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25.05.2011

10:20 Uhr

Hinter den Kulissen

Wenn Investoren das Unternehmen durchleuchten

VonOlivier Weddrien

Firmen auf dem Prüfstand: Wer in ein Unternehmen investieren will, möchte vorher wissen, ob die Beteiligung sich auch lohnt. Neben einem aussichtsreichen Geschäftsmodell interessieren besonders die vier "K".

Potenzielle Investoren durchleuchten die Unternehmen auf Dealbreaker. Quelle: ap

Potenzielle Investoren durchleuchten die Unternehmen auf Dealbreaker.

FrankfurtJeder Investor, der sich an einem Unternehmen beteiligt, möchte genau wissen, was hinter den Kulissen passiert. Und er will abschätzen, ob das Unternehmen das investierte Kapital in einigen Jahren zurückzahlen kann. Kein Investor wird deshalb darauf verzichten, vor einer Beteiligung das Rechnungswesen, die Bilanzen, die steuerliche Situation und die Verträge auf mögliche Dealbreaker zu durchleuchten - also auf Gründe, die gegen ein Investment in das jeweilige Unternehmen und damit gegen einen Vertragsabschluss sprechen. Auf dem Prüfstand stehen unter anderem auch die Prognosen, die das Management für die Entwicklung des Unternehmens abgibt.

Für manchen Geschäftsleiter, der sich im geschäftlichen Alltag selten rechtfertigen muss, ist das keine einfache Situation - zumal die Unternehmen diese Überprüfung auch noch bezahlen müssen. Im Mittelstand erfahrene Finanzinvestoren werden deshalb versuchen, die Unternehmensführung durch die Due Diligence, also die Beteiligungsprüfung, zu begleiten und ihr Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln. Dabei loten sie vor allem aus, wo Verbesserungspotenzial besteht und wie das langfristig gemeinsam mit dem Management zu heben ist.

Auf die vier "K" kommt es an

Unternehmen, die optimal vorbereitet sind, arbeiten nicht nur die Fragenkataloge ab, die Wirtschaftsjuristen und Wirtschaftsprüfer für Eigenkapitalgeber vorhalten. Sie können dem Investor auch bei den sogenannten vier "K" entgegenkommen, die ihn besonders interessieren: Kunden, Konkurrenten, Kosten und Kompetenzen. Hier haben Unternehmen einen Wissensvorsprung - den können sie nutzen.

Private-Equity-Financiers - private Investoren, die Firmen Eigenkapital zur Verfügung stellen - investieren in aussichtsreiche Geschäftsmodelle, hervorragende Wachstumsaussichten und ein Management, das diese mit ihnen zusammen erfolgreich entwickelt.

In der Praxis scheitern viele Beteiligungsanfragen allerdings schon deshalb, weil sich Kunden, Märkte und Abnahmemengen weltweit laufend und dramatisch verändern. So müssen etliche Automobil-Zulieferer aktuell feststellen, dass ihr Geschäftsmodell nicht mehr tragfähig ist, weil ihre Kunden nunmehr in China produzieren - und das auch noch mit anderen Partnern. Gute Argumente verlangt der Investor auch, wenn ein Unternehmen den Großteil des Umsatzes mit einem einzigen Kunden erwirtschaftet.

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