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18.07.2013

09:56 Uhr

IT-Index

Mittelstand steuert in die Sommerpause

Quelle:techconsult

Die wirtschaftliche Entwicklung der mittelständischen Unternehmen in Deutschland liegt weiterhin im Abwärtstrend. Auch die Investitionsbereitschaft in Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK) ließ im Juni gegenüber Mai nach.

techconsult

KasselWährend sich die Umsatzaussichten für die kommenden drei Monate zwar auf niedrigem Niveau aber relativ stabil halten, könnte die Ausgabenbereitschaft in IT-/TK-Produkte und -Lösungen über die Sommermonate hinweg nachlassen.

Die beginnende Ferienzeit hinterlässt erste Spuren: Die wirtschaftliche Dynamik der mittelständischen Unternehmen ließ im Juni gegenüber Mai spürbar nach. Der Index der realisierten Umsätze sank um fünf Punkte von 112 auf 107 Punkte. Deutliche Umsatzeinbußen mussten vor allem die Handelsunternehmen und die Versorger hinnehmen, deren Indizes deutlich unter 100 Punkten lagen und deren Unternehmen mit steigenden Umsätzen somit nur noch eine Minderheit ausmachten. Keinen Grund zur Klage dürften dagegen die Finanzdienstleister und die Industrieunternehmen haben. Ihre Indikatoren erreichten Werte von 133 bzw. 122 Punkten und zeigen, dass die Unternehmen mit gestiegenen Umsätzen stark in der Überzahl waren.
Die wirtschaftlichen Perspektiven für die kommenden drei Monate halten sich relativ konstant: Mit 112 Punkten liegt der Index einen Punkt über dem Niveau vom Mai. Trotz bevorstehender Urlaubszeit lässt der Indikator auf Umsatzwachstum hoffen. Der Mittelstand blickt grundsätzlich zuversichtlich auf die nächsten drei Monate, von allen Wirtschaftszweigen ist eine positive Umsatzentwicklung zu erwarten. Überdurchschnittlich optimistisch ist die Stimmung im Finanzgewerbe und in der Industrie. In allen anderen Branchen liegen die Umsatzerwartungen zwar unter dem Durchschnittswert, dennoch überwiegen die Unternehmen mit steigenden Umsatzerwartungen.

Im Jahresvergleich kann der Lageindex der wirtschaftlichen Entwicklung nicht mit dem Vorjahresniveau mithalten, er liegt zehn Punkte unter dem Wert vom Juni 2012. Nicht ganz so drastisch fällt der Rückgang beim Erwartungsindex aus, er büßte nur zwei Punkte gegenüber dem Vorjahreswert ein.

Die Dynamik der IT-/TK-Ausgaben hielt sich im Juni auf gutem Niveau, wenn auch gegenüber Mai etwas abgeschwächt. Der Index der realisierten Ausgaben ging gegenüber dem Vormonat um drei Punkte zurück und liegt aktuell bei einem Stand von 110 Zählern. Damit überwogen die Unternehmen mit gestiegenen Investitionen nicht mehr so stark wie im Monat zuvor. Bis auf die Versorger und das Finanzgewerbe tätigten alle anderen Wirtschaftszweige im Juni überwiegend steigende IT-/TK-Ausgaben. Treibende Kraft der Nachfrage war in erster Linie das Dienstleistungsgewerbe. Im Branchendurchschnitt lagen Industrie, Handel und Verwaltungen. Im Finanzsegment waren Unternehmen mit gestiegenen und gefallenen IT-Budgets ausgeglichen.
Ähnlich zeigt sich die Entwicklung der Ausgabenplanungen, der entsprechende Index ließ um vier Punkte nach, liegt jedoch mit 117 Punkten auf noch immer hohem Niveau, so dass die Unternehmen mit positiven Investitionsabsichten weiterhin deutlich dominieren könnten. Alle Wirtschaftszweige zeigen sich ausgabefreudig, allen voran die Dienstleister und die Öffentlichen Verwaltungen, deren Indikatoren über 120 Punkten liegen. Bis auf den Handel, der deutlich unter dem Gesamtschnitt liegt, bewegen sich alle übrigen Branchen im Marktdurchschnitt.
Sowohl der Ausgabenindex als auch der Planungsindex liegen auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr. Der Ausgabenindex liegt einen Punkt über dem Wert vom Juni 2012, der Index der Ausgabenplanungen liegt punktgleich mi dem Vorjahreswert.

