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02.10.2014

06:40 Uhr

Insolventer Fahrradhersteller

Wurde Mifa von Beinahe-Investor ausgespäht?

VonOliver Stock

Ein abgesprungener indischer Investor hinterlässt beim angeschlagenen deutschen Fahrradhersteller Mifa verbrannte Erde. Die Aktionäre hegen einen schwerwiegenden Verdacht.

Bild aus einem Mifa-Werk: Das Unternehmen ist inzwischen insolvent. dpa

Bild aus einem Mifa-Werk: Das Unternehmen ist inzwischen insolvent.

Düsseldorf Die Schlammschlacht um Deutschlands traditionsreichen Fahrradhersteller Mifa geht weiter. Laut einem internen Gutachten, das dem Handelsblatt vorliegt, hat ein Beinahe-Investor aus Indien kein Geld investiert, sondern vor allem eines gemacht: Abgekupfert.

Die Aktionäre der Mitteldeutschen Fahrradfabrik (Mifa) im ostdeutschen Sangerhausen, zu denen auch der Investor Carsten Maschmeyer zählt, prüfen jetzt, ob sie gegen den abgesprungenen Investor Hero Cycles klagen sollen. Wie aus dem vertraulichen Gutachten einer renommierten Frankfurter Anwaltskanzlei hervorgeht, werfen die Aktionäre dem indischen Unternehmen Wirtschaftsspionage vor. Die Anwälte listen Punkt für Punkt auf, wie sich Hero Cycles während der Unternehmensprüfung verhalten habe und was davon nach deutschem Gesetz strafbar sei. Die Vorwürfe reichen von „Industriespionage“ über „sittenwidrige Schädigung“ bis hin zur „Treuepflichtverletzung“.

Das Gutachten ist der nächste Höhepunkt in einer Auseinandersetzung, die derzeit auf dem Rücken der rund 800 Mitarbeiter der schwer angeschlagenen Mifa ausgetragen wird. Das Unternehmen hat zu Beginn dieser Woche Insolvenz anmelden müssen. Das Management wird zunächst selbst versuchen, mit den Gläubigern zu verhandeln und einen neuen Investor zu finden. Gelingt dies innerhalb der nächsten drei Monate nicht, wird ein Insolvenzverwalter eingesetzt, der dann die Regie übernimmt.

Kommentare (5)

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Herr Josef Schmidt

02.10.2014, 09:51 Uhr

Muss bei einer Unternehmensprüfung alle Betriebsgeheimnisse offen gelegt werden ? Wohl kaum.

Auf der einen Seite schützt man sich mit allen möglichen Mitteln gegen Spionage und dann kommt einer und sagt dass er in dem Unternhmen investieren will und wandern mit allen Betriebsgeheimnisse aus der Prüfung raus ?

Herr Dennis Heins

02.10.2014, 09:55 Uhr

Liebe Redaktion des Handelsblattes;

WAS hat die Fotoserie der Hochzeit Ferres/ Maschmeyer mit dem Artikel zu tun?
Es wird immer anstrengender die Online Ausgabe des HBs zu lesen.
Sie begeben sich schon länger auf das Niveau eines Klatschjournals a la Bunte etc?
Wollen Sie dieses Image wirklich dem wirtschaftsinteressierten Leser vermitteln?

Nehmen Sie die Kritik, die immer öfters in den Kommentaren abgegeben werden nicht ernst?

Herr olaf ciachowski

02.10.2014, 10:00 Uhr

In D ist das Verhalten bestimmt als sittenwidrig anzusehen. In Asien gilt Abkupfern aber er als eine Art von Bauernschläue, die dann der eigenen Volkswirtschaft zu gute kommt. Von daher dürfte nur eine Klage in D Sinn machen und nicht bei den eher nationalistisch geprägten Gerichten in Indien.

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