Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.11.2015

10:36 Uhr

Heike Meier-Henkel

„Leistung? Nicht um jeden Preis“

VonStefan Merx

„Pausen sind wichtig für frische Gehirnzellen“: Die Hochsprung-Olympiasiegerin über die Kunst, im Job die Balance zu halten. Ihre Erfahrung: Wer hohen Erwartungen genügen will, braucht eine rundum gesunde Einstellung.

Heike Meyer-Henkel bei der Siegerehrung der Olympischen Spiele in Barcelona. Sie gewann die Goldmedaille. INTERFOTO

Heike Henkel, 1992

Heike Meyer-Henkel bei der Siegerehrung der Olympischen Spiele in Barcelona. Sie gewann die Goldmedaille.

Es sind die positiven Bilder im Kopf, die einen zu Höchstleistungen beflügeln: Heike Meier-Henkel glaubt fest daran. Auch dank ihrer mentalen Stärke feierte sie im Profisport große Siege. Heute gibt sie als Coach ihre Tricks weiter: In Unternehmen wirkt die Ex-Leistungssportlerin als Expertin für Fitness und Motivation - und erklärt den positiven Umgang mit Stress. Beim Corporate Health Award wirkt Meier-Henkel als „Ambassador“ mit.

Frau Meier-Henkel, wie hält sich eine Olympiasiegerin fit, 23 Jahre nach der Goldmedaille?
Ich laufe zweimal die Woche und gehe viel mit dem Hund, das ist auch Sport. Ich bin durch Walken reingekommen, das reichte mir irgendwann nicht mehr. Ich genieße es, durch den Wald zu laufen. Total erledigt bin ich danach aber nicht, sonst würde ich die Lust verlieren.

Dann begegnen Sie auch jenen Läufern, die schon morgens mit der Stirnlampe auf den nächsten Marathon trainieren. Wie sehen Sie mögliche Übertreibungen?
Wenn ich im Job schon powere und in der Freizeit auch noch, steht der Erholungseffekt infrage. Manche brauchen vielleicht solche hohen Ziele, um das durchzuhalten. Die Frage ist, was will ich: Nutze ich Sport, um neue Energie zu schöpfen für Beruf und Alltagsleben? Oder suche ich eine Herausforderung? Wenn man es aus gesundheitlichen Gründen macht, würde ich vom Wettkampfsport abraten.

Corporate Health Award 2015

Der Preis

Betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnt stark an Bedeutung. Das gilt für mittelständische wie große Unternehmen gleichermaßen. Wer gezielt in die Gesundheit seiner Mitarbeiter investiert, erlangt Vorteile beim Werben um qualifizierte Kräfte und kann sich außerdem einen Vorsprung im Branchenwettbewerb verschaffen.

Die Historie

Ein bedeutender und nachhaltiger Einsatz für die Gesundheit der Mitarbeiter – das zeichnet die Gewinner des „Corporate Health Award 2015“ aus. Zum siebten Mal wurde der Gesundheitspreis von den Initiatoren EuPD Research Sustainable Management, Tüv Süd Akademie, ias-Gruppe und Handelsblatt am Donnerstag in Bonn verliehen. Die Bewerbung um den Corporate Health Award ist für Unternehmen kostenfrei.

Die Kriterien

Klare Strukturen und genau darauf abgestimmte Programme und Maßnahmen – das sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einem erfolgreichen Gesundheitsmanagement. Zertifizierungen können hierbei helfen. Ebenso bedeutsam ist, dass die Angebote breit genutzt und Rückmeldungen der Mitarbeiter stetig erfasst werden.

Das Management

Auch mit einem ausgefeilten Controlling und Qualitätsmanagement ihres Angebots haben die Sieger des Corporate Health Awards die Jury überzeugt. Beidseitige Akzeptanz und Identifikation mit der Leitphilosophie und Gesundheitsstrategie von Mitarbeitern und Führungskräften legen den Grundstein für ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement.

Sie vertreten heute auch als Coach eine gesunde Lebenshaltung. Was sind zentrale Bestandteile?
Wichtig ist gesunde Ernährung, aber es ist auch nötig, sich Pausen zu gönnen, um eine Balance zu schaffen.

In der Praxis steigen allerdings die Abnutzungserscheinungen. Inwieweit sind die Arbeitgeber in der Pflicht, für Freiräume zu sorgen?
Viele Unternehmen haben die Bedeutung schon erkannt und bezuschussen etwa den Gang ins Fitnessstudio. Die Mitarbeiter können nicht permanent am Schreibtisch Hochleistung bringen. Pausen sind wichtig für frische Gehirnzellen. Manche Chefs sind bei dieser Erkenntnis aber noch nicht angekommen.

Auf zum Betriebsrat?
Keine schlechte Idee, wenn man nur auf Widerstand stößt. Man darf natürlich nicht alles auf den Arbeitgeber schieben. Man setzt sich ja auch selbst immer wieder unter Druck. Die wenigsten setzen sich damit auseinander. Die machen und machen und sind hinterher überrascht, dass von außen gar nicht so viel erwartet wurde. Jeder ist gefordert, in sich reinzuhören: Was fördert mich, was hindert mich?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×