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11.10.2012

09:39 Uhr

Jalousien die kommunizieren

Times-Square-Atmosphäre fürs Büro

VonSebastian Kirsch

Bürofenster als LED-Leinwände - das ist die Vision von Mariana Yordanova. Die Weconomy-Gewinnerin musste ihr Produkt aber an die deutsche Kultur anpassen, denn Tageslicht geht hier vor. Ihre Lösung: eine LED-Jalousie.

Die Jungunternehmerin Mariana Yordanova fürchtet ihre Konkurrenz nicht. (Foto: Mediabiose)

Die Jungunternehmerin Mariana Yordanova fürchtet ihre Konkurrenz nicht. (Foto: Mediabiose)

Düsseldorf„Es können nicht alle ein Google werden“, sagt Mariana Yordanova über die Erfolgsaussichten junger Unternehmer. Sie selbst würde es vielleicht gerne. Auffällig oft bezieht sie sich auf große amerikanische Start-ups.

Dabei stammt die Idee für ihr Unternehmen Mediabiose aus Japan. Dort hat Mariana Yordanova als Architekturstudentin Gefallen gefunden an bunten Häuserwänden, den Medienfassaden. Während eines Austauschprogramms an der Universität Tokio erkannte sie das Potenzial von kommerziell genutzten Fassaden.

Was beim Businessplan wichtig ist

Häufigster Fehler

Einer der häufigsten Fehler ist, dass der Gründer zu sehr von sich ausgeht und im Eifer Kunden und Geldgeber aus den Augen verliert. Daher immer wieder die Perspektive wechseln und den Businessplan aus der Sicht der Kunden bzw. Investoren machen.

Was steht drin?

Ein Businessplan sollte nicht nur formalen Ansprüchen genügen, sondern auch eine Reihe von inhaltlichen  Punkten abdecken. Dazu gehören ein ordentlich ausgefülltes Deckblatt, die Darstellung der eigenen Person, das Konzept, der Kapitalbedarfsplan, der Finanzierungsplan, eine Ertragsvorschau, der Liquiditätsplan und die Anlagen.

Die eigene Motivation

Sehr wichtig ist es, in einem Businessplan die eigene Motivation glaubwürdig zu formulieren. Ehrlichkeit siegt zwar, aber geizen Sie nicht mit Eigenlob. Machen Sie klar, dass Sie und Ihr Unternehmen eine Perspektive haben!

Das optimale Konzept

Handeln Sie die folgenden Punkte exakt durch: Geschäftsidee (Vergleich mit etablierten Unternehmen, Hintergrundinformationen beifügen), Darstellung Markt und Branche inklusive Zukunftsbetrachtung (Recherche lohnt sich!) und Vertriebs- sowie Marketingstrategie (nicht nur Werbung, sondern Image-Bildung).

Der Kapitalbedarfsplan

Ihr Konzept steht – nun geht es darum, wie viel Kapital Sie für die Umsetzung brauchen. Listen Sie alle Posten auf, die bei der Gründung Geld kosten werden. Vergessen Sie nicht, dass Sie und Ihre Familie auch von etwas leben müssen. Simone Janson bietet in ihrem Buch eine hilfreiche Übersicht.

Der Liquiditätsplan

Die Finanzierung des Unternehmens ist das eine, doch die dauerhafte Liquidität das andere. Sie müssen gewährleisten, dass Ihre Firma stets flüssig ist. Das Schreiben einer Rechnung bedeutet noch nicht, dass sie auch bezahlt wird. Für das erste Jahr sollten sie den Liquiditätsplan am besten monatlich erstellen.

Ertragsvorschau

Schließlich sollten Sie eine Übersicht darüber gewinnen, ob ihr Unternehmen dauerhaft tragbar ist. Das gefällt auch potenziellen Geldgebern. Eine Rentabilitätsvorschau, auch Ertragsvorschau genannt, ist Zentral für den Erfolg Ihrer Existenzgründung.

Nicht stur sein

Ein Businessplan hilft Ihnen als Orientierung. Aber eine Planung bedeutet nicht, ein für allemal darauf festgelegt zu sein. Es ist völlig normal, anfängliche Ideen zu verändern.

Das sind meist massive LED-Leinwände an den Fensterfronten von Büro- oder Geschäftsgebäuden. In Tokio gibt es sie, mit langer Tradition. Aber auch in London am Piccadilly Circus oder am Times Square in New York flackern die Leinwände. Teilweise bringt die Vermietung der Fassaden sogar mehr Geld, als die Stockwerke zu nutzten, sagt Yordanova. Hinter den leuchtend tanzenden Fronten entsteht dann schwarze Leere im Gebäude.

