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02.04.2013

10:11 Uhr

Image mit Kratzern

Jeder zweite Chinese findet deutsche Firmen arrogant

VonCarina Kontio

Deutsche Unternehmen sollten sich in China zu keinem Zeitpunkt auf den Erfolgs-Lorbeeren vergangener Tage ausruhen – das Image von „Made in Germany“ bekommt Kratzer. Das zeigt eine aktuelle Umfrage.

Über 80 Prozent der chinesischen Kunden sind der Meinung, dass deutsche Anbieter im Service besser werden müssen. dpa

Über 80 Prozent der chinesischen Kunden sind der Meinung, dass deutsche Anbieter im Service besser werden müssen.

DüsseldorfDas positive Image deutscher Unternehmen in China bekommt Kratzer: Zwar attestieren die chinesischen Kunden den Firmen aus Deutschland ein starkes Qualitätsbewusstsein (97 Prozent). Gleichzeitig wird das Auftreten auf dem chinesischen Markt von jedem Zweiten als arrogant wahrgenommen (51 Prozent). Die große Mehrheit der Befragten findet außerdem, dass deutsche Hersteller stärker auf chinesische Kundenwünsche eingehen müssen (94 Prozent). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung der Staufen AG in der Volksrepublik China.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

„Die Ergebnisse der Umfrage zeigen sehr deutlich, dass sich deutsche Unternehmen in China zu keinem Zeitpunkt auf den Erfolgs-Lorbeeren vergangener Tage ausruhen dürfen“, sagt Markus Franz, Geschäftsführer der Unternehmensberatung in Shanghai. „Der Wettbewerb auf dem schnell wachsenden chinesischen Binnenmarkt fordert von den deutschen Firmen stärker denn je, stetig die eigenen Schwächen zu identifizieren und diese zügig auszuräumen.“

Deutschlands geheime Weltmeister – eine Auswahl

Beispiele für Hidden Champions

Anschaulicher als abstrakte Statistiken sind Fallbeschreibungen ausgewählter Hidden Champions. Obwohl uns ihre Erzeugnisse ständig umgeben, haben wir von den weitaus meisten dieser Firmen nie gehört. Die folgende Auswahl vermittelt einen Eindruck von der schillernden Vielfalt, den Marktpositionen, den Besonderheiten dieser Firmen.

Flexi

Ein Unternehmen wie Flexi kann es in Deutschland eigentlich nicht geben. Flexi hat bei Rollleinen für Hunde einen Weltmarktanteil von rund 70 %, fertigt ausschließlich in einer Manufaktur in Deutschland und exportiert mehr als 90 % seiner Produkte in über 50 Länder. Alle Versuche chinesischer Konkurrenten, Flexi den Markt wegzunehmen, verliefen bisher im Sande. Im Gegenteil, Flexi greift in Asien mit voller Kraft an, der Vormarsch nach Globalia geht weiter. Bis 2020 soll der Umsatz von heute rund 50 Millionen auf 100 Millionen Euro verdoppelt werden.

Utsch

Haben Sie jemals darüber nachgedacht, woher das Kennzeichen Ihres Autos stammt? Der Weltmarktführer auf diesem Gebiet ist die Firma Utsch aus Siegen. Auf der Utsch-Homepage heißt es: „Lange bevor 'Globalisierung' zum Begriff wurde, war sie für Utsch Tagesgeschäft.“ Das ist keinesfalls übertrieben. In mehr als 120 Ländern gibt es Kfz-Kennzeichen von Utsch. Mit seinen 500 Mitarbeitern und 250 Millionen Euro Umsatz ist Utsch längst in Globalia zu Hause.

Invers

Da wir gerade in Siegen sind, dem Zentrum des unscheinbaren Siegerlandes: Dort sitzt auch der Weltmarktführer für Carsharing-Systeme, die Firma Invers. Carsharing ist ein neu entstehender Markt, der durch die geänderten Mobilitätsbedürfnisse großes Zukunftspotenzial verspricht. Uwe Latsch beschäftigte sich seit Anfang der 90er Jahre mit Carsharing-Technologie. Die Firma Invers führt er heute zusammen mit Alexander Kirn. Die Systeme sind nicht nur bei führenden Carsharing-Anbietern in Europa, sondern auch in den USA und Asien, wo Invers eigene Niederlassungen unterhält, im Einsatz.

