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09.01.2006

17:45 Uhr

IT-Mittelstandsindex für Dezember

Gebremste Wachstumsdynamik im Mittelstand

VonFrank Heuer (» www.techconsult.de)
Quelle:techconsult

Die erfreuliche wirtschaftliche Entwicklung des deutschen Mittelstands hat sich nach dem Zweijahreshoch im November zum Jahresende hin verlangsamt. Auch die Geschäftserwartungen sind momentan nicht mehr ganz so überschwänglich wie sie im November waren. Weniger stark hat die Dynamik der realisierten und geplanten Ausgaben für Informations- und Telekommunikationstechnologie (IT/TK) abgenommen. Trotz der gebremsten Entwicklung überwiegt aber weiterhin die Zuversicht.

IT-Mittelstandsindex für den Monat Dezember 2005. Grafik: TechConsult

IT-Mittelstandsindex für den Monat Dezember 2005. Grafik: TechConsult

DÜSSELDORF. Nach dem extrem hohen Stand im November gab der Index der Umsatzentwicklung im Dezember nach. Aufgrund der hohen Vorgabe des Novembers blieb der Index um zwanzig Zähler zurück und erreichte im Dezember 107 Punkte. Trotz des Rückgangs überwiegen weiterhin die mittelständischen Unternehmen mit gegenüber dem Vormonat gewachsenen Einnahmen. Parallel zu dem verringerten Lage-Index meldeten die Unternehmen auch etwas weniger optimistische Geschäftsaussichten. Der Indikator der erwarteten Umsätze sank um neun auf 116 Punkte. Wie für die momentane wirtschaftliche Lage gilt auch für die Aussichten, dass trotz des Rückgangs noch immer die Optimisten – deutlich – in der Überzahl sind. Im Vergleich zum Vorjahr fällt der Rückgang der momentanen Lage nicht so dramatisch aus wie gegenüber dem Vormonat. Im Dezember 2004 lag der Index der Umsatzlage vier Punkte höher als gegenwärtig. Stärker hat gegenüber dem Vorjahr die Zuversicht abgenommen, und zwar um zehn Punkte.

In den meisten Branchen können sich weiterhin die Firmen mit verbesserter Umsatzlage durchsetzen. Allen voran das Kredit- und Versicherungsgewerbe sowie Energie- und Wasserversorger. Die Geldbranche konnte offenbar noch einmal von Riester- und Baufinanzierungs-Abschlüssen in letzter Minute profitieren, bevor neue gesetzliche Regelungen in Kraft traten. Der Versorgungsbranche kommt der witterungsbedingt erhöhte Energiebedarf zugute. Überraschend schwach war die Entwicklung des Handels, nachdem diese Branche der Gewinner im Monat November war. Ein großer Teil des Weihnachtsgeschäfts konnte offenbar bereits Ende November mobilisiert werden. Der Handel rechnet auch für das erste Quartal 2006 zumeist mit erneut nachlassenden Umsätzen, ist damit aber der einzige gewerbliche Mittelstandszweig mit pessimistischen Erwartungen. Den besten Start in das neue Jahr erhoffen dagegen Industrie und Dienstleistungsunternehmen.

Von der verzögerten wirtschaftlichen Entwicklung blieben die Ausgaben für IT-/TK-Produkte und –Leistungen nicht unberührt. Der Index der realisierten Ausgaben sank um elf auf 110 Zähler. Relativ leicht gab der Index der Investitionsplanungen nach und sank gegenüber November um vier auf 120 Punkte. Die Werte für die Lage als auch für die Erwartungen an die Ausgaben spiegeln dem Rückgang zum Trotz weiterhin eine positive Stimmung und Zuversicht wider. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Dynamik aber geringer ausgeprägt: Die realisierte Ausgabenentwicklung und die Investitionsplanungen liegen um sieben bzw. sechs Punkte niedriger als im Dezember 2004.

Am stärksten erhöhten sich die IT-/TK-Ausgaben im öffentlichen und Non-Profit-Sektor. Sicherlich wirkte sich dabei das „Ausgabenfieber“ am Jahresende aus, um gekürzte Etatansätze im Folgejahr zu vermeiden. Überdurchschnittlich stieg die Investitionsneigung auch im Dienstleistungsgewerbe. Industrie und Handel zeigten sich hingegen überwiegend zurückhaltend. Der Ausblick auf das erste Quartal 2006 fällt positiver aus - alle Branchen kündigen an, überwiegend mehr in ihre IT- und TK-Ausstattung zu investieren. Den stärksten Anstieg der Investitionsneigung signalisieren dabei die Industrie sowie der staatliche und Non-Profit-Sektor. Gegenüber dem Durchschnitt zurück fallen der Handel und das Finanzgewerbe.

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publiziert » Avaya-Tenovis in Zusammenarbeit mit » Tech Consult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des Ifo-Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik sowie unterschiedlichen Befragtengruppen. Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, aber ausschließlich aus dem Mittelstand; der Ifo-Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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