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07.01.2011

13:13 Uhr

Gunther Jaegers

„Es gibt immer Geld auf dem Planeten“

VonEberhard Krummheuer

Mit einer der größten Flotten transportiert der Reeder Gunther Jaegers Gas und Öl zwischen Nordsee und Schwarzem Meer. Mit ihm sprach Eberhard Krummheuer über Sicherheit und die Vorteile eines Familienbetriebes. Sein Erfolg beruht auch darauf, dass Jaegers als Höhlentaucher auch dann nicht in Panik gerät, wenn es mal brenzlig wird.

Quelle: ap

Handelsblatt: Herr Jaegers, Sie sind einer der großen europäischen Anbieter von Tankschiffstransporten. Können Sie angesichts einiger Katastrophen bei Gefahrgut-Transporten noch ruhig schlafen?

Gunther Jaegers: Kann ich, aber mir ist die Verantwortung sehr bewusst. Gerade im Gefahrgutbereich ist die Beachtung der Vorschriften für Sicherheit und Umweltschutz unabdingbar. Zum Glück ist die Binnenschifffahrt bisher von schweren Unfällen verschont worden.

Handelsblatt: Haben Sie eine spezielle Sicherheitsphilosophie?

Jaegers: Wir versuchen, den Menschen in die Verantwortung zu nehmen. Wir leben in einer Zeit der Überregulierung. Das führt zu schematischem Denken, und das ist gefährlich, wenn es kracht.

Handelsblatt: Zum Beispiel?

Jaegers: Vorschriften für Seeschiffe mit straffen Hierarchien passen nicht auf völlig andere Abläufe für kleine Teams auf dem Binnenschiff. Ein anderer Aspekt: Schiffsbesatzungen aus Asien reagieren anders als Menschen aus Europa. Sicherheitsnormen müssen den Kulturen angepasst werden.

Handelsblatt: Sie treten als Mittelständler gegen Reedereien weitaus größerer Konzerne an. Wie halten Sie da mit?

Jaegers: Wir sind von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer unterwegs. Im Prinzip läuft das Geschäft bei uns nicht anders als in den Konzernen, letztlich der Bilanz verpflichtet. Mit einem Unterschied: Als selbstständiger Unternehmer riskieren Sie bei jeder Entscheidung ihre wirtschaftliche Existenz, und das macht im täglichen Geschäft sehr sensibel.

Handelsblatt: Ist es das wert?

Jaegers: Ich denke schon. Denn es kommt noch etwas hinzu. Als Angestellter auf einem hochrangigen Posten in einem Unternehmen müssen Sie immer wieder aufpassen, weil Leute über Ihnen oder unter Ihnen an Ihrem Stuhl sägen. Es ist sehr gesundheitsfördernd, dass ich als Unternehmer dies nicht mehr habe.

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