IP Labs

Vielleicht haben Sie schon einmal ein digitales Fotobuch bestellt. Die Chance ist groß, dass die bei der Zusammenstellung, Bestellung und Produktion eingesetzte Software von IP Labs stammt. Das junge Bonner Unternehmen ist Weltmarktführer auf diesem Gebiet. Von Frank Thelen und Georg Sommershof im Jahr 2003 gegründet, gehört dieser Hidden Champion heute zum japanischen Fuji-Film-Konzern, der seinerseits eine globale Führungsposition im Fotomarkt besitzt. Laut Mitgründer und Geschäftsführer Georg Sommershof gibt es in Europa praktisch keine Konkurrenz für IP Labs.

Delo

Ob im Airbag-Sensor, dem Chip auf EC-Karten oder Reisepässen – Delo- Klebstoffe haben sich, vom Verbraucher unbemerkt, in vielen Bereichen unentbehrlich gemacht. Besonders in neuen Technologien wie Smartcards nimmt Delo eine weltweit führende Stellung ein. In drei von vier Chipkarten weltweit stecken Klebstoffe von Delo.

Belfor

Belfor ist der globale Marktführer für die Sanierung von Brand-, Wasserund Sturmschäden. Mit einer knappen Milliarde Euro Umsatz und gut 5 000 Mitarbeitern übertrifft Belfor seinen stärksten Konkurrenten um mehr als das Doppelte und ist die einzige Firma, die diese Spezialdienstleistung weltweit anbietet.

Trodat

Die Produkte dieses österreichischen Hidden Champions finden sich auf Schreibtischen in 160 Ländern. Trodat ist seit den 1960er Jahren unangefochtener Weltmarktführer bei Stempeln. Auch die Erfindung des ersten farbigen Stempels geht auf das Konto von Trodat. Die Exportquote liegt bei 98 %.

Jungbunzlauer

Wenn Sie eine Coca-Cola trinken, denken Sie vermutlich nicht an Jungbunzlauer. Dabei steckt in jeder Coca-Cola die Zitronensäure dieses Weltmarktführers österreichisch-schweizerischer Provenienz.

Temenos

Nein, Temenos ist kein griechischer Philosoph. Die Temenos Group AG wurde 1993 in der Schweiz gegründet und ist heute der weltmarktführende Anbieter von Software für Retail, Corporate, Correspondent, Universal, Private, Islamic und Community Banking sowie Microfinance. Am Firmenstammsitz in Genf und in 56 weltweiten Niederlassungen arbeiten 3 500 Beschäftigte für über 1 000 Finanzinstitute in mehr als 125 Ländern der Welt.

Isovoltaic

Die europäische Photovoltaik-Industrie hat seit 2010 ihre führende Position im Weltmarkt verloren. Doch für die österreichische Firma Isovoltaic gilt das nicht. Dieser Hidden Champion ist klarer Weltmarkt- und Technologieführer bei Rückseitenfolien für Photovoltaik-Module. Diese Folien schützen die Solarzellen vor Umwelteinflüssen und werden von allen Modulherstellern gebraucht. Mit einer eigenen Produktion in China ist Isovoltaic nahe an seinen Kunden im mittlerweile größten Markt für Solarmodule.

Gottschalk

Bedenken wir jemals, dass kleine Alltagsgegenstände wie Heftzwecken oder Büroklammern von irgendjemandem hergestellt werden müssen? Im Falle der Heftzwecken (je nach Region auch Reißzwecken, Reißnägel oder Reißbrettstifte genannt) erledigt das Rolf Gottschalk aus Arnsberg im Sauerland. Seine Firma ist der einzige Hersteller von Heftzwecken in Europa. Und es gibt nur einen weiteren Hersteller in der ganzen Welt, eine chinesische Firma. Gottschalk und seine Mannschaft produzieren täglich 12 Millionen dieser Kleinartikel, die unter 300 verschiedenen Markennamen weltweit verkauft werden.

Ludo Fact

Ludo Fact ist ein reiner Produzent und stellt als solcher Spiele her, die von Verlagen konzipiert und vermarktet werden. In diesem Geschäft ist Ludo Fact die Nr. 1 in Europa. Die Firma ist von 34 Mitarbeitern in 1995 auf mehr als 600 heute gewachsen. Pro Tag verlassen 50 000 Gesellschaftsspiele die Produktionshallen, pro Jahr sind es 12 Millionen – mit stark wachsender Tendenz, im Laufe von 2012 wird die Tageskapazität auf 75 000 Spiele erhöht.

