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30.01.2004

13:36 Uhr

Handwerkskammern bieten Hilfe an

Kooperationen bündeln das Know-how

VonRüdiger Gottschalk

Alles spricht von Kooperation, aber das „Wie“ gestaltet sich für manchen Handwerksunternehmer schwierig. Neben professionellen Großorganisatoren kämpfen kleinere Verbünde auf einem harten Markt. Die Handwerkskammern und einige Bundesländer helfen beim Einstieg in Kooperationen.

DÜSSELDORF. „Als reiner Sammelverein hätten wir keine Überlebenschance.“ Für Herbert Folkerts, Geschäftsführer von „meisterteam“, einer der größten Handwerkerkooperationen Deutschlands, gilt Flexibilität am Markt als das Zauberwort. Was 1984 im hohen Norden als kleiner Zusammenschluss von drei Glasereien begann, hat sich heute - von Hamburg aus gesteuert - mit rund 700 Mitgliedern bundesweit etabliert.

Schwerpunktgewerke sind Tischler, Innenausbauer, Fensterbauer, Glasereien und Metallbauer. „Das Handwerk hat beim Thema Kooperationen Nachholbedarf, eindeutig“, weiß Folkerts. Denn der Kunde und die Kundin verlangen nach Leistung aus einer Hand. Möglichst nur ein Ansprechpartner soll bei der Abwicklung des Auftrages zu Diensten sein.

Genau wie bei den „A-Z Hand-Werkern“. Sie garantieren Leistung vom Bau bis zur Gartengestaltung für den Berlin-Teltower Raum. Der Kunde erhält ein Komplettangebot mit Preis- und Terminangabe. Das interne Management stellt sicher, dass die getroffenen Vereinbarungen eingehalten werden. Der Bauherr kann Urlaub machen. Danach folgt die gemeinsame Abnahme, die Rechnung aus einer Hand, komplette Gewährleistung.

Paketlösungen ist auch das Stichwort für die Kooperateure von „Ampersand - Handwerker mit Ideen“. Gemeinsam mit Innenarchitekten bieten die zehn Unternehmen aus der Havelstadt Brandenburg alles vom Bau bis hin zur Inneneinrichtung.

Drei Beispiele für gelungenes Zusammenwirken. Doch der Weg zu einer gut funktionierenden Kooperation ist dornig, die Mannen zusammenzuhalten ein schwieriges Unterfangen. Herbert Folkerts kennt dies nur zu gut. „Im Jahr 2001 musste sich ’meisterteam’ schnell verändern, die Lage im Handwerk wurde immer dramatischer.“ Die Resultate: ein neues Marketingpaket, ein neuer Onlineshop, eine zentral organisierte Finanzdienstleistung, eine neue Unternehmenskultur und eine neue Unternehmensstruktur.

Nicht nur stille Gesellschafter bestimmen das „meisterteam“, sondern auch Kommandisten, also Mitunternehmer, konnten Anteile zeichnen. „Darauf legen wir großen Wert“, sagt Folkerts: „So können wir uns möglichst schnell und kontinuierlich weiterentwickeln. Unternehmen, die heute noch auf Aufträge und Kunden warteten, haben künftig kaum noch Chancen am Markt.“ Da ist sich Folkerts sicher. Zumal der Kostendruck weiter steigen wird. Der zentrale Einkauf, den „meisterteam“ organisiert, bringt den Kooperationspartnern einen deutlichen Einkaufsvorteil dank der Konzentration von Einkaufspotenzialen auf Vertragslieferanten.

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