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09.03.2011

13:05 Uhr

Intransparente Angebote

Die Schattenseite der Cloud-Computing-Welt

VonMathias Peer

Anbieter wollen 2011 verstärkt Unternehmen von ihren Cloud-Computing.-Lösungen überzeugen. Doch oft haben Mittelständler Probleme, sich im Dschungel der Angebote zurechtzufinden. Und der Teufel steckt im Detail.

Rechnerraum: Bisher konnten sich nur wenige Firmen mit einer Cloud-Computing-Lösung anfreunden. Quelle: obs

Rechnerraum: Bisher konnten sich nur wenige Firmen mit einer Cloud-Computing-Lösung anfreunden.

KölnDer Glasfaserspezialist Eunetworks legt Breitbandkabel durch Europa, Verfügbarkeit ist Trumpf. Doch intern kam das Unternehmen mit starkem Datenverkehr eine Weile lang nicht klar. Grund: Die Kommunikationssoftware hielt mit dem raschen Wachstum der Firma nicht mehr mit. Schon ab zwei Gigabyte Datenvolumen wurden die Mailboxen instabil, Wartungsarbeiten schluckten viel Zeit und Geld.

Anstatt das hauseigene System komplett neu aufzusetzen, verlagerte Eunetworks E-Mail-Software, Kalenderverwaltung und Textverarbeitung ins Internet. Mit dieser Cloud-Computing-Lösung machte das Unternehmen nicht nur seine Mailboxen robuster, sondern senkte auch den Wartungsaufwand und die IT-Kosten. „Der Wechsel war sehr einfach“, sagt Brady Rafuse, CEO von Eunetworks. „Auch ein Jahr danach funktioniert alles bestens.“

Firmen bleiben auf Distanz

Über Erfolgsbeispiele wie dieses berichten die Anbieter von Cloud-Computing allzu gerne. Geht es nach ihnen, soll 2011 den Durchbruch für die IT aus dem Netz bringen, verstärkt kleine und mittelgroße Unternehmen wollen sie als Kunden gewinnen. Das Versprechen: Die Cloud mache die IT flexibler, effizienter und günstiger. Wer Rechenleistung und Software über das Internet bezieht, soll nur bezahlen, was er wirklich braucht.

Doch auch die schöne neue IT-Welt hat ihre Schattenseiten. Experten kritisieren: Angebote der Cloud-Dienstleister seien intransparent, zentrale Fragen nach Datenschutz und Sicherheit blieben oft ohne überzeugende Antwort.

„Der Mittelstand ist prinzipiell prädestiniert für den Einsatz von Cloud-Technologie“, sagt Steve Janata, Unternehmensberater der Consultingfirma Experton. „Dennoch beobachten die meisten Mittelständler das Thema noch aus sicherer Distanz.“ Trotz der technischen Vorteile störe viele Unternehmer der Gedanke, kritische Geschäftsprozesse wie die IT in fremde Hände zu legen.

Platzhirsche haben es leichter

Das Vertrauen der Anwender zu gewinnen, ist für den Geschäftserfolg der Cloud-Dienstleister die zentrale Voraussetzung. Da besteht Nachholbedarf. In einer Studie hat Janata untersucht, wie mittelständische Betriebe zu den großen Cloud-Anbietern stehen. Während etablierte IT-Konzerne wie Microsoft und IBM überwiegend positiv wahrgenommen wurden, mangelt es vergleichsweise neuen Marktteilnehmern wie Google, Amazon oder Salesforce teilweise an Kundenvertrauen. „Der Mittelstand ist für uns ein sehr wichtiges Kundensegment“, sagt Google-Vertriebsmanagerin Petra Sonnenberg. „Die bisherige Zurückhaltung erkläre ich mir damit, dass vielen unsere Unternehmensprodukte schlichtweg nicht ausreichend bekannt sind.“

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