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09.06.2011

00:00 Uhr

Hand in Hand

Mit Partnern wächst es sich besser

VonChris Löwer

Unternehmer müssen sich alle Leistungen selber erbringen. Im Gegenteil: Partnerschaften und Netzwerke können Unternehmen profitabel wachsen lassen. So können sie sich auf Kernkompetenzen konzentrieren.

Mit Partnern lassen sich neue Märkte schneller erschließen. Quelle: dpa

Mit Partnern lassen sich neue Märkte schneller erschließen.

BerlinRichtig prickelnd erscheint die Geschäftsidee auf den ersten Blick nicht: ein Onlineshop für Heimtierbedarf. Ehemalige Berater von Roland Berger sahen das anders und gründeten 1999 Zooplus. Heute ist das Unternehmen börsennotiert und gilt als Europas führender Onlinehändler in diesem Bereich. Die Firma verzeichnet ein durchschnittliches Umsatzwachstum von mehr als 50 Prozent jährlich. Im vergangenen Jahr erlöste Zooplus mit gerade einmal 140 Mitarbeitern über 190 Millionen Euro.

Im Kern kümmert sich das Unternehmen um ein wohlsortiertes Angebot, die Preisgestaltung und Dienstleistungen - den Rest lässt sie durch Kooperationen und Outsourcing erledigen. Für Walter Hagemeier, Geschäftsführer Management Consulting bei Accenture, ist Zooplus ein gelungenes Beispiel dafür, wie durch planvolles Zusammenarbeiten und Netzwerken Firmen profitabel wachsen können. "Erfolgreiche Unternehmer stellen sich beizeiten die Frage, ob sie entlang der Wertschöpfungskette jedes Teil und jede Dienstleistung selbst erbringen müssen", sagt er. "Wer wachsen will, konzentriert sich auf seine Kernkompetenzen."

Besonders im Vertrieb, bei Forschung und Entwicklung, im Einkauf und bei der Verbreiterung der Angebotspalette empfiehlt sich die Suche nach Partnern. So lassen sich neue Märkte schneller erschließen, sagt Hagemeier. Auch der Landmaschinenhersteller Claas hat vor einigen Jahren diesen Weg gewählt: Das Traditionsunternehmen aus dem ostwestfälischen Harsewinkel ging mit dem weltgrößten Baumaschinenhersteller Caterpillar ein Joint Venture zur gegenseitigen Vermarktung landwirtschaftlicher Maschinen ein.

Claas fasste damit Fuß auf dem nordamerikanischen Markt: In den USA verkaufen die Westfalen nun Mähdrescher unter der Marke CAT. Im Gegenzug bringt der US-Partner in Europa Traktoren und Raupenschlepper als Claas-Maschinen an den Mann.

Dieses strikte Prinzip ausgewogener Gegenseitigkeit ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Kooperationen - was viele Mittelständler allerdings nicht ausreichend verinnerlicht haben: "Oft herrscht Autarkiestreben, jeder möchte ein bisschen mehr von der Partnerschaft profitieren", sagt Klaus Harzer, Projektmanager für Kooperationsfragen bei der Grundig Akademie. "Damit fehlt aber die Vertrauensbasis - und das ist Gift für eine Zusammenarbeit."

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