Gartner

Es werden immer mehr Hochhäuser gebaut. Wer realisiert die Fassaden für solche gigantischen Wolkenkratzer? Im Zweifelsfalle die Firma Josef Gartner aus Gundelfingen im Schwäbischen, denn Gartner ist für solche Jobs die unbestrittene Nr. 1 in der Welt. Gartner testet die Fassadenelemente mit einem Düsentriebwerk auf Sturmfestigkeit. Da dürfte es nicht überraschen, dass auch das höchste Gebäude der Welt, das »Burj Chalifa« in Dubai, genauso wie der vorherige Rekordhalter, das »Taipei 101« in Taiwan (101 steht für die Zahl der Stockwerke), mit Fassaden von Gartner ausgerüstet sind.

Baader

In Island heißt ein qualifizierter Mechaniker »Baader-Man«. Dies liegt daran, dass er im Zweifelsfalle an Baader-Systemen ausgebildet wurde. Auch in Wladiwostok hat man keine Probleme, Produkte und Services von Baader zu bekommen. Baader ist der mit Abstand führende Anbieter von Fischverarbeitungsanlagen und hat einen Weltmarktanteil von 80 %.

Arnold & Richter, Sachtler

Ein Bekannter, der mit dem Hidden-Champions-Konzept vertraut war, begleitete mich durch Tokio. Wir trafen auf ein professionelles Filmteam. Spontan sagte ich zu meinem Begleiter: »Ich zeige Ihnen jetzt einmal zwei deutsche Hidden-Champions-Produkte in Aktion – mitten in Tokio.« Ohne zu zögern ging ich auf den Kameramann zu, natürlich hatte er eine ARRI-Kamera und ein Sachtler-Stativ, er war eben ein Profi. Beide Firmen sind Weltmarktführer und für ihre Produkte mit zahlreichen Oscars ausgezeichnet worden.

Ernst zu nehmen ist dabei nicht nur das weit verbreitete Image deutscher Firmen, arrogant zu sein. 84 Prozent der chinesischen Kunden sind zudem der Meinung, deutsche Anbieter sollten im Service besser werden. Zwei Drittel halten deutsche Produkte außerdem für zu teuer. Und nur knapp jeder Zweite attestiert deutschen Anbietern ein modernes Image.

„Diese Zahlen sollten deutschen Unternehmen zu denken geben. Sie betrachten China bisher noch zu sehr als günstige Werkbank für Produkte, die in alle Welt verkauft werden, zu wenig aber als attraktiven Absatzmarkt. Es gilt für die Firmen, stärker als bisher auf die Bedürfnisse der chinesischen Kunden Rücksicht zu nehmen.“

Deutschlands geheime Weltmeister

Smiths Heimann

Höchstwahrscheinlich sind Sie und Ihr Gepäck schon einmal von den Geräten der Firma Smiths Heimann durchleuchtet worden. Dieses Wiesbadener Unternehmen ist Weltmarktführer bei Röntgenapparaten für Gepäck und Fracht. In mehr als 150 Ländern identifizieren die Apparate von Smiths Heimann Rauschgift, Waffen oder Sprengstoff und sorgen so für mehr Sicherheit im Flugverkehr. Zum Programm zählen auch Geräte für Poststellen, riesige Apparate zur Durchleuchtung von Lastwagen und mobile Systeme für Zollbehörden.

IREKS

Sie kennen IREKS nicht? Dann sind Sie kein Bäcker. Diese 1856 in Kulmbach gegründete und bis heute dort ansässige Firma ist einer der globalen Marktführer für Backzutaten und in mehr als 90 Ländern präsent. IREKS ist auch für ungewöhnliche Kundennähe und Dienstleistungen bekannt. Die mehr als 400 Außendienstler aus 30 Nationen sind alle Bäcker- oder Konditormeister. Das schafft Kundennähe.

Igus

Igus ist gleich zweifacher Marktführer, nämlich bei Gleitlagern aus Kunststoff und bei sogenannten Energieketten. Aus den 40 Mitarbeitern des Jahres 1985 sind inzwischen 1 900 geworden, die über die ganze Welt verteilt arbeiten. Dieser Hidden Champion ist hoch innovativ und entwickelt mehr als 2 000 neue Produkte und Produktvarianten pro Jahr.

