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12.01.2008

14:00 Uhr

IT-Mittelstandsindex

Mittelstand in der Winterstarre

VonFrank Heuer (Tech-Consult)
Quelle:techconsult

Nach einem überraschend erfreulichen November war die wirtschaftliche Entwicklung des deutschen Mittelstands im Dezember sowohl gegenüber dem Vormonat als auch zum Vorjahr durch eine verringerte Dynamik geprägt. Auch die geschäftlichen Aussichten sind nicht mehr so positiv wie im Vormonat. Davon blieben die Ausgaben-Aktivitäten und -planungen für Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK) nicht unberührt.

IT-Mittelstandsindex Dezember 2007. Grafik: TechConsult

IT-Mittelstandsindex Dezember 2007. Grafik: TechConsult

Mit den Temperaturen ging im Dezember auch die wirtschaftliche Dynamik zurück. Die mittelständischen Unternehmen bewerten ihre wirtschaftliche Lage erkennbar weniger positiv als im Monat zuvor. Der Index der realisierten Umsätze ging um zehn auf 113 Punkte zurück. Das Verhältnis der Unternehmen mit positivem Geschäftsverlauf zu den Firmen mit rückläufigen Einnahmen hat sich demnach zwar verschlechtert, aber die Firmen mit guter Entwicklung konnten sich trotzdem noch durchsetzen. Parallel hat sich auch die Zuversicht für das neue Quartal etwas abgeschwächt. Der Indikator der wirtschaftlichen Erwartungen ging um vier auf 119 Zähler zurück. Die Optimisten sind demnach trotz des Rückgangs noch weiterhin erkennbar in der Mehrheit.

Nicht nur im Vergleich zum Vormonat, sondern auch gegenüber dem Vorjahr hat sich die wirtschaftliche Dynamik des Mittelstandes im Dezember reduziert. So liegt der Indikator der wirtschaftlichen Lage aktuell sechs Punkte niedriger als im Dezember 2006. Die wirtschaftlichen Aussichten haben gegenüber dem Vorjahr mit vier Punkten etwas weniger stark nachgelassen.

Bis auf die Industrie konnten die Unternehmen in allen gewerblichen Branchen überwiegend Umsatzzuwächse erzielen. Die beste Umsatzentwicklung aller gewerblichen Branchen konnte im Dezember das Kredit- und Versicherungsgewerbe verzeichnen, gefolgt von den Energie-/ Wasserversorgern. Danach folgen Dienstleister sowie der Handel. Nachdem der Handel bereits im November besonders häufig Umsatzzuwächse durch das Weihnachtsgeschäft verbuchen konnte, war offenbar eine weitere Steigerung im Dezember nur noch selten möglich. Überwiegend negativ verlief der Dezember lediglich für die Industrie.

Hinsichtlich der Perspektiven für die kommenden drei Monate sehen alle gewerblichen Wirtschaftszweige – bis auf den Handel - überwiegend zuversichtlich in die Zukunft. Aufgrund des im Winter steigenden Energiebedarfs liegen die Versorger dabei deutlich vorn. Dahinter platzieren sich der Finanzsektor, die Industrie und Dienstleister. Im Handel halten sich optimistische und zurückhaltende Erwartungen die Waage.

Ähnlich wie die wirtschaftliche Situation ließ im Dezember auch die Investitionsneigung im IT-/TK-Markt nach. Der Index der realisierten Ausgaben sank um sieben auf 108 Punkte. Trotz der reduzierten Investitionsdynamik überwogen erneut die Unternehmen mit gewachsenen IT-/TK-Investitionen. Stärker als die aktuellen Investitionen bremsten die Ausgabenplanungen für die kommenden drei Monate ab. Der Planungs-Index der zukünftigen Investitionen sank um elf auf 111 Zähler, womit sich aber immer noch die Firmen mit expansiven Ausgabenabsichten durchsetzen können.

Für den Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein differenziertes Bild. Hinsichtlich der realisierten Ausgaben ist ein Rückgang von sechs Punkten gegenüber Dezember 2006 festzustellen. Die Ausgabenplanungen hingegen sind mit plus einem Punkt auf ungefähr gleichem Niveau wie vor Jahresfrist.

Mit Ausnahme des Non-Profit-Bereiches berichten sämtliche Branchen von überwiegend gestiegenen IT-/TK-Ausgaben. Besonders aktiv war in dieser Hinsicht das Finanzgewerbe. Der Non-Profit-Bereich meldet überwiegend rückläufige Ausgaben. Das sonst übliche „Dezemberfieber“ hat offenbar nicht so sehr um sich gegriffen wie sonst üblich und die Budgets wurden besser vorausgeplant. In den übrigen Wirtschaftszweigen war die Investitionsneigung recht homogen.

Nach der überdurchschnittlichen Ausgabentätigkeit im Dezember will sich der Finanzsektor im ersten Quartal mehr zurückhalten, so dass sich expansive und rückläufige Investitionsplanungen in dieser Branche die Waage halten. In den anderen Wirtschaftszweigen sind die Ausgabenabsichten überwiegend positiv. Dabei setzt sich die Dienstleistungsbranche an die Spitze, gefolgt von der Industrie sowie dem Handel, dem Non-Profit-Sektor und dem Finanzgewerbe.

Hintergrund zum IT-Mittelstandsindex

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publiziert » Techconsult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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