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14.01.2008

16:40 Uhr

Internetunternehmen Miomi

Die 100-Millionen-Dollar-Geschichte

VonThomas Knüwer

Das Internetunternehmen Miomi möchte in Kürze mit einer deutschen Seite an den Start gehen. Doch die Gewinner des Gründerwettbewerbs „Idea Idol“ stehen vor einem Problem: Zu viele Anbieter, zu viel heiße PR-Luft – das Beispiel Miomi zeigt, was derzeit schiefläuft in der Welt der Internet-Start-ups.

LONDON. Vielleicht ist dieses Foto schuld. Es zeigt drei junge Männer mit breitem Lächeln, ein wenig Unglauben in ihren Augen, als würden sie erst langsam realisieren, was auf dem Pappschild steht, hinter dem sie knien. Ein Scheck-Imitat ist es, „Idea Idol“ ist sein Titel. Und dort, wo bei einem echten Scheck die Summe stehen würde, liest der Betrachter: „Whatever it takes.“

Entstanden ist es im Februar 2007. Die drei jungen Herren sind die Gründer von Miomi, einem Internetunternehmen, das in Kürze mit einer deutschen Seite an den Start gehen will. Es ist das Siegerfoto des Gründerwettbewerbs „Idea Idol“, ausgerichtet von der Uni Oxford.

Dieser Sieg, dieses Foto, dieser Scheck lockten das Miomi-Team, in ein Spiel einzusteigen, das nun zu ihrem Problem werden könnte und als mahnendes Beispiel dafür steht, was derzeit falsch läuft in der Welt der Web-Start-ups: zu viel Rummel von Seiten der Gründer und zu viele ähnliche Anbieter auf einem begrenzten Markt. Dieser Markt ist der für persönliche Geschichtsschreibung. Miomis Idee: Nutzer können ihre Erlebnisse auf einer Zeitleiste einordnen und sich mit anderen vernetzen, die am gleichen Ort waren.

Wer beim DFB-Pokalfinale zuschaute, trifft andere, die ebenfalls dort waren. Und er kann seine Erlebnisse als Text, Bild oder Video in einen größeren, globalen Kontext setzen, der zeigt, was genau in diesem Moment auf der Welt noch passiert ist. Die oft gestellte Frage „Wo warst du, als ...?“ wird zum Geschäftsprinzip. Neben den privaten Geschichten sind die Zeitleisten mit Details zu weltgeschichtlichen Ereignissen gespickt. „Wir können Informationen aus vielen Quellen ziehen“, sagt Thomas Whitfield, einer der Gründer. Dazu zählen auch Kooperationspartner wie das digitale Microsoft-Lexikon Encarta, Wikipedia, das British Museum und Brockhaus.

„Wir spielen mit der Zeit“, sagt Whitfield in Englisch mit bayerischem Akzent. Er gründete Miomi zusammen mit zwei weiteren früheren Studenten an der TU München: dem Österreicher Karlheinz Toni und dem Deutschen Richard Schreiber. Das Hauptquartier der Firma aber ist London.

Internet-Vielschreiber wird das Angebot wohl weniger interessieren, sie haben ihre Weblogs und Homepages. Wer aber nur gelegentlich sein Leben festhalten möchte, der könnte überzeugt von diesem Konzept sein.

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