Verlag Aenne Burda

Burda Mode kennt jeder. Aber nur wenigen dürfte bewusst sein, dass die Modezeitschriften und Modenschnitte des Verlags Aenne Burda in 17 Sprachen und in über 90 Ländern erscheinen und bereits seit 1961 Weltmarktführer sind.

Saria

Der Markt von Saria lässt sich nicht klar abgrenzen oder definieren. Dieses westfälische Unternehmen ist mit 800 Millionen Euro und 4 000 Mitarbeitern an 110 Standorten in zehn Ländern europäischer Marktführer für die Entsorgung und Verwertung von Tier- und Lebensmittelabfällen. Die operativen Geschäfte laufen unter Namen wie ReFood (Gastronomieentsorgung), KFU (Knochen, tierische Fette, Schwarten), Schnittger (Häute und Felle), SecAnim (Tierkörperentsorgung).

Gerriets

Dieses Unternehmen stellt Theatervorhänge und Bühnenausstattungen her. Es ist der einzige Hersteller von großen Bühnenvorhängen auf der Welt, sodass der Weltmarktanteil in diesem Segment 100 % beträgt. Egal, ob Sie in der Metropolitan Opera in New York, in der Scala in Mailand oder in der Opera Bastille in Paris sitzen, die Vorhänge stammen von Gerriets.

Klais

Orgeln von Klais sind in der ganzen Welt berühmt. Die Instrumente dieses Bonner Unternehmens spielen im Dom und in der Philharmonie in Köln genauso wie im Nationaltheater in Peking, in der Kyoto Concert Hall in Japan, in Caracas, Buenos Aires, London, Brisbane, Auckland, Manila (eine Bambusorgel) oder den Petronas Twin Towers in Kuala Lumpur. Sie werden es nicht glauben: Diese weltweit tätige Firma hat gerade einmal 65 Mitarbeiter. Der Chef Philipp Klais bezeichnet seine Firma als „Bonsai-Global- Player“.

Multivac

Dieser Weltmarktführer für Vakuumverpackungsmaschinen besitzt mit seinem Kernprodukt Tiefziehmaschinen einen Weltmarktanteil von ca. 60 %. Multivac hat 65 Tochtergesellschaften und weltweit 3 400 Mitarbeiter. Die Belegschaft hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Die Produkte werden in mehr als 140 Ländern vertrieben.

Stengel

Vermutlich sind Sie schon einmal Achterbahn gefahren. Haben Sie dabei überlegt, wer diese Achterbahnen plant und realisiert? Das ist mit ziemlicher Sicherheit, egal wo in der Welt, das Ingenieurbüro Stengel. In über 40 Jahren hat Stengel an mehr als 500 Achterbahnen für Vergnügungsparks wie Disney World, Phantasialand oder Six Flags gearbeitet.

Hillebrand

Wenn Sie chilenischen Wein in Japan genießen, werden Sie kaum auf die Idee kommen, dass er von der Firma Hillebrand aus Mainz dorthin gebracht wurde. Hillebrand, der Weltmarktführer im Transport von Wein und alkoholischen Getränken, ist mit 73 Büros in allen Weinbauregionen und relevanten Konsummärkten präsent. Im Weintransport hat Hillebrand einen Weltmarktanteil von über 50 Prozent.

Wanzl

Wenn ich auf den Flughäfen der Welt unterwegs bin, mache ich mir einen Spaß daraus zu prüfen, von wem die Gepäckkarren stammen. In Narita, dem internationalen Flughafen von Tokio (das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: die Japaner kaufen ihre Gepäckkarren in Leipheim an der Donau), in Mumbai, in Mexico City, in Moskau und vielen anderen Plätzen fand ich ein Schild von Wanzl, dem deutschen Weltmarktführer nicht nur für Flughafengepäckkarren, sondern auch für Einkaufswagen. Die globale Nr. 2 bei Flughafengepäckkarren kommt ebenfalls aus Deutschland. Es ist die Firma Expresso aus Kassel.

Kleffmann Group

Erst 1990 von dem jungen Landwirt Burkhard Kleffmann gegründet, ist dieses in Lüdinghausen in Westfalen ansässige Unternehmen mittlerweile zum Weltmarktführer in der Agrarmarktforschung aufgestiegen und hat 20 eigene Auslandsbüros.

