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12.01.2010

09:44 Uhr

Ima Klessmann

Mehr Aufträge, weniger Kurzarbeit

VonWolfgang Gillmann, Ingo Reich

Der Maschinenbauspezialist aus Westfalen hat die Krise gut überstanden, die Auftragsbücher füllen sich. Deshalb kann der Betrieb auch die Kurzarbeit wieder reduzieren. Und das, obwohl der Umsatz der Möbelindustrie 2009 deutlich zurück ging.

Ima Klessmann produziert vor allem Maschinen für die Möbelindustrie.

Ima Klessmann produziert vor allem Maschinen für die Möbelindustrie.

DÜSSELDORF. Der Maschinenbauspezialist für die Möbelindustrie Ima Klessmann GmbH aus Lübbecke in Westfalen ist nach Einschätzung der Geschäftsführung bisher recht gut durch die Krise gekommen. „Wir können wieder Leute aus der Kurzarbeit herausholen“, sagte Geschäftsführer Rüdiger Schliekmann dem Handelsblatt. Zwar ist noch für rund 200 der insgesamt 850 Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet; doch der Geschäftsführer geht von wieder steigenden Auftragseingängen aus. Er plant ein Umsatzplus von zehn Prozent auf 110 Mio. Euro für das Jahr 2010. „Einige Kunden investieren antizyklisch“, meint Schliekmann. So hat das Unternehmen einen Großauftrag vom Küchenmöbelhersteller Nobilia bekommen.

Ima Klessmann (Ima steht für Industriemaschinen) produziert Maschinen für die Möbelindustrie, vor allem für das Leimen der Kanten der Möbelteile, seit zwei Jahren aber auch Bohrmaschinen zur Bearbeitung der Teile. Seit 2005 gehört das 1951 gegründete Unternehmen zur Münchener Beteiligungsholding Adcuram. Sie hatte Ima von Homag gekauft, der mit einem Umsatz von rund 800 Mio. Euro wesentlich größere Konkurrenz von Ima.

Im vergangenen Oktober spürte Ima mit einem starken Rückgang der Bestellungen den Beginn der Krise. Insgesamt ist der Auftragseingang nach Auskunft von Schliekmann 2009 um 25 Prozent gefallen, deshalb rechnet er mit einem von 140 auf 100 Mio. Euro gesunkenen Umsatz für 2009.

Neben der Anmeldung von Kurzarbeit und der Streichung von Leiharbeitsplätzen hat Ima die Fertigung am Standort Porta Westfalia zum Jahresende geschlossen, was 30 der 80 dort beschäftigten Personen die Kündigung brachte. Ima hat aber auch antizyklisch reagiert. „Wir haben den Service stark verbessert“, sagt Schliekmann.

Nach Angaben des Verbandes der Möbelindustrie ist der Umsatz der Möbelindustrie 2009 um rund zwölf Prozent auf 4,7 Mrd. Euro geschrumpft. Die Hauptbelastungen kommen aus dem Ausland. Für 2010 gebe es nur leichte Anzeichen der Besserung. Ima spürt diese Schwäche, da rund 70 Prozent des Umsatzes im Export erzielt werden.

Für 2007 weist das Unternehmen nach den Angaben im elektronischen Bundesanzeiger einen Jahresüberschuss von 1,4 Mio. Euro aus. Nach der Steigerung des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) nach eigenen Angaben um zehn Prozent in 2008 peile man für 2009 ein ausgeglichenes Ergebnis an. 2010 soll es wieder deutlich besser werden.

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