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30.04.2013

19:39 Uhr

Insolventer Leuchtenfabrikant

Bei Hess droht eine Werksschließung

Der insolvente Leuchtenhersteller Hess will am Standort Villingen festhalten. Für Löbau sieht es allerdings düster aus. Mehr als 100 Mitarbeiter müssen um ihre Jobs bangen - oder sind schon gefeuert.

Schleifarbeiten bei Hess: Ein Standort könnte geschlossen werden. dpa

Schleifarbeiten bei Hess: Ein Standort könnte geschlossen werden.

Villingen-SchwenningenIm Zuge der Insolvenz streicht der Schwarzwälder Leuchtenhersteller Hess voraussichtlich Dutzende weitere Stellen. Der Standort Löbau bei Dresden mit knapp 100 Mitarbeitern stehe ganz auf der Kippe, teilte die Hess AG mit Sitz in Villingen-Schwenningen am Dienstag mit.

„Auf Basis der jetzigen, realistischen Planung wird es schwer, zwei Produktionsstandorte aus eigener Kraft wirtschaftlich zu betreiben“, sagte Vorstand Andreas Budde. 22 Mitarbeitern in Löbau kündigte das Unternehmen den Angaben nach am Montag. Am Standort Villingen, der erhalten bleiben soll, werde die Zahl der Beschäftigten um 20 auf rund 140 verkleinert.

Hess hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Zuvor waren die beiden Vorstände Christoph Hess und Peter Ziegler entlassen worden. Ihnen wird vorgeworfen, vor dem Börsengang des Unternehmens im vergangenen Oktober Bilanzen für die Jahre 2011 und 2012 gefälscht zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sie sowie weitere Verdächtige. Der Insolvenzverwalter des Leuchtenherstellers, Volker Grub, kündigte jüngst an, die beiden Manager in die Pflicht zu nehmen.

Bei der Vorstellung des Restrukturierungskonzept machten Grub und Budde am Dienstag deutlich, dass das Produktportfolio verkleinert werden und sich der Vertrieb auf bestimmte Kernmärkte konzentrieren soll. Nur mit einer solchen Neuaufstellung könne das Unternehmen „wieder nachhaltig in die schwarzen Zahlen“ kommen.

Die Frage nach der Anzahl der Produktionsstandorte und Mitarbeiter hänge maßgeblich von einem Investor ab und könne noch nicht abschließend beantwortet werden. Dass der Hauptstandort Villingen erhalten bleiben soll, stehe fest. Für Löbau laufen laut Mitteilung derzeit noch Investorengespräche über eine mögliche Übernahme des Standortes, der als „verlängerte Werkbank des Standortes Villingen agiert“. Eine endgültige Aussage werde wohl im Mai getroffen.

Grub sagte, er setze nach wie vor alles daran, eine Lösung für Hess als Ganzes oder aber individuelle Teillösungen für einzelne Standorte zu finden. Ein Konzernsprecher erklärte, im Moment sehe es für eine gemeinsame Veräußerung beider Standorte aber düster aus. Daher seien die Pläne unter der Prämisse getroffen worden, dass sich kein zu diesem Vorhaben passender Investor findet.

Von

dpa

Kommentare (1)

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The_Wonderer

01.05.2013, 11:17 Uhr

Na endlich lassen die Herren Grub und Mucha die Katze aus dem Sack... Werkzeug Nr. 1 aus dem Repertoire für Insolvenzverwalter: Personal entlassen... danach Werkzeug 2: Werksschließung... anschließend Verschleudern der vorhandenen Substanz, Rechnung schreiben und ganz wichtig: das eigene Konto beobachten, dass das Geld auch vollständig eingeht...

Tolle Leistung meine Herren!

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