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23.11.2016

14:10 Uhr

In eigener Sache

Handelsblatt-Artikel über German Pellets ausgezeichnet

Es ist eine der größten Insolvenzen des Jahres: die Pleite des Holzverarbeiters German Pellets. Die Handelsblatt-Reporter Gertrud Hussla und Andreas Dörnfelder haben intensiv darüber berichtet – und sind nun von Deutschlands Topverwaltern ausgezeichnet worden.

Preisverleihung im Hotel de Rome, Berlin: Der Vorsitzende des Insolvenzverwalterzirkels Gravenbrucher Kreis, Lucas Flöther (r.), mit den Gewinnern Andreas Dörnfelder und Gertrud Hussla. Gravenbrucher Kreis

Journalismuspreis des Gravenbrucher Kreis

Preisverleihung im Hotel de Rome, Berlin: Der Vorsitzende des Insolvenzverwalterzirkels Gravenbrucher Kreis, Lucas Flöther (r.), mit den Gewinnern Andreas Dörnfelder und Gertrud Hussla.

Berlin„Es war wie ein Krimi mit täglich neuen Wendungen“, schildern Gertrud Hussla und Andreas Dörnfelder die journalistische Begleitung der Pleite des Holzverarbeiters German Pellets aus Wismar. Mehr als 40 Artikel haben die beiden Reporter zu der Insolvenz auf allen Kanälen des Handelsblatts veröffentlicht.

Die Artikelreihe des Handelsblatt-Teams hat nun den ersten Platz beim Gravenbrucher Kreis Journalismuspreis 2016 gewonnen. „Erstklassige Recherchen, vielschichtige Aspekte, einprägsame Darstellung“, so lautet das Urteil der Jury. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Der Gravenbrucher Kreis ist eine Vereinigung der Top-Insolvenzverwalter Deutschlands. Vorsitzender ist Professor Lucas Flöther, der mit seiner Kanzlei auch das Insolvenzverfahren des Reisevermittlers Unister führt.

Gläubigerversammlung von German Pellets : Leibolds Vermächtnis

Gläubigerversammlung von German Pellets

Leibolds Vermächtnis

Die Insolvenzverwalterin von German Pellets glaubt, dass der Brennstoffhersteller lange vor der offiziellen Pleite zahlungsunfähig war – zum Schaden Tausender Anleger. Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch.

German Pellets hatte an deutsche Anleger und an US-Investoren Anleihen und Genussrechte von insgesamt knapp 700 Millionen Euro vergeben. Die Vision von Firmengründer Peter Leibold: eine internationale Produktion von Holzpellets, die nicht nur in privaten Kaminöfen verfeuert werden, sondern sogar ganze Kraftwerke beheizen sollten.

Damit scheiterte er grandios. Dennoch flog Leibold immer noch fast täglich mit einem Privatflugzeug kreuz und quer durch Europa, als Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde gerade mal 5000 Euro in den Konzernkassen vorfand. Heute sieht es so aus, als sei das Geld der Anleger weitgehend verbrannt.

German Pellets: Chronik einer Pleite

Wie alles begann

2005 gründet Peter Leibold im Alter von 47 Jahren in Wismar an der Ostsee ein Werk für Holzpellets. Die aus Sägespänen und Holzresten gepressten Stifte werden vor allem als Brennmittel in Heizöfen verwendet.

Exzessives Wachstum

2012: German Pellets hat FireStixx übernommen und betreibt inzwischen mehrere Werke. Das Unternehmen erhöht den Umsatz angeblich von 286,1 Millionen (2011) auf 519,1 Millionen Euro. Nach einer ersten Anleihe, mit der das Unternehmen 80 Millionen Euro einsammelte, begibt der Brennstoffhersteller nun verstärkt (eigenkapitalähnliche) Genussrechte. Das Volumen an Genussrechten steigt in den kommenden Jahren von fünf auf 44 Millionen Euro.

Private US-Geschäfte

2013: Familie Leibold eröffnet ein Werk in Texas (USA) und startet den Bau des US-Werks Louisiana, das 2015 in Betrieb geht. German Pellets sammelt mit einer neuen Anleihe 72 Millionen Euro ein und begibt Genussrechte für 13,2 Millionen Euro. Das Anleihevolumen steigt später auf mehr als 226 Millionen Euro.

Die Krise beginnt

Sommer 2015: Peter Leibold meldet zum Halbjahr ein Umsatzplus um elf Prozent auf 294 Millionen und einen operativen Gewinn von 26 Millionen Euro. Doch das Unternehmen hat inzwischen 443 Millionen Euro Schulden. German Pellets braucht frisches Eigenkapital. Im Herbst will der Brennstoffhersteller Anleger dazu verleiten, ihre (vorrangigen) Anleihen in (nachrangige) Genussrechte zu wandeln. Creditreform errechnet eine Eigenkapitalquote von nur noch 5,4 Prozent.

Der Insolvenzantrag

10. Februar 2016: German Pellets beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung. Das Amtsgericht Schwerin lehnt ab und ordnet vorerst ein klassisches Verfahren an. Bettina Schmudde wird vorläufige Verwalterin. Mehrere Töchter und das US-Werk Louisiana sind später ebenfalls insolvent. Zuvor hatten Lieferanten und Mitarbeiter vergeblich auf Geld gewartet. Die Finanzaufsicht Bafin untersagte dem Unternehmen den Handel mit Genussrechten. Eine für 10. Februar angesetzte Gläubigerversammlung sagte German Pellets kurzfristig ab.

Der Wirtschaftskrimi

12. Februar 2016: Die Staatsanwaltschaft Rostock ermittelt gegen Peter Leibold wegen Verdachts auf Unterschlagung. Der Wiener Finanzier MCF Commodities hatte Strafanzeige gestellt, weil ihm wegen unbezahlter Rechnungen angeblich ein Schaden in Höhe von 27 Millionen Euro entstanden sein soll. Peter Leibold schweigt zu den Vorwürfen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Von

HB

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

23.11.2016, 15:23 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
Danke

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