Geht es nach Mariana Yordanova, soll bald jedes Unternehmen mit ihrem Produkt LED-Botschaften auf die Straße senden können und seine Büros weiter normal nutzen, auch öffentliche Gebäude könnten ihre Fassaden zu einem kommunikativen Stadtportal machen.

Wie Sie an Geld kommen

Staatliche Förderprogramme

Seitens des Bundes, der Länder und der EU werden Existenzgründern zahlreiche Fördermöglichkeiten geboten. Dabei gehören die Kreditprogramme der KfW Mittelstandsbanken zu den wichtigsten. Dazu zählen das KfW-Startgeld, das Unternehmerkapital sowie der Unternehmerkredit.

Banken

In der Regel sind Banken der erste Ansprechpartner, wenn es um das Startkapital geht. Im Gegensatz zu staatlichen Förderprogrammen handelt es sich aber um Fremdkapital, dass Sie mit Zinsen zurückzahlen müssen. Üblicherweise müssen Sie ein Geschäftsfoto eröffnen müssen, das teurer ist. Gesetzlich ist aber nichts vorgeschrieben. Bitten Sie also Ihre Bank, ob ein gewöhnliches Girokonto reicht.

Leasing

Wenn Sie investieren wollen, aber kein Eigenkapital besitzen und kein Fremdkapital aufnehmen wollen, können sie das Investitionsgut leasen. Das geht entweder beim Hersteller des Gutes selbst oder über ein Finanzinstitut. Leasingverträge haben große Ähnlichkeit mit Mietverträgen. Ihr größter Vorteil ist, dass Sie die Summe nicht auf einmal berappen müssen. Das Risiko besteht in der Insolvenz Ihres Unternehmens, dann nämlich können Sie das Gut nicht einfach verkaufen.

Venture-Capital-Gesellschaften

Venture-Capital-Gesellschaften vergeben Kapital, ohne Sicherheiten zu verlangen. Im Gegenzug erwerben sie aber Beteiligungen an Ihrem Unternehmen und erwarten erhebliche Wertsteigerungen. Dafür vermitteln Venture-Capital-Gesellschaften aber auch wichtige Kontakte.

Private Investoren

Wer lieber auf private Investoren setzt, sollte sie in seinem nahen Umfeld suchen. Günstiger als ein Bankkredit ist das allemal, allerdings handelt es sich hierbei eher um kleinere Summen. Achtung bei Geldgebern aus der Familie: Hier schaut das Finanzamt in der Regel ganz genau hin.

Was in Japan klappt, muss doch auch in Deutschland funktionieren können, dachte Yordanova sich. Dafür hat die gebürtige Bulgarin ihre Version einer LED-Fassade an die deutsche Kultur angepasst. Denn: „Das langzeitige Verdecken von Fassaden ist in Europa fast undenkbar“, sagt sie.

Also hat sie LED-Pixel in eine handelsübliche Fensterjalousie integriert. Es gebe schließlich in fast jedem Büroraum einen Sonnenschutz an den Fenstern. Die Mediajalousie soll noch 95 Prozent des Sonnenlichts durchscheinen lassen. Hochgefahren blockiert sie gar kein Licht. Für ihr Produkt sei das enorm wichtig, weil die Deutschen an ihren Arbeitsplätzen nicht glücklich würden, ohne Tageslicht. In Japan ist das kein Problem, erklärt die 33-Jährige. Dort gehe niemand davon aus, einen Arbeitsplatz mit Tageslicht zu haben. Schatten sei in Japan etwas Gutes, wegen des warmen Klimas.

Weconomy-Sieger Somonic Solutions: Erfahrung ist gut – messen ist besser

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Erfahrung ist gut – messen ist besser

Das Motto von Somonic Solutions bringt die Geschäftsidee auf den Punkt: In der Galvanotechnik zählte bislang die Erfahrung der Techniker, jetzt bietet eine neue Messtechnologie nachweisbare Sicherheit.

Die LEDs, etwas größer als ein Stecknadelkopf, können auch auf vorhandenen Jalousien installiert werden. Sonst kommt die Mediajalousie als Paket inklusive Leuchtmittel, Steuerungseinheit und Softwareprogramm. Der Kunde muss am Computer nur noch seine Botschaft eingeben, und schon wirbt, informiert oder unterhält seine Fassade die Passanten.

Wie an den Ticker-Leinwänden in New York können auf der Jalousie laufende Texte angezeigt werden, bei größeren Flächen sogar Bilder und Videos. Gängige Bild- und Videoformate garantieren eine einfache Programmierung per USB oder W-LAN.

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