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19.01.2010

10:43 Uhr

Hall of Fame

Boehringers Gespür für Innovation

VonSiegfried Hofmann

Das Handelsblatt ehrt weitere Pioniere der Wirtschaft und nimmt sie posthum in die Hall of Fame der Familienunternehmen auf. Heute: Albert Boehringer, Gründer des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim

Gründervater eines Weltkonzerns: Albert Boehringer. Pressebild

Gründervater eines Weltkonzerns: Albert Boehringer.

FRANKFURT. Manchen Firmengründern wurde das Unternehmertum in die Wiege gelegt. Das könnte man auch bei Albert Boehringer vermuten, den das Handelsblatt am 20. Januar als nunmehr achte Unternehmerlegende in seine Hall of Fame aufnimmt. Als er 1861 zur Welt kam, leitete sein Vater bereits eine ansehnliche Chemie- und Arzneimittelfirma in Stuttgart, die C. F. Boehringer & Söhne, gegründet 1817 vom Großvater Christian Friedrich Boehringer und dessen Kompagnon Gotthold Engelmann.

Aber seine Fähigkeiten als Unternehmer sollte Albert Boehringer später nicht im elterlichen Betrieb unter Beweis stellen. Vielmehr entschied er sich schon in jungen Jahren, eigene Wege zu gehen. Sie führten ihn zunächst zum Chemiestudium nach München. Nur einige Jahre später, als 24jähriger Student, entschloss er sich, sein eigenes Unternehmen auf die Beine zu stellen.

Die Basis dazu legt er 1885 mit dem Erwerb einer kleinen Weinstein-Fabrik im rheinhessischen Neu-Ingelheim, die er mit Unterstützung seines Bruders Ernst von einem Mainzer Unternehmer kauft.

Mehr als 100 Jahre lang sollten zwei chemisch-pharmazeutische Unternehmen namens Boehringer als völlig eigenständige Einheiten nebeneinander existieren. Das elterliche Unternehmen, die spätere Boehringer Mannheim Gruppe, wurde zunächst von Alberts Bruder Ernst geleitet. Später gelangte es in den Besitz der Mannheimer Unternehmerfamilie Engelhorn (aus der auch BASF-Gründer Friedrich Engelhorn stammt), die es schließlich 1997 an den Baseler Roche-Konzern verkaufte.

Albert Boehringers Neugründung in Ingelheim dagegen ist bis heute im Besitz der Gründerfamilie geblieben. Er gilt daher als einer der großen Gründerfiguren der deutschen Pharmaindustrie, die schon im 19. Jahrhundert Weltbedeutung erlangte und diese bis heute verteidigt. Das Familienunternehmen ist im Laufe der Jahre zweitgrößter deutschen Hersteller von Arzneimitteln geworden und operiert heute unter "Boehringer Ingelheim" als global aufgestellter Pharmakonzern.

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