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21.07.2012

16:45 Uhr

Internationale Vorstände

Vielfalt ist in Dax-Unternehmen oft Mangelware

VonPetra Schäfer

Wie international sind die Vorstände der größten deutschen Unternehmen? Eine Studie zeigt: Der Ausländeranteil stagniert seit drei Jahren. Dafür entdeckt überraschend der Mittelstand die Internationalität.

Anshu Jain, Co-Chef der Deutschen Bank, ist gebürtiger Inder mit britischen Pass. dapd

Anshu Jain, Co-Chef der Deutschen Bank, ist gebürtiger Inder mit britischen Pass.

DüsseldorfAsien ist der Inbegriff für Wachstum. Kein deutscher Konzern, der nicht das Geschäft mit dem bevölkerungsreichsten Kontinent forciert. Doch die Bedeutung Asiens und besonders der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China spiegelt sich noch nicht in den Vorstandsetagen der deutschen Dax-Konzerne wider: Lediglich vier von 191 Vorständen der Unternehmen kommen aus Asien. Alle sind Inder, der neue Co-Chef der Deutschen Bank Anshu Jain - ein gebürtiger Inder mit britischem Pass - eingerechnet.

Andere Asiaten sucht man vergeblich, seit der Taiwanese James Wei den Posten des Asien-Vorstands beim Kosmetikkonzern Beiersdorf Ende 2011 räumen musste. Sein Ressort verbuchte Verluste in dreistelliger Millionenhöhe.

Die neue Studie der Bonner Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners zeigt, dass die Anzahl aller internationaler Vorstände bereits im dritten Jahr in Folge stagniert: Knapp 28 Prozent der Dax-Vorstände sind ausländischer Herkunft.

Immerhin aber ist fast jeder dritte Vorstandsvorsitzende in Deutschland ein Ausländer. Internationale Vergleichszahlen gibt es kaum. Lediglich von der Schweiz ist bekannt, dass die 100 größten Unternehmen des Landes bei ihren Vorständen einen Ausländeranteil von 45 Prozent verzeichnen.

Den größten Teil der ausländischen Vorstände in Dax-Unternehmen stellen US-Amerikaner (15) - alleine vier finden sich im Vorstand von Fresenius Medical Care (FMC). Der Dax-Konzern unter der Führung des Amerikaners Ben Lipps hat den höchsten Anteil ausländischer Vorstände im ganzen Aktienindex. Das geht auf die Übernahme des weltweit größten Betreibers von Dialysekliniken, die amerikanische National Medical Care, durch den deutschen Medizintechnik-Hersteller Fresenius im Jahr 1996 zurück. Die zweitstärkste Ausländergruppe bilden die Österreicher (acht).

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Mit Antonio Roberto Cortez im erweiterten Management Board bei MAN ist immerhin auch ein Brasilianer im Spitzenmanagement der deutschen Wirtschaft vertreten. Doch sieben Dax-Konzerne sind rein national zusammengesetzt. Davon haben sich Daimler, die Münchener Rück und die Commerzbank von ihren früheren internationalen Vorständen sogar wieder getrennt.

Kommentare (3)

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rwe

21.07.2012, 17:29 Uhr

Blödsinn, woher man kommt ist leider noch nicht egal. Dabei spielt die Hautfarbe keine Rolle, aber ein chinesischer/arabischer Manager wird ein anderes Verständnis von sozialen/religösen Normen haben.

Wenn das mentale Modell des Managers keine Gleichberechtigung und starkes Hierarchie-Denken beinhaltet, haben sie nix in der westlichen CEO Etage zu suchen. Genauso wie radikale Muslime nix in der deutschen Politik zu suchen haben.

Wolfgang

21.07.2012, 19:12 Uhr

kleine anmerkung: das mentale modell eines managers beinhaltet keine gleichberechtigung und ist stark hierachisch...

Account gelöscht!

22.07.2012, 03:40 Uhr

Gott was sind wir doch übermässig anbiedernd politisch korrekt:

Haben denn die Chinesen ein festes Streben, DEUTSCHE Manager in die Chefposten zu heben? Oder sonst irgend ein Industriestaat? Mitnichten.

Wir Luschen sind die einzigen weltweit, die den eigenen Machtanspruch fürchten und wegwerfen. Selbstaufgabe bis zum Erbrechen, alle Welt soll uns bloss NETT finden.

Mir ist es tatsächlich lieber, wenn ich eine DEUTSCHE Konzernführung habe, dessen Mentalität der 'rechtsrheinischen Konsenskultur' entstammt - anstatt einem amerikanischen Turbokapitalisten, der wahrscheinlich als erste Amtshandlung die Konzernsprache auf Englisch umstellt.

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