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16.09.2012

10:14 Uhr

Kampfpreise

Hartes Brot für kleine Bäckereien

Der Markt für kleine Bäckereien wird härter. SB-Backshops und Discounter graben vielen Bäckern mit Kampfpreisen das Wasser ab. Um bei dieser Konkurrenz bestehen zu können, sind Ideen gefragt.

Eine Verkäuferin in einem Geschäft einer Bäckerei in Frankfurt (Oder) hält ein Brot in ihren Händen. dpa

Eine Verkäuferin in einem Geschäft einer Bäckerei in Frankfurt (Oder) hält ein Brot in ihren Händen.

München Ein Brötchen für 15 Cent? Traditionelle Bäcker-Handwerksbetriebe müssen sich mächtig anstrengen, um gegen Ketten, Backshops und Discounter bestehen zu können. In den vergangenen 20 Jahren ist die Hälfte der Betriebe verschwunden.

Auf dem Land und in Kleinstädten falle besonders auf, wie viele einstige Bäckereien leerstehen, sagt Amin Werner, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks in Berlin. Rund 14 000 Meisterbetriebe gibt es noch im deutschen Bäckerhandwerk. Anfang der 1990er Jahre waren es 26 000. Die Zahl der SB-Backshops und Filialen von Großbäckern dagegen steigt. Supermarktketten hätten inzwischen eigene Teiglings-Fabriken. „Der Einzelhandel dringt massiv in den Markt ein. Da können kleine Bäckereien preislich nicht mithalten“, sagt Werner.

Mehr als 70 Prozent der Bäckereien bleiben unter einer halben Million Euro Umsatz im Jahr. Insgesamt erwirtschaften sie knapp zwölf Prozent des Gesamtumsatzes. Auf der anderen Seite erzielen drei Prozent der Betriebe jeweils mehr als fünf Millionen Euro Jahresumsatz und teilen sich 60 Prozent des Kuchens. „Wir müssen eben immer einen Tick besser sein“, sagt Bäcker-Präsident Peter Becker.

Der bayerische Innungs-Obermeister Heinz Hoffmann rät seinen Kollegen, mit Qualität und Service zu punkten. Wenn eine Semmel für 15 Cent auch noch Gewinn abwerfe, könne der Teig ja nur aus dem Ausland kommen. „Aber es gibt immer noch viele Kunden, die eben keine Breze aus dem Supermarkt-Automaten essen möchten.“ Kleine Bäckereien sollten nicht versuchen, das volle Sortiment mit bis zu 600 verschiedenen Backwaren anzubieten, und auf den Zukauf von Fertigmischungen verzichten. Gerade regionale und jahreszeitliche Spezialitäten böten eine Perspektive.

Bäckermeister müssten kreativ sein und sich neue Märkte erschließen, etwa Kooperationen mit Altenheimen oder Krankenhäusern schließen, sagt Hoffmann. Viele Bäckereien haben Cafés und Imbiss-Theken integriert und bieten Snacks zum Mitnehmen an. Müsse ein Betrieb aufgeben, habe das nicht immer mit Größe zu tun, sondern oft mit einem veralteten Konzept und mangelnden Ideen.

Auch Werner hält etliche Probleme für hausgemacht. In vielen älteren Betrieben sei schon lange nichts mehr investiert worden, oder die Backstube sei im Wohnhaus des Meisters integriert, so dass sich nur schwer ein Nachfolger finden lasse.

Von

dpa

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

16.09.2012, 11:00 Uhr

Die Inhaltsstoffe auf das Notwendige begrenzen und so gesunde Lebensmittel produzieren, dass ist das Konzept einer GUTEN Bäckerei.
Leider sucht man derartiges vergeblich im Supermarkt.
Die Bäckerei um die Ecke kann da punkten.
Der persönliche Kontakt zum Kunden ist die Basis von Vertrauen.

Account gelöscht!

16.09.2012, 11:45 Uhr

Die Leute suchen guenstige Nahrung mit akzeptabler Qualitaet. Die Inflation schlaegt zu und man muss billigere Alternativen suchen. Daran wird sich fure die Masse nichts aendern. Je mehr die Arbeitskosten steigen, umso mehr wird man auf maschinelle und letztlich industrielle Produktion setzen muessen. Dies ist ein Aspekt der Inflation, der gerne uebersehen wir.

N_K

16.09.2012, 11:55 Uhr

" Kampfpreise:
. Hartes Brot für kleine Bäckereien "

Die GROSSEN: Groß, größer, Größenwahnsinn ...
Zu groß, um pleite zu gehen - aber klein genug, um DRECK zu produzieren. (Wie war das mit der Großbäckerei im Raum München?)
Vor kurzem hörte ich einen Bericht über EIWEISSBROT - würde mich nicht wundern, wenn DER DRECK auch von MONSANTO käme.

Die KLEINEN: KAPUTTMACHEN diese Störenfriede !

Deshalb:

SELBER MACHEN oder zum KLEINEN Handwerker an der Ecke (DER kann sich nämlich keine Schweinereien leisten) lautet die Devise ! Wem nicht gerade genmanipuliertes Getreide angedreht wurde, der weiß wenigstens, welche Zutaten drin sind. Mehl, Salz, Wasser und ZEIT reichen für ein (Sauerteig-)Brot zu backen - OHNE die halbe E-ZUTATENLISTE vom Trieb- über Füllstoffe und Geschmacksverstärker bis zum Frischhaltemittel.

Wie kann es denn möglich sein, daß ein 50 Gramm Brötchen Kinderfaustgröße hat und ein anderes mit gleichem Gewicht die Größe einer kleinen Melone erreicht?

Ganz einfach: AUFBLASEN ! GUTEN APPETIT !


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