Die Hardwareausgaben setzten ihren Abwärtstrend im Juni fort. Der Index der realisierten Ausgaben ließ gegenüber Mai um drei Zähler nach, liegt jedoch bei immer noch positiven 108 Punkten. Damit waren, zwar weniger stark, aber weiterhin die Unternehmen mit gestiegenen Ausgaben in der Überzahl. Mit Ausnahme der Versorger und des Finanzgewerbes – hier waren Unternehmen mit gestiegenen und gefallenen Budgets ausgeglichen – überwogen im Juni in allen übrigen Wirtschaftszweigen die Unternehmen mit gestiegenen Hardware-Investitionen. Besonders positiv hoben sich die Dienstleistungsunternehmen vom Marktdurchschnitt ab.
Die Investitionsplanungen liegen noch immer auf hohem Level, mit 114 Punkten nur einen Punkt unter dem Wert vom Mai. Der Erwartungsindex zeigt damit, dass auch in den Sommermonaten die Nachfrage nach Hardwareprodukten besteht und Unternehmen mit expansiven Investitionsabsichten deutlich überwiegen werden. In allen Wirtschaftszweigen dominiert in den kommenden drei Monaten die Ausgabenfreude. Signifikant hebt sich lediglich der Handel vom Durchschnitt ab. Dessen Index liegt signifikant unter dem Durchschnittswert. Alle übrigen Branchen liegen weitgehend im Marktdurchschnitt von 113 Zählern.
Ein Jahr zuvor war das Ausgabenniveau geringer, der aktuelle Index liegt vier Punkte über dem Wert des Vorjahres. Die derzeitigen Ausgabenplanungen bewegen sich jedoch unter dem Niveau vom Vorjahr, der Indikator weist gegenüber Juni 2012 ein Minus von drei Punkten auf.
Die Nachfrage nach Softwarelösungen zeigte sich im Juni konstant. Sowohl der Ausgabenindex als auch der Planungsindex liegen auf ähnlichem Niveau wie im Mai. Der Index der getätigten Ausgaben für Software legte einen Punkt zu und erreichte einen Wert von 106 Punkten. Somit überwogen ähnlich viele Unternehmen mit gestiegenen Software-Ausgaben gegenüber denen mit rückläufigen Ausgaben. Der Indikator der Investitionsprognose liegt bei 112 und somit punktgleich mit dem Wert vom Vormonat.
Im Vergleich zum Vorjahr haben die Ausgaben für Software ihr Level verbessern können. Der aktuelle Ausgabenindex stieg gegenüber Juni 2012 um drei Punkte an. Der Planungsindikator liegt zwei Punkte über dem Wert des Vorjahres.

Der Markt für Kommunikationsprodukte pendelte sich bei 100 Punkten ein, damit hielten sich die Unternehmen mit steigenden und die mit rückläufigen Ausgaben die Waage. Gegenüber Mai ist es ein leichter Rückgang von einem Zähler. Der Ausblick auf die kommenden drei Monate signalisiert einen Abwärtstrend. Die prognostizierte Ausgabenbereitschaft für Kommunikationsprodukte gab um vier Punkte nach und erreichte nur noch einen Stand von 101 Punkten. Damit sind die Unternehmen mit Wachstumsprognosen nur noch geringfügig in der Überzahl.
Im Jahresvergleich zu 2012 liegt der Index für die realisierten Investitionen in Kommunikationsprodukte einen Punkt über dem mit dem Wert vom Juni des Vorjahres. Der Index für die Ausgabenplanungen reicht allerdings nicht an das Vorjahresniveau heran und bleibt vier Punkte zurück.

Auch die Investitionstätigkeit in Services für Hardware- und Softwarelösungen ließ im Juni gegenüber Mai geringfügig nach, der Index büßte einen Punkt ein und liegt aktuell bei 104 Zählern. Aus Sicht der mittelständischen Unternehmen könnten die Ausgabenabsichten in den kommenden drei Monaten wieder etwas positiver ausfallen. Der Index legte im Juni gegenüber Mai um vier Punkte zu und erzielte einen Wert von 108 Punkten. Damit dürften die Unternehmen mit steigenden Ausgaben im kommenden Quartal wieder etwas mehr Aufwind bekommen.
Im Jahresvergleich liegt der Index der realisierten Service-Ausgaben einen Punkt unter dem Niveau von 2012. Der Indikator der zukünftigen Nachfragebereitschaft gewann gegenüber Juni 2012 einen Punkt hinzu.

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