendung wird ihrem Ruf als Marketingplattform wieder einmal gerecht: Die Zugriffszahlen für „Ankerkraut“ sind am Dienstagabend so hoch, dass die Server zusammenbrechen. Für etwa zehn Minuten ist der Internetshop des Start-ups nicht erreichbar – obwohl zusätzliche Kapazitäten eingekauft worden sind. „Das ärgert mich natürlich“, sagt Thelen. Dennoch ist der Seriengründer und Wagniskapitalgeber mit dem ersten Investment in dieser Staffel zufrieden.

Es bleibt auch sein einziges in dieser Folge. Doch Thelen, der schon im Alter von 18 Jahren sein erstes Start-up gegründet hat, will in der „Höhle der Löwen“ nicht nur Investment-Ideen sammeln. Die Sendung schaffe es, in der breiten Masse ein Verständnis für Gründer zu etablieren, sagt er. Doch der Anspruch, die Massen zu unterhalten, hat auch einen Nachteil: Die Geschäftsmodelle der Start-ups bleiben simpel: Nach dem Gewürz-Versandhandel, folgt ein Blumen-Versandhandel, danach kommt ein Dirndl-Versandhandel. Wer Technologie-Start-ups, Fintechs oder echte Innovationen erwartet, wird enttäuscht.

Stattdessen gelingt es Christian Peitzner-Lloret mit seinem „Bügel-Clou“ das nächste Investment einzuheimsen. Peitzner-Lloret hat eine Bügelhilfe für Hemdenärmel entwickelt. Nach einem kurzen Test in bester Homeshopping-Manier kommt Jurorin Judith Williams ins Schwärmen: „Das ist eine Millionen-Idee“. Auch Neu-Juror Ralf Dümmel, der mit seiner Firma DS Produkte massenweise Haushaltswaren verkauft, ist begeistert: „Ich investiere gerne in Problemlösungen“, sagt er. Besonders überzeugt dürfte Dümmel gewesen sein, als er hört, dass es Peitzner-Lloret mit seinem Staubsaugervertreter-Charme bereits geschafft hat, 40.000 Stück gebogenen Stahl für jeweils knapp 20 Euro zu verkaufen.

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