Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.05.2011

16:39 Uhr

Gute Geschäfte

Deutsche Familienunternehmen streben ins Ausland

Rund 90 Prozent der größten deutschen Familienunternehmen haben den Sprung über die Landesgrenzen gewagt und vertreiben oder produzieren ihre Produkte im Ausland. Die größten Chancen sehen dabei fast alle in Asien.

Auch die Dr. Oetker Nahrungsmittel GmbH ist noch in Familienhand und im Ausland äußerst erfolgreich. Vorsitzender der Geschäftsführung ist zur Zeit Richard Oetker. Quelle: dpa

Auch die Dr. Oetker Nahrungsmittel GmbH ist noch in Familienhand und im Ausland äußerst erfolgreich. Vorsitzender der Geschäftsführung ist zur Zeit Richard Oetker.

Berlin

Etwa zwei Drittel davon haben externe Vertriebs- und Servicestätten und rund die Hälfte produziert bereits im Ausland, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Industrieverbandes BDI und der Deutschen Bank unter 400 Betrieben hervorgeht. Motivation für das Engagement im Ausland sei für die Firmen immer weniger die Kostenersparnis, sondern vielmehr die Nähe zu wichtigen Absatzmärkten, sagte Deutsche-Bank-Vorstand Jürgen Fitschen. "Nur wenn man mittendrin ist, kann man Kundenbedürfnissen flexibel Rechnung tragen." Künftig werde es noch mehr Firmen ins Ausland ziehen.

Autozulieferer etwa müssten Fitschen zufolge künftig fast zwangsläufig in China produzieren, weil der dortige Markt immer wichtiger werde. Allerdings gebe es auch Risiken für den Aufbau von Produktionsstätten im Ausland - etwa bei Russland. "Es gibt einen großen Markt, aber die Infrastruktur fehlt total", sagte der Deutsche-Bank-Vorstand. Exportmarkt Nummer Eins dürfte nach Ansicht der Familienunternehmen künftig China sein, das damit Frankreich ablöst. Zu den Wachstumsmärkten zählten vor allem auch Indien

und trotz logistischer Einschränkungen Russland. Rund 30 Prozent der Unternehmen plant Produktionsstätten im Ausland, fast zwei Drittel davon in Asien. Fitschen bezeichnete den arabischen Markt als interessant. Er hoffe, dass sich die deutschen Firmen wegen der politischen Umwälzungen nicht von Investitionen dort abschrecken ließen. Zudem könnten sich für die heimische Wirtschaft Chancen ergeben, wenn es am japanischen Markt nach dem Abebben der Atomkrise Strukturreformen gebe und der Zugang für ausländische Firmen einfacher werde.

Euro-Krise hinterlässt Spuren

Die Schuldenkrise-Krise in der Euro-Zone hinterlässt Spuren bei den Firmen: Rund 40 Prozent berichteten von negativen Folgen für ihr Geschäft, fast genau so viel spürten keine Auswirkungen. Der zuletzt gestiegene Euro gehe für die Exporteure zwar derzeit nicht in die richtige Richtung, sagte Fitschen. Allerdings sei dies einfacher zu verschmerzen als die großen Preisschwankungen am Rohstoffmarkt. Denn laut Umfrage bereitet vielen Firmen der Kostenschub für Energie- und Rohstoffimporte große Sorgen. Konjunkturell herrsche sonst Zuversicht: Zwei Drittel der Firmen planten mehr zu investieren und ebenso viele wollen ihr Personal aufstocken. Ferner bewerteten rund 85 Prozent der befragten Firmen den Standort Deutschland im internationalen Vergleich als positiv.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×