Nivarox

Von diesem schweizerischen Mittelständler haben Sie vermutlich noch nie gehört. Dabei ist die Chance hoch, dass das Regulierungsorgan in Ihrer Armbanduhr von Nivarox ist. Der Weltmarktanteil beträgt 90 %. Dazu passt Universo, der Weltmarktführer bei Uhrenzeigern, aus Chaux-de-Fonds. Wer bedenkt schon, dass jemand die winzigen Zeiger für Armbanduhren herstellen muss.

Brainlab

Brainlab bietet für die Chirurgie die gleiche Leistung, die bei Ihrer Autofahrt das Navigationssystem erbringt, nämlich ein Positionierungssystem für die Instrumente. Seit 1989 sorgt Brainlab dafür, dass chirurgische Eingriffe im Vorfeld präziser geplant und Operationen exakter durchgeführt werden. Mit über 5 000 installierten Systemen weltweit deckt dieses rasant wachsende Unternehmen 60 % des Weltmarktes ab.

Omicron

Omicron aus Taunusstein ist Weltmarktführer für Raster-Tunnel- und Raster- Sonden-Mikroskope, die in der Nanotechnologieforschung eingesetzt werden. Im Jahr 1984 von Rainer Aberer gegründet, gehört Omicron heute zur Nanotechnology Tools Division der Oxford Instruments Group, einem Weltmarktführer für Nano-Analysewerkzeuge.

Konkret heißt das beispielsweise für Maschinenbauer: „Ihre Kunden benötigen oft nicht Premium-Produkte höchster deutscher Ingenieurskunst, sondern Maschinen, die zielgenau ihren Bedürfnissen entsprechen. Das sind häufig moderne Fertigungsanlagen in Basisausstattung, die etwas günstiger in der Anschaffung, vor allem aber leichter von den chinesischen Mitarbeitern zu bedienen und zu warten sind“, so Industrieexperte Franz.

Insgesamt setzt das Image von „Made in Germany“ jedoch weiterhin Maßstäbe. Produkte und Services deutscher Hersteller werden von den Chinesen besser eingeschätzt (8,3 von 10 Punkten) als vergleichbare Angebote amerikanischer (7,7 von 10 Punkten) oder heimischer chinesischer Anbieter (6,6 von 10 Punkten). 41 Prozent der Befragten gehen jedoch davon aus, dass der Vorsprung deutscher Produkte keine Selbstverständlichkeit bleibt und erwarten eine Qualitäts-Annäherung durch chinesische Anbieter.

Kommentare (10)

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Ofelas

02.04.2013, 10:54 Uhr

Richtig, Service gehoert in Deutschland nun mal nicht zu den Tugenden, und ich glaube uach ncht das wir jeh in diesem Bereich Weltspitze werden. So muessen wir halt weiterhin organisatorisch und technisch fuehrend bleiben; aber ...Chinesen gelten als Arrogant in Suedostasien oder Indien - auch mit Recht!

Arroganz muss man sich leisten koennen

Vicario

02.04.2013, 11:06 Uhr


Zitat : Jeder zweite Chinese findet deutsche Firmen arrogant

- hier könnte man noch ergänzen: ...und dämlich dazu !

Aus kurzfristigem Profitdenken lassen sich die so weitsichtigen "Deutsche Manager" des Öfteren in Produktionsabenteuer vor Ort ein und werden Know-Howmäßig ausgeschröpft !
Das ist eigentlich Know-How Übertragung an einen Konkurrenten zum 0-Tarif !

Das wird auch letztendlich mit der Autobranche passieren. Nachdem deutsche Autobauer ( vor allem VW ) die Chinesen zu zig Tausenden auf eigene Kosten ausgebildet haben und ihnen das notwendige Know-How übertragen haben, werden die nach und nach in Chinesische Firmen abwandern und die Welt wird dann überschwemmt mit VW-ähnlichen Autos !

Account gelöscht!

02.04.2013, 11:28 Uhr

evtl. nimmt ja auch in Dtl die Ablehnung gegenüber Chinesischen ab, da ja bald zu 100.000 Arbeitskräfte hier her strömen werden um uns im alter pflegen zu können.

EIn kleiner Ausblick was mich als Rentner hier so erwartet

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