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13.11.2011

16:41 Uhr

Gucci, Fiat, Barilla

Starke Macher, starke Marken

VonChristoph Kapalschinski, Jürgen Flauger, Martin Wocher

Weltbekannte Labels und ein breiter Mittelstand stärken Italiens Wirtschaft. Das führt zu einer ausgewogenen Struktur: Exportstarke Konzerne und technologisch führende Nischenanbieter ergänzen sich.

Die Frühjahrs-Kollektion der italienischen Modeunternehmer Stefano Gabbana und Domenico Dolce. Reuters

Die Frühjahrs-Kollektion der italienischen Modeunternehmer Stefano Gabbana und Domenico Dolce.

DüsseldorfDomenico Dolce und Stefano Gabbana haben es geschafft: Sie sind längst eine Marke. Ihr 1982 gegründetes Modelabel ist weltbekannt, das Geschäft läuft gut. Beide unterstreichen das durch selbstbewusste Auftritte und inszenieren sich bevorzugt in herrlicher italienischer Küstenlandschaft als Duo mit Stil.

So wie die beiden Modedesigner ist ihr Heimatland Italien längst selbst zu einer weltweiten Qualitätsmarke geworden. Italienische Mode steht weltweit für Eleganz, italienisches Essen für Lebenskunst, der italienische Film für Spaghetti-Western und ausschweifende Epen. Viele große Marken kommen aus dem südeuropäischen Land: Gucci, Benetton, Barilla. Dazu die großen Urlaubsmarken: Capri, Santorini, das Colosseum. Selbst italienische Autos, noch vor wenigen Jahren als Rostlauben und Zuhälter-Karren verunglimpft, finden neue Freunde. Mit dem neuen 500 hat Fiat den schönsten Kleinwagen der jüngeren Generation im Angebot, Ferrari bleibt ein weltweiter Männertraum.

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Mit dem Zug hat sich Handelsblatt-Autor Sven Prange auf die Reise durch sein geliebtes, aber von der Schuldenkrise gebeuteltes Italien gemacht. In einem Brief nimmt er nun Abschied von Bella Italia.

Das Bild, das die italienische Wirtschaft abgibt, ist anders als das desolate Bild, das die Politik abliefert. Es ist eleganter, internationaler – wenn auch nicht unbedingt bescheidener. Das liegt zum einen an den Führungspersonen, zum anderen am starken Mittelstand – trotz offensichtlicher Schwächen.

Fiat-Chef Sergio Marchionne etwa ist so einer, der etwas wagt. Er hat die Insolvenz der US-Legende Chrysler genutzt, um die Mehrheit an dem Konzern zu übernehmen. Mit dem familiendominierten Fiat-Konzern will er schaffen, woran sich Daimler übernommen hat: einen europäisch-amerikanischen Weltkonzern. Die ersten Ergebnisse sind mehr als ermutigend: Im dritten Quartal steigerte Marchionne den Chrysler-Umsatz um 19 Prozent auf mehr als 13 Milliarden Dollar – und schrieb endlich wieder Gewinne. Fiat hat die jahrelange Lethargie erfolgreich überwunden.

Kommentare (3)

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We-are-99-Prozent

13.11.2011, 15:15 Uhr

na BITTE;

wenigstens mit der Mode raffene s die Docle Vita- Bürger.

HeisserPreis

13.11.2011, 19:06 Uhr

Stark emotional aufgeladene Marken haben noch große Chancen vor sich. Wenn man diese nutzt ... wenn diese auch in ein "Made in Italy" genutzt werden ... . Wenn nicht haben weniger Eigner der Marken etwas davon, aber nicht die Volkswirtschaft. Es bringt jedoch etwas Glanz und Stolz nach Italien. Die Probleme in Italien bleiben jedoch weiter.

Viele Marken lassen in China fertigen, der Rendite wegen. Am liebsten würde man die chinesischen Bezüge so verschweigen oder kleinreden, wie es im Lebensmittelrecht einfacher ist. So kommen viele Tomaten nicht aus Italien; es ist dem Produkt als Fertigware aber nicht zu erkennen. Irgendwann wird der "Druck" es auch in anderen Branchen sog gut zu kaschieren so groß werden, dass man es auch so praktizieren kann.

Das heutige Problem Italiens ist leider, dass der Globalisierungsdruck auf Italien noch gigantisch werden wird, da das ital. Fertigungsspektrum so einfach zu verdrängen ist. In Folge dessen werden die Probleme noch größer und nicht kleiner.

Europa täte gut daran sich wieder auf die nationale Reichhaltigkeit der Kulturen zu besinnen und es NICHT kampflos aufzugeben. Die Chancen hierfür sind jedoch leider nicht groß. Zu verlockend ist der Weg der Rendite klangvolle Marken "billig" mit "Made in China" zu beseelen und "teuer" in der EU zu verkaufen. Was stört der volkswirtschaftliche Hinweis, wenn doch die Rendite für wenige so hoch ist. Daran wird Italien vielleicht zerbrechen.

Konsumenten wird geraten, mehr die Fassade der Marken zu hinterfragen. Wollen sie noch eine "vermeintliche Herkunftsmarke" teurer bezahlen, wenn eh alles in China produziert wird ?

Die Frage muss sich jeder Einzelne stellen. Der Preis ist heiß, ist aber häufig die Antwort. Nicht schön, aber es wird halt so gelebt.

Island

13.11.2011, 22:29 Uhr

Wir arbeiten schon sehr lange mit Norditalienischen Firmen zusammen (Maschinenbau). Diese Firmen sind sehr flexibel auch in ihre Arbeitszeit.

Italien hat es aber nach der Herstellung der „Nationalen Einheit 1870“ es nicht geschafft die unterschiedlichen Regionen des Landes zu entwickeln. Der Norden unterstützt bis heute Mittel- und Süditalien. Die Chancen, daß diese Regionen sich weiterentwickeln stehen schlecht und belasten den Industriellen Norden und Südtirol.

Nach der Kleindeutschen Lösung erlebte Deutschland eine wirtschaftliche Blüte. Dabei gab es natürlich wirtschaftliche Unterschiede, es war z. b. in Schlesien schon längst üblich, daß es in Dörfern eine Stromversorgung gab, dabei konnten viele Dörfer in Westfalen nur träumen.

Es entstanden wirtschaftliche starke Regionen und Städte, denken wir an Oberschlesien, Danzig, Hamburg und das Ruhrgebiet, sogar München profitierte vom Aufschwung.

Vielleicht könnte die Abkehr eines zentralistischen Staates zu einem föderalen Staat die wirtschaftlichen Unterschiede mildern?

Dann wäre jede Region und jeder Bürgermeister verantwortlich und nicht die „Zentrale aus Rom“.

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