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30.10.2015

17:15 Uhr

Heitkamp und Thumann erhöht Angebot

Die Schlacht um Balda

VonSönke Iwersen, Anja Müller

Bewegung im Bieterstreit um die operativen Balda-Töchter: Das Familienunternehmen Heitkamp und Thumann will 74 Millionen Euro zahlen und damit den Finanzinvestor Paragon ausstechen. Der hatte schon einen Vorvertrag.

Gleich zwei Bieter werben um die operativen Töchter des Unternehmens. Balda AG

Produktion bei Balda

Gleich zwei Bieter werben um die operativen Töchter des Unternehmens.

Bad OeynhausenÜbernahmekämpfe sind im deutschen Mittelstand selten. Balda mit Sitz in Bad Oeynhausen allerdings hatte gleich zwei Bieter vor der Tür. 85 Millionen Euro setzte das Unternehmen zuletzt mit der Herstellung von Brillen und medizintechnischem Verbrauchsmaterial um, das vor allem für die Diagnostik zum Beispiel für Blut- und Urinproben eingesetzt wird.

Im Frühherbst hatte das Familienunternehmen Heitkamp und Thumann Interesse an den operativen Einheiten des börsennotierten Unternehmens bekundet und bereits eine Due Dilligence durchgeführt. Doch am 23. September kam das Angebot des Finanzinvestors Paragon dazwischen. Die Beteiligungsgesellschaft bot für dieselben Unternehmensteile wie das Familienunternehmen: für die Balda Medical GmbH & Co. KG in Bad Oeynhausen, für eine Medizintechniktochter in Rumänien sowie für die in Kalifornien beheimateten Balda C. Brewer, Inc. und die Balda Precision, Inc.

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Am 1. Oktober gab Heitkamp und Thumann bekannt, dass das Familienunternehmen den von Paragon gebotenen Kaufpreis von knapp 63 Millionen Euro mit 70 Millionen Euro überbieten wolle. Laut Adhoc-Mitteilung hatte sich der größte Hauptaktionär, die Elector GmbH, aber bereits verpflichtet, das Paragon-Angebot anzunehmen. Balda-Aufsichtsratschef Thomas van Aubel ist der Inhaber von Elector und kontrolliert 30 Prozent der Aktien. Die restlichen Aktien befinden sich im Streubesitz.

Der Plan: Die Aktionäre sollten auf der Hauptversammlung (30. November und 1. Dezember) mit einer Quote von 75 Prozent dem Angebot von Paragon zustimmen. Falls dies nicht gelänge, würde das erhöhte Angebot von Heitkamp und Thumann zum Zuge kommen. Doch seit diesem Freitag ist klar, dass das Familienunternehmen offenbar das Risiko nicht eingehen will, in der Hauptversammlung zu unterliegen. Es erhöhte, wie in der Einladung zur Hauptversammlung vermerkt war, das Angebot von 70 auf 74 Millionen Euro.

Christian Diemer, Gesellschafter und CEO der Heitkamp & Thumann Group: „Wir haben uns zur Erhöhung unseres Angebots  entschlossen, um rasch klare Verhältnisse und Transaktionssicherheit zu schaffen - für uns selbst, unsere Kunden, Lieferanten, aber auch für die Aktionäre und nicht zuletzt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Balda-Gesellschaften. Ich appelliere daher an die Aktionäre der Balda AG, auf der anstehenden Hauptversammlung ihr Stimmrecht wahrzunehmen und für unser Angebot zu stimmen. Nur so können sie von den attraktiven Konditionen profitieren.“ Paragon wollte sich am Freitag zur aktuellen Situation nicht weiter äußern, betonte aber, es bestehe nach wie vor ein großes Interesse an dem operativen Geschäft von Balda.

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